ICH, der giftzwergMÄÄN, habe auch DICH im Auge! Eigentlich UNS alle.
Mein giftiger Stinkefinger ist die boshafte Kolumne/auch Satire, zuverlässig "politisch inkorrekt" *
- ein Ventil zum Alltäglichen in unserer Zeit u. Welt. Und natürlich bin ich, wie jeder andere auch, in letzter Konsequenz mitunter widersprüchlich. Das ist unumgänglich - niemand ist frei davon!
Es geht hier nicht in erster Linie um die ganz großen Themen der Zeit/Probleme der Menschheit - die tagtäglichen Ärgernisse sind es, die bei mir nach einem Regulativ schreien – Berichte aus einer oft schon recht madigen Welt.
Gut, ich könnte es abperlen lassen, cool darüber stehen, den "Geht-Mich-Nix-An" mimen, man kann es zeitgemäß optisch und akustisch verdrängen, damit es einen nicht krank macht – Ohrstöpsel, Glotze, die heute gängigen Ablenkungen also. Oder hier, mein Versuch: Einfach mal auskotzen - mich ohne Bedenken und bangevolle Rücksicht freimachen - für das eigene Dasein eine Schadensbegrenzung vornehmen - nach dem Motto "Alles muß raus!" Das kann sooo gut tun, mir behagt das letztlich.

Aussprüche, die mir hierbei helfen:
"Das ist der ganze Jammer: die Dummen sind so sicher und die Gescheiten voller Zweifel."
(Bertrand Russell)
Ich sage: gehen wir hin und zweifeln alles an, Grund genug besteht!
"Satire darf alles" meinte Tucholsky's Kurtchen.
Das hatte ich lange Zeit bezweifelt, unter Vorbehalt gesehen, aber jetzt sage ich:
Gut, der Mann!

*political correctness ... soll ein Fremdwort bleiben


Sonntag, 14. Mai 2017

ESC

ESC
Singsang und mehr nach „Europa“-Art
Ganz auf die Schnelle ein paar Gedanken zu diesem Spektakel (welches ich jedes Jahr geschaut habe – bislang – dieses Jahr aber bewußt gemieden habe: ich weiß doch seit zig Jahren, wie es läuft).
    Nun also soeben im Internet nachgeschaut – vorletzter Platz für die Melanie-Müller-Kopie, wer auch immer das dieses Jahr war. Tja, Leute in der deutschen Hilflosigkeit, das Schema müßte doch hinreichend bekannt sein: Germany funzt bei „Twelve Points und Duuuzse Poäääääns“ lediglich beim deutschen Mädchen Konzept (das German Frollein) – beziehungsweise halbwegs platziert beim typisch deutschen Schwachsinn, also Nicole bzw. Lena oder Guildo Horn, Raab oder andere „Witzischkeiten“. Nun, Nicole könnte nochmals als Tante Hedwig kommen oder Lena zweimal, damit man sie einmal sieht, nein das scheint bei beiden auch wirklich vorbei zu sein – und die Vollpfosten werden schon längst von anderen Nationen gestellt. Sollen wir das bedauern?
   Ich mag den Scheiß einfach nicht mehr gucken – und diese Punkteschiebereien unter Nachbarnationen sind nur noch ätzend in ihrer Absehbarkeit – und zwar schon seit vielen Jahren. Gut scheint es nur noch für Herrn Urban, der hier seine Besoldung sichert; ob sich aus dem stets verregneten Hamburg wieder die Walküre Schöneberger bemühte, weiß ich nicht mal. Der Schlager-Siegel soll übrigens auch noch leben.
   Nach Israel und Australien sollte mal der Farbe wegen Togo oder Ghana europäisiert werden, sonst weiß ich auch nicht weiter und schließe damit: Gute Nacht, Deutschland.
   (Unsere einfältigen Zahlemann-Politiker reichen doch fürs Blamabel-Image, muß dann wirklich noch weiter posaunt und getönt werden?)

