ICH, der giftzwergMÄÄN, habe auch DICH im Auge! Eigentlich UNS alle.
Mein giftiger Stinkefinger ist die boshafte Kolumne/auch Satire, zuverlässig "politisch inkorrekt" *
- ein Ventil zum Alltäglichen in unserer Zeit u. Welt. Und natürlich bin ich, wie jeder andere auch, in letzter Konsequenz mitunter widersprüchlich. Das ist unumgänglich - niemand ist frei davon!
Es geht hier nicht in erster Linie um die ganz großen Themen der Zeit/Probleme der Menschheit - die tagtäglichen Ärgernisse sind es, die bei mir nach einem Regulativ schreien – Berichte aus einer oft schon recht madigen Welt.
Gut, ich könnte es abperlen lassen, cool darüber stehen, den "Geht-Mich-Nix-An" mimen, man kann es zeitgemäß optisch und akustisch verdrängen, damit es einen nicht krank macht – Ohrstöpsel, Glotze, die heute gängigen Ablenkungen also. Oder hier, mein Versuch: Einfach mal auskotzen - mich ohne Bedenken und bangevolle Rücksicht freimachen - für das eigene Dasein eine Schadensbegrenzung vornehmen - nach dem Motto "Alles muß raus!" Das kann sooo gut tun, mir behagt das letztlich.

Aussprüche, die mir hierbei helfen:
"Das ist der ganze Jammer: die Dummen sind so sicher und die Gescheiten voller Zweifel."
(Bertrand Russell)
Ich sage: gehen wir hin und zweifeln alles an, Grund genug besteht!
"Satire darf alles" meinte Tucholsky's Kurtchen.
Das hatte ich lange Zeit bezweifelt, unter Vorbehalt gesehen, aber jetzt sage ich:
Gut, der Mann!

