ICH, der GiftzwergMÄÄN, habe auch DICH im Auge! Eigentlich UNS alle.
Mein giftiger Stinkefinger ist die boshafte Kolumne/auch Satire, zuverlässig "politisch inkorrekt" *
- ein Ventil zum Alltäglichen in unserer Zeit u. Welt. Und natürlich bin ich, wie jeder andere auch, in letzter Konsequenz mitunter widersprüchlich. Das ist unumgänglich - niemand ist frei davon!
Es geht hier nicht in erster Linie um die ganz großen Themen der Zeit/Probleme der Menschheit - die tagtäglichen Ärgernisse sind es, die bei mir nach einem Regulativ schreien – Berichte aus einer oft schon recht madigen Welt.
Gut, ich könnte es abperlen lassen, cool darüber stehen, den "Geht-Mich-Nix-An" mimen, man kann es zeitgemäß optisch und akustisch verdrängen, damit es einen nicht krank macht – Ohrstöpsel, Glotze, die heute gängigen Ablenkungen also. Oder hier, mein Versuch: Einfach mal auskotzen - mich ohne Bedenken und bangevolle Rücksicht freimachen - für das eigene Dasein eine Schadensbegrenzung vornehmen - nach dem Motto "Alles muß raus!" Das kann sooo gut tun, mir behagt das letztlich.

Aussprüche, die mir hierbei helfen:
"Das ist der ganze Jammer: die Dummen sind so sicher und die Gescheiten voller Zweifel."
(Bertrand Russell)
Ich sage: gehen wir hin und zweifeln alles an, Grund genug besteht!
"Satire darf alles" meinte Tucholsky's Kurtchen.
Das hatte ich lange Zeit bezweifelt, unter Vorbehalt gesehen, aber jetzt sage ich:
Gut, der Mann!

*political correctness ... soll ein Fremdwort bleiben

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HINWEIS: Die fragwürdige "Rechtschreibreform" wird von mir nur eingeschränkt anerkannt