Montag, 27. Februar 2017

Fünfte Jahreszeit

Un immä dä Spasss dobei!
(Ta-tää, Ta-tää, Ta-tää)
I
(Vertraute Zweisamkeit)
Ein Spaß, ein Witz, ein Gag war es doch nur. Ich garantiere, als Adonis habe ich nicht Pate gestanden, aber im Träumen bin ich bestens. Jedenfalls sagte ich so aus einer Laune heraus: „Also, wenn nun die blutjunge, bildschöne, steinreiche Prinzessin bei uns Sturm klingeln würde und darauf unerbittlich bestünde, jetzt und sofort ein Kind von mir zu wollen – wir hätten da ein Problem.“
Ein Späßchen. Nicht so mit meiner First Lady, die kratzig aus der Deckung ihrer reifen Jahre heraus fauchte: „Du, mein Lieber, nur DU hättest ein Problem – mindestens eins!“


II
(Fragment eines erotischen Romans)
Er schellte.
Sie öffnete.
Bekleidet war sie einzig und allein mit einem Kaugummi im Munde.
Huch“, entfuhr es ihr theatralisch, „ich dachte, es wäre der Briefträger!“
Oh nein, Lady, ich bin der Installateur – und ich soll hier ein Rohr verlegen.“ Mit seitlich gezogenem Mundwinkel musterte er sie lüstern.
Es ist doch Karneval – Sie haben nicht mal eine rote Pappnase!“ flötete sie keß.
Ich sag mal so, Gnädigste“, hob er raunend an, „ich schaue zwar nicht lustig drein, aber Lust ist im Spiel, Hand drauf. Und übrigens: mein kleiner Geselle kommt völlig verhüllt!“
..
Die Weiterarbeit wurde mir von der Administration unter Androhung Höherer Gewalt bis auf Weiteres untersagt.


III
(Kalauer, abgestanden)
Wie andere auch, zeige ich mich gerne überheblich, wenn ein alter Witz zu Gehör kommt. Wenn mir so ein Scherzkeks auf den Wecker geht, sage ich: „Genau für diesen Witz ist ja mein Ur-Ur-Ur-Großvater verhaftet worden!“
Wie jetzt?“ oder so ähnlich kommt dann die Erwiderung des verdutzten Spaßvogels.
Und dann habe ich ihn – ich schaue mich bedachtsam aber auffällig um, winke ihn näher zu mir heran und verschwörerisch sage ich zu ihm: „Also daaamals zu seiner Zeit war es so – wer einen veralteten Witz erzählte, wurde drei Tage eingelocht – das waren noch Zeiten!“
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Zum heutigen Rosenmontag Helau, Alaaf (oder einen der aufgelisteten Grüße) von mir an alle „Jecken“.


Soweit ich mich erinnere, wurde in meinem kleinen Geburtsort, so erzählte mir meine Mutter damals, O-JO-JO gerufen. Ich habe noch keinen passenderen Gruß vernommen! Die o.a. Auflistung ist insoweit natürlich nicht vollständig!
(Also schnell mal alles auswendig lernen, damit man sich jederzeit überall zu Hause fühlt.)
(und Mussik/Musike): Uff-TaTaa, Uff-Ta-Taa…..

Montag, 20. Februar 2017

TV-Werbung

TV-Werbung



Es ist selbst für mich nicht zu schaffen, in jeder Werbepause* an den Kühlschrank oder pinkeln zu gehen.
Es gibt Sender, da dienen die eigentlichen Filmschnipsel nur der Verbindung der Werbeblöcke. Und ganz schlimm bei den Sportsendern (jedes Luftholen in den Aktionen wird angehalten, unterbrochen, untertitelt, mit Einblendungen versehen und so weiter). Das Reklame-Unwesen greift sogar bei den öffentlich-rechtlichen Sendern um sich – schaurige Aussichten.
Es nervt mich, daher hier die schrecklichsten Kategorien:

Schwerhörigkeit, ja sogar Begriffsstutzigkeit des Konsumenten (der Kunde als Narr, dem man alles einhämmern muß):

„Kotzbacher Müsli – Müsli – von Kotzbacher!“

„Das neue „Bimbam!“ Das neue Bimbam???“ „Ja-a: das neue Bimbam!“

Und die Geheimniskrämerei: „Pssst – nicht weitersagen!“ (Also die heilige Info nur von den zumeist unbeholfenen agierenden Reklamedarstellern an mich, zum einzig und alleinigen TV-Zuschauer – geflüstert - diese besonders vertrauliche Nachricht – und NUR für MICH!) – Was für Arschlöcher, die diesen Heckmeck fabrizieren!

Die vermessene Einzigartigkeit – „Nichts ist so wie dies: Und nur dies!“ Und genau das behaupten die Konkurrenten (mitunter gar gleicher Inhalt unter anderem Etikett) auch.

Immerzu die überheblich verschränkten Arme, diese Universalgeste für „Jawoll – isso!“ Von beseelter Erkenntnis gesegnet: Ich habe es kapiert, ICH-König-Kunde der Erleuchtete, ich bin der voll und ganz befriedigte Konsument (dazu Kopfnicken, es fehlt nur das trotzige Aufstampfen mit dem Fuß).

Die Wichtigtuer sind immer in Bewegung – kein Stillstand, ständig wird aus der Bewegung raus der Senf abgesondert (meine Güte, was bin ich doch für ein Heilsbotschafter!) – da spricht der Fachmann, unentwegt Handeln im Sinne des Kunden. Gerne auch im weißen Kittel.

Neben diesen offiziellen Werbungen (und den rechtlich nur halbherzig verfolgten Schleichwerbungen) gibt es aber noch diese von den Sendern unterstützte Gelegenheitswerbung: Eigenreklamen. Kein Talkshow-Teilnehmer ist auch nur vorstellbar, der oder die nicht gerade ein neues Buch, eine CD oder einen Film bewirbt.
Und dann diese zu allem befragten unvermeidlichen Sachverständigen („Experten“), die im Einspieler vor Abgabe ihrer Fach-Meinung (oft dem Wissen eines „Milchmädchens“ entsprechend) so versunken in ihrem eigenen Buch blättern – immer die Titelseite und den eigenen Namen im Bild.

Jedes Jahr denke ich, schlimmer kann es nicht mehr werden…und dann wird es noch viel schlimmer.

Die mir einzig verbliebene Waffe gegen diese Impertinenz: niemals die Produkte kaufen, deren Werbung mich nervt – ich weiß genau, welches Müsli ich ums Verrecken niemals kaufen würde, und wo ich um keinen noch so günstigen Preis der Welt meine Brille holen würde! (Als anerkannter Giftzwerg brauche ich nun nicht mal die Arme zu verschränken).

*dies ist keine Pause in der Werbung, sondern die Werbung soll die Pause sein (auch wenn ich mitunter so meine Zweifel habe)

Samstag, 21. Januar 2017

Neue alte Wörter

Von der schleichenden Umdeutung der Worte


(Nachteile einer lebenden Sprache)


Was wird aus konsequenten Fehlern? Ich fürchte, letztendlich eine Neubewertung.

Ich beginne mal mit einem ABER-Satz: ich habe ja nichts gegen moderne Veränderungen, aaaber …

In meiner vergangenen Lebenszeit kam es unter vielen anderen neuen Verwendungen von Wörtern ganz gravierend zu einem Mißbrauch des Wortes GEIL – heute gibt es kaum etwas, das nicht geil sein soll. Früher eindeutig negativ und ungebräuchlich (man wußte um dieses Wort, mied es natürlich schamhaft), heute Ausdruck höchster Verzückung, immerzu von jungen Leuten freizügig geäußert. Und das finde ich sehr bedenklich – aber: es hat sich schleichend durchgesetzt. Erscheint mir nicht mehr umkehrbar. Eine seltsame Entwicklung.