*political correctness ... soll ein Fremdwort bleiben


Dienstag, 4. Juli 2017

Freude an der Justiz




Judikative
Recht und Gerechtigkeit am Beispiel D
Mal ganz abwegig anfangen, um uns auf Deutschland einzustimmen: In der Verwaltungsschule wurde im Staatsrecht noch in den 70ern (Ja-a, richtig kombiniert: Neunzehnhundertsiebziger) die Gewaltenteilung wie folgt gelehrt: Legislative, Exekutive und …Justiz (nicht Judikative, nein-nein, wir haben doch die Erbschuld, schon klar) – das hätte vielleicht mißverständlich sein können, wir mußten gaaanz vorsichtig sein); p.c. ist so ein richtig deutsches Ding.*
Weit hergeholt? Siehe Textanfang! (Aber ich schreibe ja auch nur eine Kolumne, keine rechtsethische Abhandlung.) Worauf ich hinauswill: mit dem Mut ist es in deutschen Landen nicht mehr so weit her, seit „damals“. Und natürlich nach wie vor nicht.
Recht und Gerechtigkeit sind ein archaisches Thema, und bei meiner Juristen-Allergie auch brisantes Gebiet. Aber bei diesem Universalthema erlaube ich mir, wenigstens den vielen Menschen schon aufgefallenen Täterschutz zu nennen (Opferschutz, nein, doch nicht vom Staat – da sind doch die Selbsthilfe Weißer Ring und andere Bürgerinitiativen gefragt).
Was mich seit Jahr und Tag auf die Palme (gut, Buche oder Birke) bringt, ist der Bonus bei Taten unter Drogen, also auch Alkohol – das ist schon fast eine Entschuldigungs-Offerte (nicht gegenüber dem Opfer – zugunsten des Täters natürlich), wirkt sich immer klasse aus für Täter– also strafmildernd. Wird von denen selbstverständlich auch stets so gesehen und begrüßt und erwartet, das ist nach wie vor so üblich und hinreichend klar in den Köpfen. Ich finde aber, die Wirkung ist jedem hinreichend bekannt (mehr Öffentlichkeitsarbeit geht wohl kaum), und wer sich darauf einläßt, handelt mehr als grob fahrlässig, eigentlich schon vorsätzlich – und gerade deswegen müßte es vor der Justiz strafverschärfend wirken! Aber nein, niemals! Und das finde ich unsäglich!
Niemals wäre ich für die Todesstrafe (außer beim sogenannten und gleichwertigen finalen Rettungsschuß, wo ein „Justizirrtum“ unmöglich zu sein scheint) – denn die „Bösewichtinnen und Bösewichte“ sollten nicht so einfach entkommen dürfen. Abschreckung ist nach wie vor das probate Zauberwort, und wo es nicht wirkt, wegsperren (und nicht sozialromantische Abenteuerreisen mit durch und durch bösen jungen Zeitgenossen unternehmen – ein ganz fataler Irrglaube, so einfältig können auch die abgedrehtesten Sozialarbeiter nicht sein, die letztlich aber hier speziell profitieren). Zweite Chance, geht klar, aber doch nicht bei erwiesenermaßen bitterbösen Zeitgenossen welchen Alters auch immer – weg mit denen von der Gesellschaft – und nicht verhätschelnd wieder neu ins unbelastete Wohlleben zurückbringen (das Mord- und Verbrechensopfer bekommt logischerweise auch keine 2. Chance!). Sind diese Traumtänzerinnen und Traumtänzer eigentlich nicht in der Lage sich vorzustellen, es hätte ihre nahen Angehörigen treffen können? Offenbar nicht (in ihrer verblümten Phantasiewelt vielleicht – aber lieber Gott, laß sie mal real konfrontiert sein: Dann möchte ich sie noch mal hören…).
Buße und Sühne auf Erden! Aber richtig, kein Erholungsheim auf Zeit, mit allen Chancen der Fortbildung für weiteres fehlgeleitetes asoziales Handeln. Abschrecken, nicht abhaken, nicht dieses „nun ist alles wieder gut, ach, das kriegen wir wieder hin, wertvolles Mitglied der Gesellschaft ist machbar“, das ach so unglücklich vom Wege abgekommene Menschlein war doch nunmehr so brav in der Obhut, also nichts wie raus aus der „Zumutung JVA“ – daß ich nicht lache! Das Opfer wurde schicksalhaft erwischt: Den Verursacher sollte durch die Gesellschaft sein Schicksal ereilen – wenigstens ein Ansatz für einen Ausgleich. Und straffällige Migranten sollten genau dorthin zurück, wo sie hergekommen sind; wieso diese Überlegungen, es könnte ihm dort ein Härchen gekrümmt werden – ich höre wohl nicht richtig??? Wird es uns nicht immerzu vor Augen geführt, wie man uns für die absurd lasche Behandlung verhöhnt, wo für gutes Geld fit agierende Rechtsverdreher (und schon gerade Strafverteidiger: skrupellos, schamlos, ohne Gewissen) immer irgendwelche Formmängel aufstöbern und sich prozeßtaktisch ins Fäustchen lachen, an unser sich auch damit selber zerstörendes Land keinen Gedanken verschwenden, nur den lukrativen Reiz verspüren, für gutes Geld mal wieder einen Lümmel rauszuhauen? Sie machen nur ihren Job, heißt es – ohne Moral finde ich dieses Gesindel! Muß sich Deutschland international derart lächerlich machen? TäterInnen und Täter – auch vorwiegend das Ausland, können uns doch nur verhöhnen. Mitunter ist es so peinlich, Deutscher zu sein. Und dann wundern wir uns, daß man uns nicht ernst nimmt in der Welt – außer als Zahlemann, natürlich, da zählen wir voll und ganz, mehr denn je.
Auf den groben Klotz gehört….da fällt mir der Komiker Jonny Buchardt ein, der den Witz schon in den 60ern (…gee-nau, neunzehn) im Programm hatte, wo einer etwas nicht begreift, und dann wird es ihm eingeprügelt und es klappt auf einmal, und auf die Frage, wieso jetzt erst „Vorher wurde es mir ja nicht richtig erklärt“ antwortet. Schrecklich? Die Realität kann schrecklich sein. Macht kaputt was Euch kaputt macht / Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo sie die des anderen begrenzt etc. – wir müssen nicht dulden, was unseren Staat (also UNS) zerstört. Ja wird unser Land denn erst wieder zu spät wach, diesmal aus dieser sozialromantischen Verklärung (um Himmels willen international bloß nicht mehr negativ rüberkommen). Es staut sich auf. Wird es erst dann ein bitterböses Erwachen, wenn andere Kräfte ans Ruder kommen – die breite Masse der schweigsamen Bevölkerung rennt längst mit einer Faust in der Tasche durch den Alltag. Es brodelt! Wird das nicht erkannt? Ich sehe doch glasklar seit Jahrzehnten diesen moralischen Verfall. Und wer auch regiert, völlig egal: früher oder später ist der eigene Geldsack unverkennbar das eigentlich wirkliche Interesse. Wie die Pfaffen: Wasser predigen und Wein saufen. Ich empfinde „unser Klima“ nur noch als: „Rette sich, wer kann“ und „Heiliger Sankt Florian…“.
Das Neue Testament ist sicherlich nett und interessant mit der „Wangenshow“, das AT sprach aber viel mehr das reale Leben an mit „Auge um Auge“, also ganz menschlich und nicht illusorisch, verklärt und verträumt. Sie meinen sicher gutgläubig, das sei doch eine Gewaltspirale, der nur zu entkommen ist, wenn eine Seite nachgibt – komisch, ich sehe immer nur die eine Seite nachgeben (der Klügere gibt nach? Der Dümmere!)…Richtig saftig Missetaten sanktionieren, mal Mist gemacht, Schuß vor den Bug und zwar gleich richtig, und im Wiederholungsfall ganz heftig rannehmen – und dann aber, und schon gerade bei Gewaltverbrechen: das Recht, Teil der Gemeinschaft zu sein, ist verwirkt – wegschließen, aber endgültig! Und Sicherheitsverwahrung könnte teilweise entfallen, da ohnehin hinter Schloß und Riegel zu verbleiben ist. Lebenslang muß auch wirklich lebenslang sein! Das Mordopfer kommt auch nicht wieder! Jeder weiß es – und wer es ausreizen will, bekommt die Arschkarte – ich habe fertig, auf Nimmerwiedersehen. Unumkehrbar entfernt aus dem Spiel des Lebens. Die ganze vielzitierte Härte des Gesetzes konsequent umsetzen und nicht als schale zigfache Androhung in dieser Gebetsmühlenschleife (Nachsicht und Gnade sind der falsche Ansatz). Hier, voll ausgeschöpft, die auf Erden bemessene Zeit Gelegenheit zur Besinnung verschaffen – nur das wäre angemessen! Jeder sollte es wissen – und handelt unbedingt eigenverantwortlich. Zu Katalogen von Vorstrafen darf es gar nicht erst kommen – wenn ich nur VORstrafe höre …
Aber nein, einfühlsame Gespräche, blümerantes Gesäusel, Gehätschel hier, Arschgelecke da (ob man sich nicht unter Umständen vielleicht doch vorstellen könne, ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu sein – na? Geht doch noch mal in Euch, liebe StraftäterINNEN, bitte-bitte) – es ist eine Schande – vor allem: Eine unbedingte Verhöhnung der Opfer! Es ist doch nicht Aufgabe der Gesellschaft, den Nichtsnutz (und die „Nichtsnutzin“ genau so) wieder einzugliedern, was für ein fataler Gedankengang: Diese Unperson hat sich zu bemühen – und zwar nach Strich und Faden Wiedergutmachung bis zur Selbstaufgabe (und schon gerade damit) alles zu geben und zu tun. Ungeschehen ist nichts mehr zu machen, aber mit Schulterzucken abtun und „Schwamm drüber“ zu gewähren – ich fasse es einfach nicht. Ach Gottchen, da könnte am Ende wohl noch ein gebrochener, verzagter Mensch dahindämmern – verflucht: genau das sollte das Ziel sein! Buße hier und für immer – und nicht auf Gottes gerechte Strafe hoffen – „hier unten sind wir zuständig“! Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß Richter Angst vor Repressalien haben. Anders ist dieses lachhafte „IM NAMEN DES VOLKES“ von gerade diesem selber nicht nachzuvollziehen. Wie kann man diese dubiose Milde nur vor Angehörigen der Opfer rechtfertigen??? Diese Skandale vernehme ich geradezu regelmäßig bei spektakulären Straftaten und noch kühneren Wattebäuschchen-Urteilen. Achten Sie mal genau auf die Rechtsprechung – also ich komme aus dem Kotzen gar nicht mehr heraus. Vergeltung und Wut sollen keine guten Ratgeber sein? Aber sie sind faire Quittungen!
Leute! Es gibt den eisernen Besen – und ich fürchte, es wird noch gekehrt werden und das Erwachen kann nur ein Grauen sein. Die große Gesellschaftsreform gehört in der Justiz angepackt – unverzüglich, und zwar dort zuerst!!!
Ich widme diesen Text folgenden Buchautoren und Mahnern unserer Zeit:
Jugendrichterin Kirsten Heisig (Das Ende der Geduld)
Journalist Joachim Wagner (Richter ohne Gesetz)
Jugendrichter Andreas Müller (Schluß mit der Sozialromantik)
Politiker Heinz Buschkowsky (Die andere Gesellschaft)