Samstag, 11. August 2018

"Sowas" von Deutsch

So etwas von Deutsch
(ein Nachschlag)
Wir haben doch alle persönliche Schwachpunkte in unserer gewiß schwierigen Sprache; bei mir z.B. das Quiz, das Virus, aber der Tunnel und der Kiosk: für andere sicherlich schwer nachvollziehbar, aber es ist halt so. Bei anderen verbessere ich selten, außer ich halte es für wichtig, beispielsweise wenn die Frisörin das Pony sagt und nicht das kleine Pferd meint, sogar bei mir als klassischem „Oben-Ohne-Model“ ein Thema, wenn auch eher als „Running Gag“ (also: der Pony kann so bleiben, er wird bei mir nicht so schnell grau etc.).
Kiebig hingegen werde ich bei Sprachprofis (Moderatoren, Reportern, Journalisten) – da wurmt es mich total. Wir haben hier einerseits das übertriebene Verdoppeln (vorprogrammieren, zurückerinnern, Supergau). Andererseits, wenn auch in der Kürze die Würze liegen soll, so nervt es mich total, wenn linkisch verkürzt wird: Ich erinnere (ja wen denn, verflixt?), oder an der Börse es ändert (sich, Mensch – sich!), aber die Anglizismen REMEMBER und CHANGE haben alles infiziert; die angestrebte Internationalisierung ist für die vertraute Sprache eine schlimme Seuche. Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie haben die saudämlichen Söldner im Fußball viel Dreck ins Land gebracht (isch hab Vertrag)- gruselig. Und mit dieser beharrlichen Blödheit stecken sie uns auch noch an; zunächst unsere heimischen strunzdoofen Kicker, die flächendeckend auf die Rückbezüglichkeit verzichten. Internationales Importgut – aber wir haben auch eigene „Koniferen“, wie diesen kaum erträglichen Oliver Kahn, seines Zeichens Abiturient und Eiermann – bei der WM kommentierte er jüngst, es werde gehandelt „mit Power UND Kraft“. Damit ist er dicht an: „Ohne Fun kein Spaß“.
Kinder sagen „Darf ich ein Eis?“ Das kann witzig sein. Aber ich fürchte, Kinder und Ausländer „lernen uns“ neues Deutsch. Und wir machen mit, vieles wird als erfrischend neu übernommen. Neulich habe ich noch in einer Doku-Soap vernommen: „Isch helfe, wo geht!“ Eine halbherzige Stenosprache, und die greift dann als neue Umgangssprache rasant um sich. Gut, das wir seinerzeit die Ossilanten („Brüdern und Schwesters“) nicht mit ihrem Abkürzungsfimmel einverleibt haben.
Zurück zum Börsenbericht, den muß ich vor den Nachrichten in Kauf nehmen – und sie sprechen nicht frei, sie haben ihren Text ablesbar vor sich. Und was steht da? Das ist eine schwierige Frage (ich bin sicher, auch wenn ich nicht vom Fach bin, die Frage ist nicht schwierig, die Antwort hingegen fällt schwer…Und die Eigenheit, vom gestrigen, heutigen und morgigen Tag zu reden – da fehlt mir nur noch das wochenendige Wochenende.
Und immerzu die dubiosen Anhängsel (also nicht die mediterranen „eees, äääs, iiis“): beileibe nicht immer nur von Fremdsprachlern, ich meine die allerkühnsten Mehrzahlen eigener Prägung. Knaller der letzten Zeit von ReporterInnen: Sex ohne KondomeN, Andere MütterN haben auch schöne Töchter – so in etwa diese Liga. Ich zucke bei der unheilvollen Steigerung im unsauberen Sprechen nur noch zusammen (mitunter gibt es für mich Tage, da ist es wie Schüttelfrost). Wie eine Pest, für offene Ohren immerzu und überall vernehmbar.
„Vielen Neubürgern erinnert Vertrag“ – fast eine Quizvorlage: Welches Wort ist fehlerfrei gesetzt? Ich weiß nicht, was soll es bedeuten. Der sprachliche Flurschaden ist immens.
Verständnis aus formaler Logik könnte ich ja noch haben, wenn von einem Mädchen die Rede ist und ihr Kleidchen statt sein Kleidchen gesagt wird (oh, die automatische Rechtschreibprüfung bemängelt in diesem Moment tatsächlich nicht IHR sondern SEIN; interessant). So weit sind wir also schon. Kindermund läßt einen lächeln, aber meiner Mutter war vor sechzig Jahren gar nicht zum Lachen, als ich nach Hause kam und erzählte, was uns „die Frollein“ beigebracht hatte. Ich war wohl meiner Zeit voraus. „Sie lernte uns“ – ob meine Mutter auf „ES lehrte uns“ berichtigt hätte – „ich erinnere nicht“.
Gewiß, Deutsch ist nix für Deppen (Isch lerne dir guten Deutsch!). Aber erkläre mal eine/r einem Ausländer die abweichende Betonung bei folgendem Satz: Michael Jacksons Hochzeit fand in der Hochzeit des King of Pop statt. Und die Finessen unserer Groß- und Kleinschreibung (mein unsterbliches Allzeit-Lieblingszitat): Ich hatte in Heidelberg liebe Genossen …oder Liebe genossen. Auch amüsant, irgendwie. Aber doch so wichtig für die Klarheit im Schreiben (gelesen, in der Betonung, klare Sache)!
1960 wurden wir in die Sexta eingeschult. Wir lernten gleich zu Beginn die zehn Wortarten, z.B. Hauptwort /Substantiv, Eigenschaftswort /Adjektiv, Tätigkeitswort /Verb etc. – und die erste Wortart, die hieß: Artikel. Nur Artikel – denn „Geschlechtswort“ war irgendwie unerhört. Heute herrlich komisch und ich frage mich nun allen Ernstes: wieso hieß die Klasse „Sexta“ – uiuiui! Da hatte man aber irgendwie nicht so ganz in der herrschenden Prüderie aufgepaßt. Nur muß ich zugute halten: das Thema SEX kam damals irgendwie noch gar nicht vor – und Simsalabim! …trotzdem sind wir, o Wunder, alle entstanden.

Freitag, 6. Juli 2018

Ja, wo bleiben sie denn?