Alles ist heute WAHNSINNIG, eine Höchstbetonung, ein Superlativ – fortwährend wird was damit ausgeschmückt. Wie dumm, ist wahnsinnig im wirklichen Sinne doch alles andere als toll. Ach Gott, der Volksmund…

Genauso ist es mit SPANNEND – jeder Scheiß wird gleich als spannend bezeichnet, und geht es auch nur darum, etwas als nicht egal, langweilig oder interessant zu bewerten – alle finden fast alles spannend. Das ermüdet mich, nein, das ist ganz und gar nicht spannend zu verfolgen. Für mich ist ein Buch, ein Film oder so spannend – sonst geize ich mit dem Wort.

Was ist nicht alles COOL – eigentlich aus dem Englischen direkt ab ins Deutsche als, ja, was eigentlich – vielleicht besteht hier eine Bereicherung unserer Sprache? Wir quatschen da ja so manches nach aus dem Anglizismus, das ist einfach so – warum sollte es auch ganz und gar falsch sein (nein, ein deutscher Sprach-Purist will ich nicht sein, „nicht wirklich“). Ein Thema für sich.

Dies sind nur ganz wenige, spontan überlegte Beispiele. Es gibt auch die gruselig falschen Verwendungen an sich, zum Beispiel der heute so weit verbreitete Fehlgebrauch von VERMEINTLICH. Aber dazu lasse ich mich ja schon seit Jahr und Tag aus …..sicherlich: vergebens.

Freitag, 23. Dezember 2016

Islamistische Terroristen

Die Legende vom guten 
islamistischen Terroristen
(eine etwas andere Weihnachtsgeschichte)


Mit Erschrecken vernehmen wir hierzulande immer wieder, daß ein Anschlag aufgrund technischer Unzulänglichkeit mißlungen ist. Muß das sein? Was könnten wir tun?


Guter Rat ist nicht teuer – einfach Üben! Oh ja, eine konsequente Übung wäre mein Vorschlag auf ein perfektes Gelingen – vor allem, um der Schande des peinlichen Versagens zu entgehen.


Also: es geht ganz einfach – in voller Ausrüstung ab in die entlegene Kiesgrube und den perfekten Wums exakt eins zu eins durchführen. Zündung – ideal!


Sicher, der Herr Terrorist steht aus naheliegenden Gründen nun nicht mehr zur Verfügung, aber scheiß drauf: Anschlag ist nur einmal im Leben! Der penibel Übende hat jedenfalls den seligmachenden Gedanken an diesen Volltreffer mit auf den Weg zu seinem Ziel genommen! Er kann nun seinen 72 Jungfrauen erzählen, was für ein Held er dort oben auf der Erde gewesen…wäre, es muß ihm doch höllisch himmlisch vorkommen, am Ziel seines bis dato nutzlosen Daseins.


So viel typischer Mann steckt doch wohl auch in dem allerletzten islamistischen Taugenichts, dieses gockelige Herausposaunen seiner „Herr“lichkeit, und dann kann er, nun wird es sogar für ihn „weihnachtlich“, seine 72 verschleierten Überraschungspaketchen befreien – FROHES FEST!

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Bulgarische Mitmenschen beispielsweise

Bulgarische Treppenhelfer


(nicht gleich ausländerfeindlich denken…auch mal das Gute sehen)

Die Filmaufnahme aus der Berliner U-Bahn ist derzeit in allen Köpfen hierzulande. Bulgaren haben wir bislang eigentlich nur in Männergruppen-Freundschaft gekannt, die zusammen zum blitzschnellen Ausräumen von Häusern anrücken, derweil die Frauen zu Dumpingpreisen den Straßenstrich ergänzen. Wir haben die Grenzen geöffnet, damit sie noch viel schneller und vor allem unbehelligt herbeieilen können. Ein erster Schritt. Nun versuchen junge Menschen aus diesem armen Land, sich als soziale Helfer beim schnelleren Begehen von Treppen zu engagieren, da ist es dann auch wieder nicht gut. Der deutschen Seele kann man es auch nicht recht machen…

Was sagen uns diese Bilder? Gewiß, der junge Herr hätte geschickter zuvor das Gespräch mit der treppabgehenden Frau suchen können, aber aller Anfang ist schwer, er neigt deutlich zu ungestümer Hilfsbereitschaft – das könnte man doch verbessern!