*Und noch alberner: In der Sexta lernten wir die 10 Wortarten, alle auch schön auf Latein – außer Artikel (denn „Geschlechtswort“, das durfte schließlich nicht sein, 1960!)

Mittwoch, 21. Juni 2017

Zur Zeit …aus meinen Aufzeichnungen

Zur Zeit…
(düt un‘ dat – wieder mal aus meinen Aufzeichnungen)


Türkische Schlagzeile
Erdogan erklärt: DAS CHRISTENTUM GEHÖRT ZUR TÜRKEI!“
(na gut, vielleicht gar nicht so witzig, nüchtern betrachtet…)


Amerikas beste Gesellschaft
Trump hat erlesene Berater, von allem nur das Beste vom Besten, ist ja völlig klar – und in sein persönliches Umfeld gehören nur die edelsten Prostituierten ….(wie bitte?)
Korrektur – ich höre gerade, daß zu seinem privaten Umfeld seine Ehefrau und die Töchter gehören – natürlich (man darf einfach nicht nach dem äußeren Anschein gehen)!


50 Jahre Sgt. Pepper
Ich kenne mich genügend in dem Metier aus: Das Beatles-Album „Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band“ gilt als richtungweisend und wird unablässig seit 1967 als DAS Popalbum schlechthin gerühmt.
Für mich ist das Gewese auch zu diesem großen Jubiläum nach wie vor schleierhaft – noch nie konnte ich dieses Machwerk ertragen, diesen infantilen Trullala-Singsang, verfremdet durch indisches Geschwurbel und schräge Kirmes-Kakophonien. Das Zeug war noch nie mein Fall.


Befremdliche Erkenntnis
Mediziner und Psychologen sind sich einig: JURISTEN SIND AUCH MENSCHEN.
(Daran erkenne ich, daß die Wissenschaft nicht unbedingt mit meiner eigenen Erfahrungen übereinstimmt.)


Leute gibt’s
Im Radio hörte ich neulich einen Kriegsberichterstatter in einem Interview. Alles gipfelte in dem Satz: „Ein guter Tag ist, wenn auf mich geschossen wird und keiner trifft!“
Hammer, oder? Nun weiß ich ja, daß Menschen von heute herauskitzeln wollen, wo ihre Grenzen sind und vermeinen spüren zu müssen, daß sie leben. Das lasse ich mal so stehen, denn sowas konnte ich noch nie nachvollziehen. Es werden also penetrant „spannende“ Herausforderungen gesucht. Gut, wir haben hier in unserem Europa keine Kriege (mehr), und die Gefahr, vom Säbelzahntiger gerissen zu werden, ist schon länger rückläufig.
Nun erkenne ich aber im Alltag das unentwegte Glotzen auf kleine Gerätchen in den zappeligen Händen beim Überqueren von Straßen und überhaupt überall, wo sich meine Mitmenschen bewegen. Das könnte evtl. auch noch ein Bereich zur natürlichen Auslese werden, warten wir mal ab.