Ja, wo bleiben sie denn? *

Jede und jeder, also man könnte auch ALLE sagen, die mich näher kennen, wissen um meine unendliche Menschenliebe. Besonders Leute mit einem hartnäckigen missionarischen Eifer sind mir eine Gabe Gottes, da lacht mir gleich die schwarze Seele.
Früher, wenn sie im überschaubaren Rudel schellten, riß ich die Haustür auf und schmetterte ein „Grüß Gott – ohje – oh mein Gott….“ und schloß die Pforte. Wenn ich auch ihre frömmelnde Blässe nicht durch das Glas meiner mich wieder mal schützenden Tür erkenne, so ist mir die Familienaufstellung im begrenzten Rahmen sogleich Information genug. Aha, die schon wieder.
Manchmal sagte ich schon in einer undefinierbaren Sprache mit eingestreuten Brocken Kauderwelsch vom Feinsten: „Kawa la bugli?“ Ich lasse dann ein wenig Zeit zur Besinnung, fahre aber selber fort, indem ich auf mein Türschild weise und erkennend Verständnis heuchele: „Ah, BÄÄÄcher, Becher nix da – ich Gäääärtner!“ Und dann sehe ich ihre demütigen Äugelein zu dem sie umgebenden, ich kann es nicht anders beschreiben als „Dschungel“, durchaus irritiert umher schweifen – sie weichen betreten, nachdem ich nun meiner Auskunftsbereitschaft Genüge getan habe. Diese Form der Begegnung erfuhr vor einiger Zeit eine neue Dimension, als, für mich ein wenig überraschend, einerseits der Bote der Selbstgerechtigkeit zur andererseits Modeikone der frühen Fünfziger im Russland-Deutschen-Chic sagte: „Komm, der verarscht uns doch nur.“ Und ich, vom Schlag getroffen zusammenzuckend, die Augen zunächst verengend, dann aber mehr und mehr weitend: „Arsche? Arsch…ick???“ Und dann ein Stakkato der finalen Art all meiner Buchstabensuppen-Bilanz: „Pukrtzczkowiszikipolamo-„KRZTSCHIKAMBOLIZDASZIM!!!“ – ich kann es nicht mehr so ganz genau wiedergeben.
Gerade „Pocher and Friends“ sind ja von der hartnäckigen Sorte. Dieses Paarlaufen macht betroffen, und schon gerade nach dem Limburger Fuzzi der eigenen aus Dusseligkeit bis dato beibehaltenen Couleur ist mir auch praktizierendes Fußvolk jedweder Richtung ein Dorn im Auge. (Wenn sie im Stillsteher-Stil an städtischen Ecken nicht im Weg sind und nur ihre Zeit runter reißen, geht es ja noch – aber zurück an meine Haustür der Begegnung.)
Meine ganz neue Masche, Beglückt neige ich nach Öffnen meiner Pforte der Gegenbekehrung den Kopf zur Seite, lächele allerliebst und hauche in meiner bekannt gütigen Art: „Willkommen, Schwester und Bruder – lasset uns zunächst ein Gebet sprechen“ – ich falte die Hände und ehe die völlig Verdatterten ihre neue Botschaft auch nur ahnen, kommt sie auch schon: „Herr, unser grundgütiger Herrscher und liebender Gott – bitte nimm unverzüglich diese ungerufene Plage von meiner Tür!“
* Versuch eines sehr freien Zitates

Dienstag, 6. März 2018

die Elastizität des Herzens

Herz(stöhn)

Höre auf dein Herz
(grübel)
Hinterfrage dein Herz
(seufz)
Sei voll des Herzens
(ächz)
Folge deinem Herzen
(hechel)
Erleichtere dein Herz
(kotz)
Sei frohen Herzens
(jodel)


(Und lebe deinen Traum)
YIPPIE!!!

Donnerstag, 22. Februar 2018

Zuverlässig geregelte Alltagserwartung