Es wird grün-soziale Stimmen geben, die für ein Camp sind, in dem solche überhitzte Aktionsbereitschaft abgebaut werden könnte. Nein, nicht wochenlang auf Malle oder den Kanaren, ich denke eher an eine durch Steuern unterstützte und durch zielgerichtetes Spendenaufkommen der Gutmenschen finanzierten Vierteljahres-Aufenthalte auf pazifischen Inseln (alternativ: Indischer Ozean, und wäre es nur Mauritius), wenigstens aber Florida! Zur Seite gestellte Psychologen sollten wöchentlich das Einzelgespräch anbieten, eine wichtige Komponente wären täglich einzeln zugeteilte Mitarbeiter der Physiotherapie, denn von den gezeigten Aktionen sind die Handgelenke verkrampft und bedürfen ausgiebiger Betreuung zur Wiedererlangung der Geschmeidigkeit. Wir sollten darüber diskutieren.

Es muß doch gesehen werden: die kulturelle Bereicherung in all ihren Facetten. Und das so ganz und gar andere Naturell anderer Nationen: Seien wir doch wieder mal offen für ein blutbuntes Dasein! Blutrauschtaten, eine Spezialität südländischer Kulturbringer zum Beispiel – aber nein, „Gewalttaten“, ein vorschnelles, letztlich nur ein falsches Bild der Medien: diese gefühlten Blutbäder und Racheaktionen aus Ehre und gekränktem Stolz, das kann doch gar nicht sein, daß es nur leicht dunkelhäutige Menschen sind – sicherlich werden die Morde von urdeutschen Personen ohne Migrationshintergrund nur verschwiegen, sicherlich, kann doch nur (bei den vorgezeigten Statistiken).

Und ganz wichtig: Zunächst der Täterschutz – Opferschutz, was soll das sein? Wir haben eine mysteriöse Justiz – passend zu meinem Juristenbild, das ich hier nicht weiter strapazieren möchte – aber es ist herzig, über die Urteile „Im Namen des Volkes“ zu schreiben – diese Schelminnen und Schelme aber auch.

Nur der Vollständigkeit halber:

Es ist natürlich auch eine andere Konfliktlösung denkbar: Öffentliches Händeabhacken, Wasser und Brot in jahrelanger Einzelhaft im Nahen Osten. Unter gesundheitlichen Gründen könnten die Kohlenhydrate sukzessiv abgebaut werden, natürlich. Vielleicht ist ein bißchen Erdogan doch nicht so übel? Können wir von ihm lernen?

Ich war zig Jahre zuverlässiger Wähler der Grünen. Ich wurde von meinem letzten Polizeipräsidenten ein Sozialromantiker genannt und so weiter und so fort.

Ja, aus der Kirche bin ich ausgetreten dieses Jahr, weil ich merke, daß mir im Laufe meines Lebens und der beruflichen Erfahrung doch das Alte Testament näher rückt als das Neue – erfolgt nun die große Umkehr für alle? Künftige Wahlen werden es zeigen. Wenn Deutschland nicht aufwacht (es ist nicht fünf vor zwölf: Zwölf ist lange lange rum!!!) dann kehren alte Zeiten heftiger und schneller zurück, als es uns lieb ist. Ich bin bei den Letzten, die das wundern würde.