Samstag, 3. Juni 2017

Das Höschen

Das Höschen
(eine ganz alte Anekdote)
Jeder hat ja so seine unvergeßlichen Anekdoten aus dem wirklich wahren Leben. Diese hier erzähle ich besonders gerne, weil ich finde, ich komme prima darin weg!
Das muß so Mitte der achtziger Jahre (also 1980er, meine Güte – was glauben Sie denn, wie alt ich bin???) gewesen sein. Vorausschicken muß ich, daß ich nicht gut wegwerfen kann, alles ist, wenn noch nicht total hinüber, immer noch für etwas gut – also, finde ich.
Meine Frau hatte Wäsche aussortiert, da wurde ich dann immer noch fündig. Gerade rund ums Auto kann man nicht genug Lappen haben, meine Meinung. Jedenfalls war auch ein Frottee-Höschen dabei, Bündchen nicht mehr einwandfrei, auch an einem Bein leicht der Saum aufgeribbelt. Gut und schön, für die Fenster noch brauchbar. Meine Frau war nach guter alter Art noch von der Einstellung beseelt, man könnte ja auf einmal ins Krankenhaus kommen…
Szenenwechsel. Nach längerer Zeit war die Autoinspektion fällig – die Zulassung ins Handschuhfach, wie immer. Jetzt genießt man ja bei den Herren Schraubern als Verwaltungsbeamter nicht gerade ein respektvolles Ansehen. Aber siehe da, ich komme den Wagen abholen, nach dem Büro gehe ich in den Werkstatthof, freundliche laute Grüße, herzliches Lächeln – was war nur los???
Ich stieg in meinen Wagen – und da wurde ich es gewahr: auf dem Beifahrersitz war das Höschen meiner Frau liebevoll drapiert …es muß wohl aus dem Handschuhfach gefallen sein, als man die Zulassung herausnahm. Zwei Monteure standen feixend und grinsend am Tor – der eine winkte sogar (der nahm irgendwie schon damals die Carglass-Reklame vorweg). Sei es drum, ich fuhr seitdem gerne zur Autowerkstatt, genoß ich doch auf einmal eine besondere Anerkennung.
Meine Frau hat auch bis zu ihrem Tode nichts davon erfahren. Es war irgendwie doch ein „Männer-Ding“. Nun ja, wenn ich ihr heute diese Geschichte am Grab vorlesen würde, ich glaube, sie würde sich sprichwörtlich darin umdrehen.

Dienstag, 30. Mai 2017

Schicksal spielen

Schicksal spielen
(irgendwas tut sich jedenfalls)
Damit sich Männlein und Weiblein treffen, bedarf es oft nur eines Anstoßes. Dies aber als Helfer selber in die Hand zu nehmen, davon wird allgemein abgeraten – es führe zu nichts, heißt es. Vor drei Jahren sahen wir das ganz anders (und heute noch anders).

    Wir alle kennen doch diese Mauerblümchen und solch sture Sonderlinge, Eckensteher meinetwegen. Zu unserem alljährlichen Gartenfest kommen rund 30 Leutchen, zum einen haben wir eine solide Grundbesetzung aus Freunden, Bekannten und Nachbarn - und hinzu kommt dann der eine oder andere neue Gast. Und zum festen Bestandteil, ich möchte genauer sagen: harten Kern gehört unabänderlich jedes Jahr „die UniversalGÄSTIN“ Rosemarie, die mit ihrer kleinen Tochter (wie sie an die gekommen ist, wird mir immer schleierhaft bleiben) irgendwie als Hausrat mit in unsere Beziehung eingedrungen ist (wenn es nur das Gartenfest wäre, wo sie mich nervt…sie läuft indes jedes Wochenende hier auf) – und der finstere Blick ihrer Brut macht mir geradezu Angst. Ein Horror von einem Mädchen. Mandy. Ich spreche es gerne nur in Gegenwart meiner Frau buchstabengetreu aus – M.A.N.D.Y. – klingt nach „Mann-DIE!“. Rosemaries Thema sind die Männer von ihrer schäbigsten Seite, dennoch sucht sie unverzagt weiter. Ständig höre ich von ihr „Wie geil ist das denn“ wenn ihr mal etwas gefällt, was selten der Fall ist, häufiger hingegen „Das geht ja gaaar nicht“ wenn sie was mißbilligt, und das liegt ihr schon eher. R. ist anstrengend und voller Tattos und Piercings, nach allen Regeln der Kunst auf der Höhe der Zeit sozusagen – aber sie bleibt allein mit Mandy. Was mich am allerwenigsten wundert.
 
