Dienstag, 25. September 2012

Ich schreibe ...



Ich, äh…schreibe. „Ach?“

Haben Sie schon mal in einer Überschrift einen Dialog gelesen? Sehen Sie, eben. Und da bin ich nun schon im Geschäft.
   Na gut. Ein Schweizer Verlag hatte mich mal in den 70er Jahren abgelehnt, weil man nur unbehauste Literatur veröffentliche, sprich: akzeptiere. Damit sollte ich schlucken: „Wolfgang Becher, Du bist uns zu pomadig, irgendwie.“ (Arschlöchli, hä?… aber maximaaaal, oddrrr?) – Ich machte weiter unbeirrbar mein Ding, wie man heute sagt.
   Jedoch: Klappern gehört zum Handwerk, kennen Sie ja. Sex sells – das scheidet bei mir aus (nicht, daß es mir an schmutziger Phantasie fehle, was bleibt letztlich) – aber die Außenwirkung bringt es, der äußere Anschein zählt mehr denn je. Man muß etwas tun. Nun bin ich allerdings eher der kleine, pummelige Olle. Vom Waschbrettbauch soll mir keiner was erzählen – ich habe eher den Waschboy (die kleine Wama) zu bieten. Gut, mein Resthaar vom Kopfkranz umweht mich je nach Windrichtung, richtig künstlerisch kann das ausschauen. Aber ich weigere mich, in Denkerhaltung mit schwer gestütztem Kopf, grübelnd, zu Fotos Anlaß zu geben. Auch das Posieren mit kalter Pfeife halte ich für unangebracht – zumal als geborener Nichtraucher.
   Das gibt alles bei mir nichts her. Daß ich Unterhaltungen mit mir bis soeben völlig unbekannten Mitmenschen auf den Punkt bringe, also in diese Richtung biege … Sabine möchte dann am liebsten stets unter den Tisch sinken, Fremdschämen überkommt sie, wenn ich den Autor wie zufällig heraushängen lasse (obwohl doch sie meine hp gefertigt, meinen blog installiert hat, wo ich meine Texte aktuell absondere, mich an Wortgeburten ergötze und in gedrechseltem Fabulieren suhle). Ich bin doch mit über sechzig auf der Zielgeraden; es ist Zeit für den Endspurt, ich gebe alles! Zumindest tue ich so.
   Und wenn Sie jetzt einen Kommentar zu verfassen geneigt sein könnten – oder sich wenigstens eine mail abringen, um es anzuerkennen – vergelt’s Gott! Dann wachse ich über mich hinaus, ehrlich - versprochen!
   … Aber nein, peinlich ist nun wirklich was anderes (beispielsweise als Mann beim Pinkeln den kleinen Finger geckenhaft abzuspreizen).

3:13 h – auch als Morgenmensch übertreibe ich manchmal

Kommentare:

  1. Wie sich hier selbst auf die Schippe genommen wird: Wer das kann, der darf auch andere "verunglimpfen" - Respekt, weiter so! Eine Kakaoisierung der eigenen Art sozusagen.

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  2. Na gut - das war ich soeben selber - aber den Versuch war es wert. :-)

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  3. Kommentar hin oder her.... "ICK VERSTEH NUR BAHNHOF!?"
    Hmmm... muss mich mal mit meinem Alter auseinandersetzen!
    LG

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  4. Och...hol mal Sabine wieder unterm Tisch hervor, oder leg dann wenigstens ein dickes Kissen hin. Nicht dass sie sich noch wehtut ;-)

    Ich finde es klasse, man muss auch über sich selbst lachen können.

    ....und btw. pinklen und den Finger abspreizen :-O Der moderne Mann ist Sitzpinkler und schiebt mir vier Fingern nach hinten *fg*

    Liebe Abendgrüssle *wink*

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    1. Das erfordert jetzt aber eine Klarstellung, unabdingbar: Ich bin seit Partnerschaftsbeginn anno 93 (also 1993) erfolgreich abgerichteter Sitz-Pipi-MÄÄN, aber hallo! Nun aber noch ein besonderes Erstaunen, liebe Nova - alle Achtung über die detaillierte Pieseltechnik beim Männerpinkeln (übrigens: ein Hoch den Urinalen - eine unserer letzten Bastionen! Da wird auch mein neuer Kumpel Onkel GiTo zustimmen).
      Ich danke für diesen anregenden Erfahrungsaustausch. ;-)

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    2. Also Mann bin ich noch nicht gewesen...aber zusammen im Bad mit WC schon mit nem Mann *gg*

      ...und auch ich kann dir da zustimmen. Zumindest kann ich mir die Praktikabilität gut vorstellen, und das auch Sicht einer Frau. :-)

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Danke! ;)