Der Heimkehrer
Wenn ich von einem Winteraufenthalt zurückkehre, begegne ich früher oder später meiner Nachbarin aus Thüringen. Und so kommt es seit Jahr und Tag zu einer regelmäßigen Wiederholung. Diesmal habe ich es erweitert – es wird nicht wieder geschehen…schätze ich mal.
Ach, Herr Becher, Sie sind wieder da? Waren Sie wieder in MaLLorca?“
Erstens ja, zweitens nein: ich war, wie immer, AUF La Palma.
Ach ja stimmt, Las Palmas – ich kann es mir so schlecht merken. Manchmal sage ich ja auch Teneriffa, nicht wahr?“ (kicher, kicher)
Ich bin ehrlich gesagt schon froh, wenn Sie nicht Madagaskar oder Borkum sagen.
Aber schön braun sind Sie! Es war bestimmt schööön sonnig?“
Ja, das ist so in der Sonne, dort. Aber ich habe eh eine Grundbräune, mein Migrationshintergrund.
Wie?“
Nun ja, meine Eltern – Ostpreußen und Schlesien – der braune Osten.
Aber…“
Pardon, nicht Osten – Ferner Osten natürlich. Oder sollte ich sagen: Entfernter Osten?
Ich hab noch zu tun.“


Samstag, 3. Februar 2018

Depressionen

Die Sache mit dem verschlossenen Haus
(ein kurzer Abriß zur Verständlichkeit)
Depression? Kopf hoch, einfach mal zusammenreißen – fertig. Danke, das hilft ungemein, muß einem ja nur mal gesagt werden.
Heutzutage wird schon mehr verstanden, dennoch mache ich hier nun den Versuch, es ganz einfach zu erklären. Und was läge näher, als sich der Materie mit einem uralten Witz zu nähern: Was ist der Unterschied zwischen geistiger und seelischer Erkrankung? Der Geisteskranke antwortet auf die Frage, wieviel ist zwei und zwei : „Es ist Quadratur aus der Tomate Bio-total 123xy45 aus der Quotientenwurzel Hauptbahnhof minus Pi hoch 0,wx5“ …und endlos so weiter. Verrückt. Der seelisch Kranke antwortet:“Zwei und zwei ist vier….aber (seufz) das macht mich soooo ungeheuer traurig…“
Ich schildere es zumeist so, was Depression ist: Der Erkrankte schließt sich im Haus ein und wirft den Schlüssel aus dem Fenster auf die Straße. Unverständlich, natürlich, es ist ja auch krank und diese Form der Erkrankung nicht gegenständlich „begreifbar“ wie beispielsweise Aids, Krebs, Herzleiden oder Lähmung. Es ist nicht faßbar, nicht körperlich – und genau das macht es so verdächtig. Und wenn uns etwas suspekt erscheint, da machen wir einen Bogen, schauen weg, wir können nicht damit umgehen, weil wir es uns nicht vorzustellen vermögen. Da liegt also ein Schlüssel auf dem Weg, der nicht groß bemerkt wird, und es wird darüber gefahren, hinweg gehastet, ab und an weicht jemand aus. Manchmal legt ihn irgendwo jemand auf ein Mäuerchen, dann weiter im Trott. Der Therapeut, es ist ja sein Beruf, hebt den Schlüssel auf, steckt ihn ins Schloß, öffnet, ruft und erstellt die Rechnung – und es liegt am Erkrankten, ob er das Haus verläßt.
Und dann gibt es noch die ganz wenigen, erlesenen Menschen, die kommen herein und begleiten mit vollem Herzen den Eingeschlossenen aus dem Haus heraus.
Und für EUCH, die ich zuletzt geschildert habe, schreibe ich. Alle, die mögen, können meine Texte lesen – aber gewidmet sind sie diesen besonderen Menschen.