Dienstag, 6. Dezember 2016

Bemerktes, beiläufig notiert

Bemerktes, beiläufig notiert
(ach, immerzu diese Zettel)


Schwein gehabt
Solche Freßtempel habe ich früher öfters gesehen, auch heute gibt es sie noch: Die Speisenkarte vor dem Haus wird mit einem Pappaufsteller oder Blech garniert – ein Schwein schwingt lustvoll einen Kochlöffel. Ein Schwein! Manchmal auch ein dicker Koch mit Mütze und Schnurrbart (dieser macht mit Daumen und Zeigefinger das französische „Bon“-Zeichen, in der Neuzeit hierzulande für „Arschloch“ gebräuchlich)– aber hier und heute: das Schwein, total fröhlich, schier verzückt.
Was sagt mir das: Ist der Koch eine Sau? Oder ist es der Gipfel des Zynismus: das Schwein feiert sich selber als wohlfeil Gebratenes? Daß hier die nimmermüden „Politisch Korrekten“ noch nicht eingeschritten sind – selbst mir als bekennendem Fleischesser ist das zu viel. Makaber!
Dergleichen bei einem vegetarischen, ach, gleich „veganen“ Speiselokal – das hätte Pfiff! (Aber deren Humor ist nach meiner Erfahrung ohne Knochen.) Ein jubilierender Spargel oder ein Porree vielleicht…? Irgendwas Todgeweihtes jedenfalls für den Tisch dieser speziellen Menschen (aber nein, da bleibt ja immer noch der Arschloch-Koch – soll er doch leben).


Momente kommen wieder
Erinnerungen, zumeist banal, sterben nicht ab, bringen sich stets aufs Neue in die Gedanken ein. Sekunden, Augenblicke, Momente kehren wieder. Zuvörderst Mißgeschicke; verständlich, daß sie einen verfolgen. Lebenslang zu begleiten scheinen.
Aber auch diese klitzekleinen Begebenheiten; niemand sonst wird sie, falls zugegen gewesen, im Kopf behalten haben (dafür anderes). Schon seltsam. Reaktionen, Sätze, erteilt oder empfangen. Blitz-Begebenheiten, einfach so – für immer dennoch abgespeichert im Gehirn. Sie geistern herum und treten dann und wann zutage, ungefragt.
Auch schon mal Schönes – eher aber das Peinliche. Eigenscham, Fremdscham, unergründlich – irgendwie ohne Wert – aber immer da.
(Ach, ich laß „die Couch“ einfach weiter rufen.)


Andere Sprachen
Jemand sagt, im Chinesischen ergibt der Klang in der Aussprache eines Wortes schon eine andere Bedeutung. Haben wir doch auch: Weg und weg, Sucht und sucht.
Und hier rede ich nur vom Hochdeutschen – keinesfalls meine ich das gnadenlose Andersbetonen von Silben durch die für mich kauzig klingenden Schweizer, was ich mit Humor zu ertragen weiß.

Mittwoch, 9. November 2016

AND THE WINNER IS …

Boxt Tyson bei der Amtseinführung die Nationalhymne?
(nur mit Humor finde ich aus der Trump-Starre heraus)
So richtig erschreckt hat es mich aber doch nicht, und der Name DONALD war durch Entenhausen und die Duck-Dynastie früher bei mir positiv besetzt. Seit geraumer Zeit ein Name zum Erschrecken.
Aber mal ganz nüchtern: Die USA bekommen genau das, was sie verdienen – ganz einfach (Wenn man die Wahl zwischen Pest und Cholera hat, dann kann doch nur sowas dabei herauskommen!). Und genau betrachtet – Obama war doch nur mal ein uns verunsichernder Lichtblick, zwischen all diesen Nixons, Reagans, Bushs und Clintons – irgendwie sind sie genau die, die ich schon immer in denen gesehen habe. Es kann so schrecklich sein, Recht zu haben.
Die beiden TRUMP ergebenen offen bekennenden Fans belegen es doch: Clint Eastwood für die Waffen, Mike Tyson für die rohe Gewalt. Alles sehr logisch. Von wegen, er werde das Volk „einen“, wie aktuell der Wahlsieger jetzt verlauten läßt – es wird dort sehr unruhig. Und so echt was Neues ist es letztlich auch nicht.
Für die Welt bleibt zu hoffen, daß sie sich dort intern aufreiben und niedermachen. Und da wünsche ich recht viel Erfolg. Wie hatte General Custer gesagt: „Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer.“ Ich hoffe, nun endlich holt sie die Gerechtigkeit ein - und ich setze für Indianer AMERIKANER. (Und wem das zu heftig ist:) Der wirklich echt einzig gute Amerikaner – den kann ich beim Bäcker essen.
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Jetzt hoffe ich im relativ Stillen, daß man mich im Auge hat (das sollte man ja doch nicht nur laut Edward Snowden erwarten dürfen) – und sollte ich wider Erwarten irgendwann dorthin müssen, meine Einreise verweigern – dann bin ich ein gemachter/bekannter Mann!