   Zu den zahlreichen Freundinnen und Bekannten stieß vor drei Jahren mein Kollege Erwin hinzu, ProfiSINGLE wider Willen. Es war also meine Idee, gut und schön. Erwin ist ein Rotfuchs, ein schräger Vogel mit frecher Klappe und beinhart auf der Langlaufschiene sein Leben verplempernd. Es heißt, wer viel rennt, der läuft vor irgendwas davon – bei Erwin stimmt es haargenau. Aber er ist zuverlässig, das halte ich für seinen Trumpf! Sein Name reizt ein wenig zum Davonlaufen, ich spreche ihn „Örving“ aus, klingt wenigstens wie ein Bestsellerautor.

     Rosemarie wußte ein wenig von meiner Frau über E., Erwin instruierte ich gleich bei seiner Ankunft – „Schau unauffällig hin – paß auf, der Tisch neben der Terrasse, die mit der kleinen Tochter (ja, mein Gott, Piercing und Tattoo – na und – schau doch mal näher!)– aber paß auf Dein freches Maul auf! Halt die Gosche, klar?“ Erwin versteht nur klares Deutsch.

     Erwin setzte sich in unmittelbare Nähe zu Rosemarie. Und er wurde sofort fixiert, von Mandy. Hoffentlich hatte er gegrüßt, denn Erwin führt Befehle konsequent aus und ich hatte das nicht betont. Ich sah es, er hielt offenbar penetrant die Klappe.

     Und dann geschah, was keiner ahnen konnte: Sie saßen stumm beieinander, und auf einmal fischte Rosemarie aus ihrer Tasche eine Zigarette – mir fiel fast das Weinglas aus der Hand, mein Gegenüber schien seine an mich gerichtete Frage nochmals zu wiederholen und stieß mich leicht an – aber ich mußte es einfach genau sehen: Die Nichtraucherin Rosie machte auf cool und begab sich auf eine endlose Suche nach Feuer, kramte in der Tasche, wartete verunsichert auf galante Hilfe von Erwin. Der schaute stur in die Augen der ihn unablässig musternden Mandy – es tat sich nichts – wie auch: Erwin ist nicht nur Nichtraucher, er ist Feind aller Rauchartikel und wenn er was nicht dabei hat, dann gewiß Zündhölzer oder Feuerzeug. Für Erwin war die Nummer durch, auf einmal trottete er zum Grill, nahm sich gebratenes Gemüse (ja, für den Herrn Vegetarier hatten wir auch daran gedacht) und eine große Flasche Wasser und tauchte irgendwie unter.

     Rosemaries Zigarette brannte unterdessen, sie mußte allerdings recht viel husten und schob es auf den Grill, wie mir meine Frau später kichernd versicherte. Sie hatte der Sache eh keine Chance eingeräumt und macht auch kein Drama daraus, sie kannte ja Rosemarie.

 --- 

     Auf wundersame Weise hing Rosemarie seitdem nicht mehr bei uns herum, ich wagte kaum unser Glück zu glauben und sprach es erst gar nicht an, um eine Fortsetzung der von mir empfundenen Belästigung zu unterbinden. Erwin hatte kurz darauf die Stelle gewechselt, konnte nun als Vertreter viele andere Sportvereine aufsuchen und dort seiner seligmachenden Wetzerei frönen (lauf doch zur Hölle, Du Sack).

     Vor kurzem hat Rosemarie per Karte mitgeteilt in sechs Wochen zu heiraten, wir sind dazu eingeladen! Ich bin von den Socken. Wie das? Rosemarie hatte also Feuer bekommen, auf unserem Gartenfest, aber das haben wir dann gar nicht weiter beachtet. Ein langjähriger Gast, ein befreundeter Nachbar, der sie schon sehr lange im Visier hatte, hatte sich ein Herz gefaßt, und so soll es begonnen haben, erzählte sie meiner Frau – und der Tollkühne nahm sogar „Mann-Die!“ in Kauf. Sie soll nun lieblich dreinschauen, heißt es, na, ich werde es ja sehen.

Sonntag, 14. Mai 2017

ESC

ESC
Singsang und mehr nach „Europa“-Art
Ganz auf die Schnelle ein paar Gedanken zu diesem Spektakel (welches ich jedes Jahr geschaut habe – bislang – dieses Jahr aber bewußt gemieden habe: ich weiß doch seit zig Jahren, wie es läuft).
    Nun also soeben im Internet nachgeschaut – vorletzter Platz für die Melanie-Müller-Kopie, wer auch immer das dieses Jahr war. Tja, Leute in der deutschen Hilflosigkeit, das Schema müßte doch hinreichend bekannt sein: Germany funzt bei „Twelve Points und Duuuzse Poäääääns“ lediglich beim deutschen Mädchen Konzept (das German Frollein) – beziehungsweise halbwegs platziert beim typisch deutschen Schwachsinn, also Nicole bzw. Lena oder Guildo Horn, Raab oder andere „Witzischkeiten“. Nun, Nicole könnte nochmals als Tante Hedwig kommen oder Lena zweimal, damit man sie einmal sieht, nein das scheint bei beiden auch wirklich vorbei zu sein – und die Vollpfosten werden schon längst von anderen Nationen gestellt. Sollen wir das bedauern?
   Ich mag den Scheiß einfach nicht mehr gucken – und diese Punkteschiebereien unter Nachbarnationen sind nur noch ätzend in ihrer Absehbarkeit – und zwar schon seit vielen Jahren. Gut scheint es nur noch für Herrn Urban, der hier seine Besoldung sichert; ob sich aus dem stets verregneten Hamburg wieder die Walküre Schöneberger bemühte, weiß ich nicht mal. Der Schlager-Siegel soll übrigens auch noch leben.
   Nach Israel und Australien sollte mal der Farbe wegen Togo oder Ghana europäisiert werden, sonst weiß ich auch nicht weiter und schließe damit: Gute Nacht, Deutschland.
   (Unsere einfältigen Zahlemann-Politiker reichen doch fürs Blamabel-Image, muß dann wirklich noch weiter posaunt und getönt werden?)