Donnerstag, 11. Januar 2018

Mein Onkel, der olle Stromer

Mein Onkel, der olle Stromer

Vor Jahren besuchte ich meinen Onkel Heribert im betreuten Wohnen – und ein Abgrund tat sich auf. Vorausschicken muß ich, daß er dort seit einigen Jahren eine kleine Wohnung im Seniorenzentrum mit seiner Lebensgefährtin Olga teilte (Tante Irmi hatte er bereits entsorgt – ja, klingt heftig, aber er war auch eine schlimme Nummer, eine harte Nuß sozusagen), und Olga hatte es sich auf die Fahne geschrieben, ihn zu überleben, aus welchen Gründen auch immer. Sie war acht Jahre jünger, die Chancen schienen gut zu stehen. Aber dann kam dieser dezente Hinweis von ihr am Telefon, ich sollte mal kommen um zu schauen, mehr wollte sie nicht sagen.
Es war der zweite Weihnachtsfeiertag. Ich war bei Onkel Heribert schon viel gewohnt, wir pflegten die letzten Jahre so einen lockeren Kontakt, seit ich in den Ruhestand gegangen war, und der nun Achtundachtzigjährige war auch immer für amüsante Überraschungen gut. Es war Nachmittag, wir aßen Kuchen, auf dem Adventskranz flackerten die bläulichen Flämmchen, alles schien gut. Sonderbar war nur diese kurze Illumination des Christbaumes – also: ich sollte hinschauen, er steckte den Stecker in die Dose, fragte: „Gesehen?“ und schon zog er ihn wieder heraus. Nun gut, wir hatten ja die 4 Kerzen, aber schade, das Tännchen hätte doch weiterleuchten können an diesem trüben Tag. Und es war doch noch Weihnachten! Dann stand ein alter Rühmann-Film an, ich hatte eben die Balkontür wegen des Rauches der Kerzen geöffnet, als mir auffiel, wie er auf seine Armbanduhr schaute und zackig die Stromverbindung herstellte, der Film begann punktgenau. (Das hatte sich übrigens gegenüber früher geändert: Was hatte ich stets gelacht, wenn er die Tagesschau anmachte, auf die Sekunde und sich aufregte, wenn die erste Meldung schon lief…“ Die haben wieder früher begonnen!“ Für mich ein sich garantiert wiederholender Witz.) Wir schauten jetzt verbissen die alte Komödie, wohl eine unmißverständliche Bedingung von Olga, obwohl er meinte, den schon gesehen zu haben und entsprechend unruhig auf seinem Sessel herumrutschte. Jedenfalls war klar, gleich war er zu Ende, da stand Onkel Heribert schon neben der Steckdose – exakt mit Beginn des Abspanns riß er den Stecker raus. Danach erst drückte er den Schalter am Fernsehgerät, und damit ließ er sich dann Zeit.
Es setzte so langsam die endgültige Dämmerung ein, aber mein dezenter Hinweis auf ein wenig erhellende Unterstützung mittels Lampe wurde schnell übergangen mit: „Geht doch noch!“ Nun ja, an den Silhouetten erkannte ich, wer sich wo befand. Schwieriger war es für mich, das Klo, nach innen gelegen, aufzusuchen. Ich hatte den Schalter für das Licht unbesorgt angeknipst, saß noch nicht richtig, da ging das Licht aus und er reichte mir eine Laterne hinein. Die sollte ich mit rausbringen, das machten sie immer so. Nun tauschte ich, soweit erkennbar, Seitenblicke mit Olga, die hinter seinem Rücken mit dem Kopf nickte; ‚na, was habe ich gemeint‘ sollte das heißen, und es wurde mir immer mehr bewußt: Wir befanden uns in einer ganz neuen Dimension. Wir saßen nun um die unbestreitbar schöne Lichtquelle herum. Als wir den Tisch abräumten, nein, kein Licht anmachten: die Laterne stellte er seitlich auf die Arbeitsfläche, wo die Stecker von Toaster, Radio, Kaffeemaschine und Mixer aufgereiht lagen: vor den Steckdosen. Als ich ihn darauf ansprach fragte er mich, ob ich es denn nicht in der Verbrauchersendung gesehen habe: Stecker stets ziehen, sie holen auch bei nicht eingeschalteten Geräten Strom! Sein Thema wohl, er klang beschwörend. Er sei geradezu ein Feind dieser unseligen „Stand-by“-Kontrolllämpchen! Das plättete mich nun doch ein wenig. „Ja, Waschmaschine, sogar Nachttischlämpchen – alles ohne direkte Verbindung zum Stromlieferanten!“ es klang aus dem Munde von Olga tragikomisch. Sein Credo: Erst Stecker ziehen, dann den Ausschalter. Ich mußte tief durchatmen, damit der Lachanfall sich löste. Ernüchtert war ich, als ich erkennen mußte, daß er es gar nicht als Spaß meinte, sondern weiterpredigte, daß es nichts mit Geiz zu tun habe, selbst den Umweltschutz hatte er nur nachrangig in seiner Begründung: Es gehe ihm darum, ein Beispiel zu geben für die anderen Wohneinheiten. Sein Ziel war der geringste Stromverbrauch des ganzen Blocks. Er liege an zweiter Stelle, gleich nach Wohnung zwölf. Olga erklärte, diese stehe leer wegen dringender Renovierung. Nur ab und an werde dort ein elektrisch betriebenes Werkzeug angeschlossen. Das klang nun mächtig beeindruckend.
Eine zweite Laterne mit Teelicht war ihr Geschenk für ihn, er soll sich noch nie so über seine Weihnachtsüberraschung gefreut haben. Ich stellte mir vor, wie die alten Leutchen, ohne Deckenlampen einzuschalten, abends mit Laternen herum wandelten. Sie erwähnte, nicht ohne eine Spur von Spott, daß sie ihm die Fackel, die er anfangs zum Einsatz brachte, schon hatte austreiben wollen – und nach dem Zimmerbrand war es ihm auch beschwörend von der Hausverwaltung nahegelegt worden. Auch dürfe er nicht die Glühbirnen aus den hauseigenen Lampen entfernen! Offenbar war man hier so einiges gewöhnt – von Heribert im Besonderen.
Ich stellte mir vor, er würde mein Haus sehen, diese ganze Technik mit all den Lichtlein – es wäre zu viel für ihn, mit Sicherheit. Ich verabschiedete mich. Beim Verlassen des Wohnzimmers erleuchtete ich noch mal den Weihnachtsbaum. Er kam spornstreichs herbei gehechtet, ratz, Stecker raus, ich hätte doch den Baum schon gesehen – und es klang enttäuscht, ob ich denn so gar nichts begriffen hätte. „Ich wollte ihn nur noch mal sehen“, grinste ich und beendete meinen Besuch.
Sie brachten mich mit der Laterne zur Tür, wir verabschiedeten uns und der Tausch der Blicke mit Olga beinhaltete ihrerseits so ein ‚Ich laß mich nicht unterkriegen‘ und ich mußte auf einmal süffisant denken, wenn sie ihn mit Beharrlichkeit bezwungen hatte, also überlebt – ihr würde wirklich und wahrhaftig ein Licht aufgehen.