Montag, 31. Oktober 2016

Schock an Halloween

Halloween
(auf welcher Seite ist der Horror?)
Es klingelt – eine Rotte Gespenster, Horror in Hüfthöhe (ich erkenne einige der Racker aus der Nachbarschaft dennoch). Gruselmasken, andere schwarz geschminkt. Wallegewänder mit dem Anschein von Grusel.
„Süßes oder Saures!“ kräht die Sippe furchterregend.
„Och,“ sage ich geistesgegewärtig, „wenn Ihr mich schon so fragt – also ich nehme was Süßes, gerne.“
Der Gespensterlärm erstickt, die fuchtelnden Bewegungen ersterben. Sie schauen untereinander verdutzt an …Betroffenheit. Sie sind entgeistert.
„Wie jetzt? …WIR bekommen was Süßes, also bitte – oder wir geben IHNEN was Saures, darauf können Sie sich aber verlassen.“
„Boah, ey – echt jetzt?– ich gebe Euch was …ach ich verstehe, damit dieser Spuk ein Ende findet…alles klar… ich schau mal nach – verbreitet noch ein wenig Schrecken einstweilen, bin gleich wieder an der Tür.“ Ich also ab an mein Süßigkeitenfach – halte ein – komm, eine Runde geht noch, sage ich mir. An der Tür erscheine ich mit einer Tüte Rohrzucker.
„Was‘n das?“
Wie gewünscht, beginne ich besonnen und nachdrücklich zu dozieren.
„Rohrzucker – schon süß – vor allem nicht dieses weiße Gift, denn in der Gesundheitsphilosophie schaut das so aus: Weißer Industriezucker ist laut Brukerklinik, also dieses Institut auf der Lahnhöhe, begründet von Max Otto Bruker, und die verstehen was von gesunder Ernährung….“
Sie haben sich längst abgewendet, frustiert murmelnd zockeln sie meine Zufahrt dahin, sehr unzufrieden, wie das alles gelaufen ist, vor allem, was einem an der Tür so alles blühen kann, sie sind innerlich entsetzt – also wenn man draußen steht und so ein alter Horrorsack öffnet. Damit war doch nun wirklich nicht zu rechnen – sie fühlen sich sichtbar von allen schlimmen Geistern verlassen.
„Kommt zurück, Geister des Vorabends – hier bitte, Schokolade – ich wollte nur meine Horrornummer durchziehen, nicht böse gemeint.“ Sie erbarmen sich. Unter gebotener Vorsicht greifen Händchen zaghaft zu. Es ist ihnen unheimlich zumute.
Sie haben wenig gelacht, Gut, sie nahmen die Entschädigungsprämie von KINDER für Kinder, ein Stimmchen flüsterte im geordneten Abgang was von „meine Mama sagt, der ist ein richtiger alter Giftzwerg“ – ich glaube, sie kommen nächstes Jahr nicht wieder, es sei denn, der Horror hat sie verlassen. Ist ja noch lange hin.