Montag, 27. Februar 2017

Fünfte Jahreszeit

Un immä dä Spasss dobei!
(Ta-tää, Ta-tää, Ta-tää)
I
(Vertraute Zweisamkeit)
Ein Spaß, ein Witz, ein Gag war es doch nur. Ich garantiere, als Adonis habe ich nicht Pate gestanden, aber im Träumen bin ich bestens. Jedenfalls sagte ich so aus einer Laune heraus: „Also, wenn nun die blutjunge, bildschöne, steinreiche Prinzessin bei uns Sturm klingeln würde und darauf unerbittlich bestünde, jetzt und sofort ein Kind von mir zu wollen – wir hätten da ein Problem.“
Ein Späßchen. Nicht so mit meiner First Lady, die kratzig aus der Deckung ihrer reifen Jahre heraus fauchte: „Du, mein Lieber, nur DU hättest ein Problem – mindestens eins!“


II
(Fragment eines erotischen Romans)
Er schellte.
Sie öffnete.
Bekleidet war sie einzig und allein mit einem Kaugummi im Munde.
Huch“, entfuhr es ihr theatralisch, „ich dachte, es wäre der Briefträger!“
Oh nein, Lady, ich bin der Installateur – und ich soll hier ein Rohr verlegen.“ Mit seitlich gezogenem Mundwinkel musterte er sie lüstern.
Es ist doch Karneval – Sie haben nicht mal eine rote Pappnase!“ flötete sie keß.
Ich sag mal so, Gnädigste“, hob er raunend an, „ich schaue zwar nicht lustig drein, aber Lust ist im Spiel, Hand drauf. Und übrigens: mein kleiner Geselle kommt völlig verhüllt!“
..
Die Weiterarbeit wurde mir von der Administration unter Androhung Höherer Gewalt bis auf Weiteres untersagt.


III
(Kalauer, abgestanden)
Wie andere auch, zeige ich mich gerne überheblich, wenn ein alter Witz zu Gehör kommt. Wenn mir so ein Scherzkeks auf den Wecker geht, sage ich: „Genau für diesen Witz ist ja mein Ur-Ur-Ur-Großvater verhaftet worden!“
Wie jetzt?“ oder so ähnlich kommt dann die Erwiderung des verdutzten Spaßvogels.
Und dann habe ich ihn – ich schaue mich bedachtsam aber auffällig um, winke ihn näher zu mir heran und verschwörerisch sage ich zu ihm: „Also daaamals zu seiner Zeit war es so – wer einen veralteten Witz erzählte, wurde drei Tage eingelocht – das waren noch Zeiten!“
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Zum heutigen Rosenmontag Helau, Alaaf (oder einen der aufgelisteten Grüße) von mir an alle „Jecken“.


Soweit ich mich erinnere, wurde in meinem kleinen Geburtsort, so erzählte mir meine Mutter damals, O-JO-JO gerufen. Ich habe noch keinen passenderen Gruß vernommen! Die o.a. Auflistung ist insoweit natürlich nicht vollständig!
(Also schnell mal alles auswendig lernen, damit man sich jederzeit überall zu Hause fühlt.)
(und Mussik/Musike): Uff-TaTaa, Uff-Ta-Taa…..

Montag, 20. Februar 2017

TV-Werbung

TV-Werbung



Es ist selbst für mich nicht zu schaffen, in jeder Werbepause* an den Kühlschrank oder pinkeln zu gehen.
Es gibt Sender, da dienen die eigentlichen Filmschnipsel nur der Verbindung der Werbeblöcke. Und ganz schlimm bei den Sportsendern (jedes Luftholen in den Aktionen wird angehalten, unterbrochen, untertitelt, mit Einblendungen versehen und so weiter). Das Reklame-Unwesen greift sogar bei den öffentlich-rechtlichen Sendern um sich – schaurige Aussichten.
Es nervt mich, daher hier die schrecklichsten Kategorien:

Schwerhörigkeit, ja sogar Begriffsstutzigkeit des Konsumenten (der Kunde als Narr, dem man alles einhämmern muß):

„Kotzbacher Müsli – Müsli – von Kotzbacher!“

„Das neue „Bimbam!“ Das neue Bimbam???“ „Ja-a: das neue Bimbam!“

Und die Geheimniskrämerei: „Pssst – nicht weitersagen!“ (Also die heilige Info nur von den zumeist unbeholfenen agierenden Reklamedarstellern an mich, zum einzig und alleinigen TV-Zuschauer – geflüstert - diese besonders vertrauliche Nachricht – und NUR für MICH!) – Was für Arschlöcher, die diesen Heckmeck fabrizieren!

Die vermessene Einzigartigkeit – „Nichts ist so wie dies: Und nur dies!“ Und genau das behaupten die Konkurrenten (mitunter gar gleicher Inhalt unter anderem Etikett) auch.