Freitag, 3. November 2017

Herr Lehrer, ich weiß was!

Gruseliger wie Gespenster-Hallowien
(so shreklich kann es zugehen – ein Deutsch-Quitz)
Dabei ist doch dieser „herrliche Import-Festtag“ schon vorbei – letzte Nacht ereilte mich der Giga-Mega-Super-GAU: auf einmal …kein Fernsehempfang! Das Einzigste, was mich aber so richtig ausrasten läßt. Ich hatte doch das Film-Highlight ever vorprogrammiert, und nun das! Am liebsten hätte ich sofort die Rückerstattung der Gebühren gefordert, dachte aber daran, es hätte ja der Tornadoorkansturm die Kabelleitung abgetrennt haben können – und dann kämen die orangenen Overalls und ich könnte mich froh schätzen, wenn ich das nicht mit Geld zu bezahlen hätte! Ich erinnerte mich zumindestens zurück, daß Mann persönlich selbst haften tut für die Schäden, die die Versicherung nicht erstattet.
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Viel Spaß bei der Korrektur!
(kleine Hilfe: ein gutes Dutzend Fehler schreit unabdingbar nach Abhilfe, sogar einige mehr zu entdecken ist für Sprachtüftler möglich)


Samstag, 7. Oktober 2017

Flohmarkt mal wieder

Flohmarkt mal wieder
(diesmal von der anderen Seite gesehen)
Ich sehe den Yuppie-Schnösel schon aus zig Metern Entfernung nähertänzeln. Er geleitet eine Grinse-Tussi, in seinem Besitzerarm eingewickelt – sie ist durch und durch blond, das kann ich schon hören.
Ausgerechnet an meinen Bücherkisten verharren sie; also er stoppt den Zweierverbund, mich schräg und schnell geringschätzig musternd. Er hat schon jetzt die volle Punktzahl bei mir.
Schauen wir mal, was wir hier so haben.“ Er klingt genauso wie er ausschaut, großkotzig, scheinbar jovial, selbstverliebt. Oh ja, so einen mag ich auf Anhieb.
Dürrenmatt, na wer sagt‘s denn!“ Natürlich näselt er modern. Prompt hebt sie entsprechend quäkend und kichernd zu „Dürr-was?“ an, da blättert er durch die gebundene Gesamtausgabe; er hat ihr den Schutz seines rechten Armes entzogen, sie schmiegt sich sofort an ihn, weiß so gar nicht, wohin sie schauen soll - ins Buch auf keinen Fall. Sie schaut für alle Fälle zu ihm hoch. Ich warte, daß sie keck ein Beinchen hochstellt – na, kann nicht lange dauern.
Wieviel?“ fragt er hochmütig, und ich weiß, die drei Euro akzeptiert er nicht, er will sich ja in seiner Selbstbewunderung produzieren – und mich nebenher noch vorführen.
Was? Hab‘ ich richtig gehört? Soso, drei Euronen. Nicht gerade meine Preisvorstellung, ist ja hier keine Buchhandlung – kann man am Preis noch was machen?“ Affektiert und breit grinst er mich mit seinem blendend weißen Zahnpasta-Reklame-Gesicht an, derweil sie mit offenem Mündchen aufgeregt von ihm zu mir mit törichtem Augenaufschlag schaut. Er überfliegt das Inhaltsverzeichnis, meint nun glänzen zu müssen und schnarrt: „Nicht mal Es geschah am hellichten Tag ist drin!“ Ich gebe ihm zu verstehen, daß die Novelle im Original schließlich Das Versprechen heiße. Schnell geht er über meinen Einwand hinweg und wendet sich an seine gickelige Schnepfe. „Hat er für den Rühmann geschrieben, weißte!“ Sie schaut ihn leer an. „Der Filmklassiker – kennste!“ schickt er nach, immerzu sich eine Gel-Tolle vom linken Auge streichend. Mir wird langsam schlecht, ich halte mich aber zurück. „Was Du auch alles weißt, Schnucki!“ zirpt sie ihn schmachtend an.
Also – neuer Preis?“ Sogar durch Hochziehen der Augenbrauen versucht er sich noch größer zu machen. Ist das Kajal an seinen Augen? Vor mir hat sich nun ein Prachtbild von einem ewig jugendlich dynamischen Mann mittleren Alters aufgebaut, wie ein entlaufener Kleiderständer mit den angesagten Marken. Bestimmt Abiturient fürs Leben. Der Drei-Tage-Bart hat sicherlich viel Aufwand erfordert. Oh, wie bin ich oller Bücher-Verscherbeler beeindruckt. Wo er sich doch bereits als versierter Literatur-Durchblicker zu erkennen gegeben meint.
Klar doch“, sage ich, „am Preis kann ich was machen – sagen wir, weil Sie es sind: drei fünfzig?“ Er ringt nach Luft, mies gespielt wie von einem zweitrangigen TV-Soap-Darsteller. Die Anschmiegsame scheint meine kühne Forderung sogar leidlich verstanden zu haben, reißt Augen und Mund auf und kichert mit ihm irritiert um die Wette, voller Verunsicherung den Blick hin- und herwerfend. Bestimmt geraten beider Duftwolken nun durcheinander.
Also klar Meister – nach unten natürlich!“ Beide verdrehen einträchtig die Augen. Er weist herrisch mit vermutlich manikürten Fingerchen auf den Boden vor sich.
Ich schaue kurz aber betont über meinen Stand hinüber, direkt vor den beiden auf den Boden. „Nun gut, ich will nicht so sein, kann Sie doch gut verstehen – wir sind bei drei fünfzig – ich gehe runter auf … drei Euro – mehr Entgegenkommen ist aber nun wirklich nicht drin.“ Tückisch mache ich eine Kunstpause. „Hören Sie mal genau hin, kriegen Sie es mit?“ Verschwörerisch vereinnahme ich beider Aufmerksamkeit. „Können Sie es hören? Bis hier ist es zu vernehmen.“ Zwei blöde Gesichter starren mich an. „Hören Sie mal…“ Gebieterisch hebe ich einen Zeigefinger, unwillkürlich kommen die beiden teuer frisierten Köpfe ein wenig näher – und ich wispere unheilschwanger: „Meine Kinderchen schreien nach Brot.“
Er greift sein Blondchen so plötzlich, daß sie fast hinfällt, ehe sie wieder ihre Stöckelschuhe staksig in tackernden Trippelschritt bringt. Ihr Seitenblick streift mich voller Verachtung, als wäre mir das Geschäft meines Lebens entgangen: das habe ich nun davon. Irgendwas flucht er höhnisch prustend vor sich hin und findet wohl auch Beschreibungen für mich, denn sein Liebchen pflichtet ihm eifrig bei.
Sicherlich werde ich heute Abend wieder mit Tränen im Bett liegen – vor Lachen.