Samstag, 10. September 2016

Applaus, Applaus!

Tänzchen, Mätzchen – Ai fiehl gut!
(das macht man heute so)
Ich erinnere…(ja, also: MICH), wie das vor vielen Jahren begann: ein schwarzer Fußballer begattete sozusagen die Eckfahne, als ihm ein Tor gelang. Und das nahm fürderhin immer kuriosere Formen an zur Begeisterung der filmenden und knipsenden Öffentlichkeit und Medien: herrlich, die breitschwingenden kindischen Seglerarme, der Nuckeldaumen als Gruß an den Nachwuchs, auch gerne eine Armschaukel-Bewegung, geformte Herzchen als Minimaldarbietung, Posen größter Selbstbewunderung – und dann einstudiert mit mehreren, nicht nur Rasen-Knie-Rutscher – nein, kleine Choreografien (ich stelle mir vor, wie es Bestandteil des Trainings ist, „irgendwas Neues müssen wir machen!“). Ein bißchen Ringelpiez gehört in jeden Mannschaftssport, will man in den Medien vorkommen. Ach wie läuft es mir kalt über, nein, nicht wirklich vor Begeisterung.
Viel früher kam es schon aus Amerika, woher auch sonst, dieses Sich-selber-Produzieren – ein Showgast aus dem gelobten Land bei uns, ein bescheidener Gag – und dann eine Mätzchen-Bewegung, eine kleine gymnastische Einlage als Tusch in eigener Sache. Zuerst noch befremdlich, eigentlich unerhört –heute geradezu ein Mangel, macht man es nicht. Eine kurze Verbeugung bleibt nur ein Zeichen für Verklemmtheit (oder auch ein Zeichen wirklicher Größe, es nicht mehr nötig zu haben) – wenigstens theatralisches Ausbreiten der Arme, bitteschön. Je geringer in der Prominenz-Liga, umso mehr Aufwand des Auffallen-Wollens. Ich bin wer, ich inszeniere mich, ja, natürlich auch als Deutscher mittlerweile, warum auch nicht – wir sind wieder wer – was wäre ich ohne mich, sogar als Germane.
Und noch früher hatte es begonnen, in den Sechzigern ( jaja, bitteschön: Neunzehnhundertsechzigern, meine Güte, bin ich heute korrekt…) – komische Filmszenen, aber dem Publikum wurde auf die Sprünge geholfen – Applaus, aus Konserven eingeblendet. Aha, war wohl ein Witz gewesen, wir haben zu lachen, klar. Und dann verschiedene Sequenzen, die bei genauerem Hinhören sich wiederholen, vom kleinen Auflacher bis zum brüllenden Gelächter, brave gesittete Begeisterung bis hin zum schieren Ausrasten. Im Ausland klatscht man sogar für sich selber auch mit – nur wir sind dank der Erbschuld so verklemmt. ‚Loriot, Du Spießer – schau den Didi an – der ist vorne mit dabei, der machte uns schon damals international tauglich mit seinem Nonstop Nonsens!‘ Ach, herrlich, was wären wir ohne ausländische Empfehlungen, nein, wir gieren ja danach, schon klar. Wir lechzen nach Orientierung. Armes Deutschland. Herr von Bülow hatte noch unbeschadet die Kurve bekommen. Heute – aus der Welt.
Das Nachäffen scheint mir eine typische deutsche Berufung, und es nervt…also mich.
I feel good – besser als „Ich fühle mich gut“ – und wenn, warum nicht modern angepaßt ‚Ich fühl gut‘ – so inkonsequent können wir also auch sein. Man versteht es immer wieder, zu überraschen, also auch mich. Na, was noch nicht ist ….ich will es gar nicht erst beschreien. Es kommt immer noch „besser“, sicher doch – irgendwann ist es auch mir dann schnurz. Und sooo weit ist es ja auch für mich nun auch nicht mehr, dem allem natürlich zu entkommen.