Immerzu die überheblich verschränkten Arme, diese Universalgeste für „Jawoll – isso!“ Von beseelter Erkenntnis gesegnet: Ich habe es kapiert, ICH-König-Kunde der Erleuchtete, ich bin der voll und ganz befriedigte Konsument (dazu Kopfnicken, es fehlt nur das trotzige Aufstampfen mit dem Fuß).

Die Wichtigtuer sind immer in Bewegung – kein Stillstand, ständig wird aus der Bewegung raus der Senf abgesondert (meine Güte, was bin ich doch für ein Heilsbotschafter!) – da spricht der Fachmann, unentwegt Handeln im Sinne des Kunden. Gerne auch im weißen Kittel.

Neben diesen offiziellen Werbungen (und den rechtlich nur halbherzig verfolgten Schleichwerbungen) gibt es aber noch diese von den Sendern unterstützte Gelegenheitswerbung: Eigenreklamen. Kein Talkshow-Teilnehmer ist auch nur vorstellbar, der oder die nicht gerade ein neues Buch, eine CD oder einen Film bewirbt.
Und dann diese zu allem befragten unvermeidlichen Sachverständigen („Experten“), die im Einspieler vor Abgabe ihrer Fach-Meinung (oft dem Wissen eines „Milchmädchens“ entsprechend) so versunken in ihrem eigenen Buch blättern – immer die Titelseite und den eigenen Namen im Bild.

Jedes Jahr denke ich, schlimmer kann es nicht mehr werden…und dann wird es noch viel schlimmer.

Die mir einzig verbliebene Waffe gegen diese Impertinenz: niemals die Produkte kaufen, deren Werbung mich nervt – ich weiß genau, welches Müsli ich ums Verrecken niemals kaufen würde, und wo ich um keinen noch so günstigen Preis der Welt meine Brille holen würde! (Als anerkannter Giftzwerg brauche ich nun nicht mal die Arme zu verschränken).

*dies ist keine Pause in der Werbung, sondern die Werbung soll die Pause sein (auch wenn ich mitunter so meine Zweifel habe)

Samstag, 21. Januar 2017

Neue alte Wörter

Von der schleichenden Umdeutung der Worte


(Nachteile einer lebenden Sprache)


Was wird aus konsequenten Fehlern? Ich fürchte, letztendlich eine Neubewertung.

Ich beginne mal mit einem ABER-Satz: ich habe ja nichts gegen moderne Veränderungen, aaaber …

In meiner vergangenen Lebenszeit kam es unter vielen anderen neuen Verwendungen von Wörtern ganz gravierend zu einem Mißbrauch des Wortes GEIL – heute gibt es kaum etwas, das nicht geil sein soll. Früher eindeutig negativ und ungebräuchlich (man wußte um dieses Wort, mied es natürlich schamhaft), heute Ausdruck höchster Verzückung, immerzu von jungen Leuten freizügig geäußert. Und das finde ich sehr bedenklich – aber: es hat sich schleichend durchgesetzt. Erscheint mir nicht mehr umkehrbar. Eine seltsame Entwicklung.

Alles ist heute WAHNSINNIG, eine Höchstbetonung, ein Superlativ – fortwährend wird was damit ausgeschmückt. Wie dumm, ist wahnsinnig im wirklichen Sinne doch alles andere als toll. Ach Gott, der Volksmund…

Genauso ist es mit SPANNEND – jeder Scheiß wird gleich als spannend bezeichnet, und geht es auch nur darum, etwas als nicht egal, langweilig oder interessant zu bewerten – alle finden fast alles spannend. Das ermüdet mich, nein, das ist ganz und gar nicht spannend zu verfolgen. Für mich ist ein Buch, ein Film oder so spannend – sonst geize ich mit dem Wort.

Was ist nicht alles COOL – eigentlich aus dem Englischen direkt ab ins Deutsche als, ja, was eigentlich – vielleicht besteht hier eine Bereicherung unserer Sprache? Wir quatschen da ja so manches nach aus dem Anglizismus, das ist einfach so – warum sollte es auch ganz und gar falsch sein (nein, ein deutscher Sprach-Purist will ich nicht sein, „nicht wirklich“). Ein Thema für sich.

Dies sind nur ganz wenige, spontan überlegte Beispiele. Es gibt auch die gruselig falschen Verwendungen an sich, zum Beispiel der heute so weit verbreitete Fehlgebrauch von VERMEINTLICH. Aber dazu lasse ich mich ja schon seit Jahr und Tag aus …..sicherlich: vergebens.

Freitag, 23. Dezember 2016

Islamistische Terroristen

Die Legende vom guten 
islamistischen Terroristen
(eine etwas andere Weihnachtsgeschichte)


Mit Erschrecken vernehmen wir hierzulande immer wieder, daß ein Anschlag aufgrund technischer Unzulänglichkeit mißlungen ist. Muß das sein? Was könnten wir tun?


Guter Rat ist nicht teuer – einfach Üben! Oh ja, eine konsequente Übung wäre mein Vorschlag auf ein perfektes Gelingen – vor allem, um der Schande des peinlichen Versagens zu entgehen.


Also: es geht ganz einfach – in voller Ausrüstung ab in die entlegene Kiesgrube und den perfekten Wums exakt eins zu eins durchführen. Zündung – ideal!