Mittwoch, 27. September 2017

Die Crux in der Kunst

Die Crux in der Kunst
(hier am spezielle Beispiel von Literatur und Film)


Nicht auszudenken, eine Weltgeschichte der Literatur (gilt übrigens auch für die Welt des Films) – OHNE Schilderung des eigenen Lebens der Schreibenden – und damit verbunden deren persönliche Umfelder: Familie, Beruf, eben die sie umgebenden Menschen, gemachten Erfahrungen und deren Erlebnisse. Da bliebe nicht viel übrig, glauben Sie mir.
Mir fällt da soeben Berthold Brecht ein, der sinngemäß verlauten ließ, für die Familie des Dichters sollten dessen Bücher verboten sein. Ich hole weiter aus: Dem ganzen Umfeld des Schriftstellers sollte der Zugang unmöglich gemacht werden, es wäre friedvoller. Es liegt doch auf der Hand, alle wollen nur zu gerne alles wissen: Aber nichts so wirklich über sich selber, fühlt sich doch gleich jede und jeder falsch dargestellt, auch wer nur im Ansatz als Orientierung erkennbar zu sein scheint (und der Knaller: manche erkennen sich selbst gar nicht als Vorlage – aber hämisch die anderen drum herum!).
Fast alle mögen Krimis – keiner würde aber gerne Täter oder gar Opfer sein. Begeistert in die Töpfe anderer reinschauen, völlig klar, nur „in mein Dippe aber schaut mir keiner!“ Es ist die Natur des Menschen, neugierig zu sein, aber gerne die eigene Privatsphäre weitgehend zu wahren. Es gibt hierzu wunderbare Anekdoten aus der Literaturgeschichte (z.B. Thomas Mann am Krankenbett von Gerhart Hauptmann, der sich später im Werk seines Nobelpreis-Nachfolgers wiedererkannte, sich unvorteilhaft geschildert empfand und es diesem bis ans Ende seiner Tage verübelte). Köstlich, noch in den höchsten Regionen der Literatur diese Eitelkeiten! Niemand ist also frei davon.
Ach, Hand aufs Herz: Nahezu jeder Mensch sieht sich im Grunde gerne gut wahrgenommen, doch bitte überaus positiv – möglichst im eigenen Sinne.
Was hierbei nicht bedacht wird, ist die nüchterne Erkenntnis, daß es stets nur DIE EINE Wahrheit ist. Es gibt mehrere – nämlich so viele, wie es Sichtweisen gibt. Und da rede ich noch nicht einmal von künstlerischer Freiheit, vom Verfremden, von Phantasie, oder einfach nur dem Hinzufügen oder Weglassen.
Es ist wie bei einem Unfall mit den Zeugenaussagen: Jeder hat es anders wahrgenommen, stellt Details anders dar, meint sich an etwas mehr zu erinnern oder weiß von irgendetwas nichts – gezielt oder unbewußt auslassend.
Nehmen Sie eine einfache Liebesbeziehung zwischen ZWEI MENSCHEN (an dieser Stelle bitte beachten: mein Bemühen, gendergerecht zu formulieren - irgendeine Spitze muß schon sein) – an die gemeinsame Liebe ist viel an beiden subjektiven Erinnerungen deckungsgleich, aber hören Sie mal beide Seiten, wenn es den Bach runtergeht…objektiv geht mit Sicherheit gar nichts!
Reine Phantasie ist kaum machbar. Immer wird alles irgendwie und durch irgendwas beeinflußt (nicht nur im Zeitgeschehen, dies gilt auch für das Genre mit utopischen und weltfernen Irrealitäten). Denn der Mensch, der schöpferisch tätig ist, kocht letzten Endes auch nur mit Wasser. Aber irgendwo muß er es auch herholen. Niemand wird von Luftsuppe satt. / Nahezu ausschweifend habe ich mich schon ganz früh hierzu ausgelassen*
Mit anderen Worten: Für jedes GELUNGENE literarische Erzeugnis (gilt auch für Filme) wird es Beifall geben, Lobhudelei auf breiter Front – aber irgendwo in einer Nische… wird geschmollt. IMMER! Und mit diesem Risiko leben AutorINNen (ich habe es wieder getan) wie Filmschaffende. Und nun sage noch einer, es sei kein gefährlicher Beruf!


*Über das Schreiben, die Literatur und das Menschsein, Essays und Dissertation
(1969 - 1974)

Montag, 18. September 2017

Besondere Eigenheiten

Marotten, Macken, Spleene, Ticks
(die kleinen Unterschiede)
Bei Kolumnen gerät man schnell ins Labern, Gedanken frei Schnauze absondern, auch grobe Klarheiten nicht nur für andere locker bekakeln. So geht es mir hier um die Gleichheit der Menschen. Ja, Grundgesetz: Alle Menschen sind gleich – der Gleichheitsgrundsatz – was aber bedeuten soll, daß alle von gleichem Wert sein sollten. Kühnes Ansinnen, aber daß sich alle gleichen, ist eh eine Phantasie. Ich will nun gar nicht mit Fingerabdruck, Iris und was es sonst noch so an individuellen Merkmalen gibt anfangen, es reicht, die einzelne Kreatur zu betrachten: „NiemandIN“ (der mußte nun sein, wie gesagt, Kolumne) gleicht auch nur sich selber (die zwei Hälften des Menschen: absolut nicht symmetrisch). Und das sind ja nur Äußerlichkeiten. Was hier mein Thema sein soll, sind lediglich die inneren „Werte der speziellen Art“.
Vor vielen Jahren hatte ich ein launiges Gespräch mit dem Personalchef, der verbal die Hände über dem Kopf zusammenschlug, was für ein schräger Vogel sein Vater sei: der decke abends immer schon den Tisch für morgens …Teller, Tasse, Besteck – ein Ritual in einem Zeitwert von rund zwanzig Sekunden oder so. Er lachte über seinen alten Herrn; daß er dessen Verstand aber in Zweifel zog, war unüberhörbar.
Ich hörte es mir an, dachte an meinen Vater, der als letztes Familienmitglied zu Bett ging, zuvor aber noch an der Wohnungstür, leise zählend, fünfmal die Klinke runterdrückte und rüttelte, was das Zeug hielt. Meine Mutter fiel mir ein, die auf wenig im Leben bestand, allerdings Wert darauf legte, daß die Küchenuhr, IHRE UHR, stets zehn Minuten vorgestellt zu sein hatte – und da verstand sie keinen Spaß, wenn man auch nur wagte, daran zu rühren ( ihre Begründung war der sie so gnädig erleichternde Moment: „Mein Gott, schon sooo spät – ach nein, sind ja noch zehn Minuten mehr Zeit!“). So lebten wir – und damit lebten wir. Wem schadet das?
Ich kommentierte das vorwurfsvolle Entsetzen des vorgesetzten Beamten nicht weiter, warum auch, gehörte er doch zu denen, die ich auch heute noch im nostalgischen Berufsrückblick allgemein als erträglich bezeichnen kann (und das ist gewiß eine gehobene Kategorie).
Ich erwähnte meine Eltern also in dem Moment nicht, was mit Sicherheit ein beflissener Radfahrer spornstreichs arschkriecherisch getan hätte. Viel naheliegender war für mich ihm klarzumachen, daß ich das prima fand, das mit seinem Herrn Vater – und daß ich es auch so handhabe (was damals, ehrlich zugegeben, noch nicht zutraf). Er erschrak ein wenig, da ihm auch nur der Ansatz zur Einsicht in das befremdliche Verhalten völlig abging. Ich erklärte es ihm: Wenn man ein wenig zur Melancholie neigt, und ich rede hier nicht von Depression, dann ist dies ein momentanes Gefühl der leichten Befriedigung sich zu vergegenwärtigen, es ist schon etwas „vorbereitet“ – man fängt also den Morgen nicht bei NULL an, es ist schon etwas zu sehen, bereits getan. Der alte Herr hat sich selber den Anstoß für den Tag gesichert. Ich rieb ihm nun nicht unter die Nase, daß sein Vater schließlich Witwer sei, ob er daran gedacht habe. In meinen Augen verschaffte sich der gute Mann damit eine kleine Lebenshilfe, eine Krücke.
Natürlich begriff es mein Gegenüber nicht, und so vertieften wir es auch nicht – es ist wie der Streit um Kunst, Geschmack schlechthin – es bringt nichts. ManIN (noch mal so ein kleiner Kick!) fühlt es – oder auch nicht.
Wann ich wirklich begann, abends und seit einigen Jahren sogar in der Nacht, Vorbereitungen für den kommenden Tag zu treffen, weiß ich nicht mehr genau zu sagen – aber es hilft mir: Ich helfe mir also selber. Ich saufe nicht, rauche rein garnichts, ich schlucke auch keine nennenswerten Pillen, aber ich verfüge über meine eigene Lebenszeit nach meinem Gutdünken.
Schön, keine Rechenschaft schuldig zu sein / reine Vernunft offenbaren zu müssen. Der Wert, den auch nur so eine kleine Eigenheit hat, den kann eine außenstehende Person ohnehin nicht nachvollziehen – also. „so what“, wie es so schön neudeutsch heißt.