Sicher, der Herr Terrorist steht aus naheliegenden Gründen nun nicht mehr zur Verfügung, aber scheiß drauf: Anschlag ist nur einmal im Leben! Der penibel Übende hat jedenfalls den seligmachenden Gedanken an diesen Volltreffer mit auf den Weg zu seinem Ziel genommen! Er kann nun seinen 72 Jungfrauen erzählen, was für ein Held er dort oben auf der Erde gewesen…wäre, es muß ihm doch höllisch himmlisch vorkommen, am Ziel seines bis dato nutzlosen Daseins.


So viel typischer Mann steckt doch wohl auch in dem allerletzten islamistischen Taugenichts, dieses gockelige Herausposaunen seiner „Herr“lichkeit, und dann kann er, nun wird es sogar für ihn „weihnachtlich“, seine 72 verschleierten Überraschungspaketchen befreien – FROHES FEST!

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Bulgarische Mitmenschen beispielsweise

Bulgarische Treppenhelfer


(nicht gleich ausländerfeindlich denken…auch mal das Gute sehen)

Die Filmaufnahme aus der Berliner U-Bahn ist derzeit in allen Köpfen hierzulande. Bulgaren haben wir bislang eigentlich nur in Männergruppen-Freundschaft gekannt, die zusammen zum blitzschnellen Ausräumen von Häusern anrücken, derweil die Frauen zu Dumpingpreisen den Straßenstrich ergänzen. Wir haben die Grenzen geöffnet, damit sie noch viel schneller und vor allem unbehelligt herbeieilen können. Ein erster Schritt. Nun versuchen junge Menschen aus diesem armen Land, sich als soziale Helfer beim schnelleren Begehen von Treppen zu engagieren, da ist es dann auch wieder nicht gut. Der deutschen Seele kann man es auch nicht recht machen…

Was sagen uns diese Bilder? Gewiß, der junge Herr hätte geschickter zuvor das Gespräch mit der treppabgehenden Frau suchen können, aber aller Anfang ist schwer, er neigt deutlich zu ungestümer Hilfsbereitschaft – das könnte man doch verbessern!

Es wird grün-soziale Stimmen geben, die für ein Camp sind, in dem solche überhitzte Aktionsbereitschaft abgebaut werden könnte. Nein, nicht wochenlang auf Malle oder den Kanaren, ich denke eher an eine durch Steuern unterstützte und durch zielgerichtetes Spendenaufkommen der Gutmenschen finanzierten Vierteljahres-Aufenthalte auf pazifischen Inseln (alternativ: Indischer Ozean, und wäre es nur Mauritius), wenigstens aber Florida! Zur Seite gestellte Psychologen sollten wöchentlich das Einzelgespräch anbieten, eine wichtige Komponente wären täglich einzeln zugeteilte Mitarbeiter der Physiotherapie, denn von den gezeigten Aktionen sind die Handgelenke verkrampft und bedürfen ausgiebiger Betreuung zur Wiedererlangung der Geschmeidigkeit. Wir sollten darüber diskutieren.

Es muß doch gesehen werden: die kulturelle Bereicherung in all ihren Facetten. Und das so ganz und gar andere Naturell anderer Nationen: Seien wir doch wieder mal offen für ein blutbuntes Dasein! Blutrauschtaten, eine Spezialität südländischer Kulturbringer zum Beispiel – aber nein, „Gewalttaten“, ein vorschnelles, letztlich nur ein falsches Bild der Medien: diese gefühlten Blutbäder und Racheaktionen aus Ehre und gekränktem Stolz, das kann doch gar nicht sein, daß es nur leicht dunkelhäutige Menschen sind – sicherlich werden die Morde von urdeutschen Personen ohne Migrationshintergrund nur verschwiegen, sicherlich, kann doch nur (bei den vorgezeigten Statistiken).

Und ganz wichtig: Zunächst der Täterschutz – Opferschutz, was soll das sein? Wir haben eine mysteriöse Justiz – passend zu meinem Juristenbild, das ich hier nicht weiter strapazieren möchte – aber es ist herzig, über die Urteile „Im Namen des Volkes“ zu schreiben – diese Schelminnen und Schelme aber auch.

Nur der Vollständigkeit halber:

Es ist natürlich auch eine andere Konfliktlösung denkbar: Öffentliches Händeabhacken, Wasser und Brot in jahrelanger Einzelhaft im Nahen Osten. Unter gesundheitlichen Gründen könnten die Kohlenhydrate sukzessiv abgebaut werden, natürlich. Vielleicht ist ein bißchen Erdogan doch nicht so übel? Können wir von ihm lernen?

Ich war zig Jahre zuverlässiger Wähler der Grünen. Ich wurde von meinem letzten Polizeipräsidenten ein Sozialromantiker genannt und so weiter und so fort.

Ja, aus der Kirche bin ich ausgetreten dieses Jahr, weil ich merke, daß mir im Laufe meines Lebens und der beruflichen Erfahrung doch das Alte Testament näher rückt als das Neue – erfolgt nun die große Umkehr für alle? Künftige Wahlen werden es zeigen. Wenn Deutschland nicht aufwacht (es ist nicht fünf vor zwölf: Zwölf ist lange lange rum!!!) dann kehren alte Zeiten heftiger und schneller zurück, als es uns lieb ist. Ich bin bei den Letzten, die das wundern würde.