Donnerstag, 7. Februar 2019

Stars, Stars - alle sind Stars!

Armes Deutschland: Deine „Stars“

(von Teelichtern und Funzeln, die scheinen wollen)

Es gibt sie auch in Good Old Germany – die abgestuften Bekanntheitsgrade sogenannter „Promis“. Nur ein kleines Beispiel aus der Modebranche: der exzentrische Lagerfeld ist A, der tuntige Frauenversteher Kretschmer sowie der schreckliche Bling-Bling-Glööckler sind B – und dann gibt es noch solche schier unbeschreiblichen Kreaturen wie diesen unterirdisch hohlen „Stöckli-Julian“ (und bei C fange ich dann diese ganze Nichtsnutzigkeit global auf, das Alphabet würde eh nicht reichen, solche Launen der Natur zu beschreiben - diese Flut von „DJanes“ und „DesignerInnen“ – früher wurde man wenigstens noch „Wirt“).
   Aber um diese dubiose 3. Klasse soll es hier gehen. Das unendlich weite Feld der Möchtegerne, „TagenichtsInnen“ und Arbeitsscheuen – mit dem schier  ungeheuerlichen Drang zur Selbstdarstellung, koste es, was es wolle; und von Ehre, Stolz und Würde sind schon längst die rudimentären Reste verblaßt: Peinlichkeitsgrenzen gibt es hier nicht. Dies ist, mit bizarrem Hang zur Öffentlichkeit, ein so besonderer Menschenschlag, der geradezu erschreckend monströs und hurtig anwächst, daß es mich schon wieder interessiert – kaum eine dieser Trash-Shows, der ich nichts abgewinnen kann. Es hat etwas von einer Unfall-Kette – ich schlage die Hände vors Gesicht und blinzele durch die Finger – das darf doch alles nicht wahr sein. Ist es aber.
   Nix wie hinein in diese aktuelle Medienwelt, durchsetzt von hochamtlichen Nichtskönnern, strunzdoofen, aber blutjungen Ballon-Titten-Schwenkerinnen, verpeilten Oldies, kurzum: „sone Leute“, das groteske Gegenteil von lichtscheu (und eine ausgemachte Blödheit ist geradezu förderlich!). In den Interviews der TV-Boulevard-Magazine hecheln sie um jede Sekunde Aufmerksamkeit, rote Teppiche ohne Unterlaß, keine Gelegenheit wird ausgelassen, die ausgemachte Dämlichkeit unter das Volk zu schleudern, und wer gerade nicht befragt wird, schielt zu den Monitoren, wie man sich bestens ins Bild rückt. Äußerlichkeit ist absolut alles, innere Werte – unvorstellbar anscheinend, völlig fehl am Platz. Hier wäre das geradezu störend und hinderlich.
   In dieser unfaßbar entstandenen Spezialwelt der Nutzlosigkeit ringt man mit allen Mitteln um den eigenen Unterhaltungswert (und manche sind geübt und schaffen es unabdingbar, Profis, sozusagen). Je schräger, umso mehr Chancen: Spitze! Man bemerkt mich – also bin ich! Kurzum: verkrachte Existenzen, die in der „Yellow-Press“ mit Schulden und Alkohol endlich ihr wahres Echo hinterlassen können.
   Und das sind die „Rregels“: Zum einen, man gräbt sich untereinander nicht das Wasser ab, Leben und leben lassen, es ist Platz in diesem modrigen Gewässer für alle diese Tagediebe und sie wissen nie, wer ihnen noch nützlich sein könnte; aber andererseits gezielte und gesteuerte Animositäten, abgesprochen, inszeniert und konstruiert oder aus astreiner Dusseligkeit entgleiste Erweckung; Rivalitäten und Feindbilder, die das Geschehen befeuern und deren hirnlose Akteure durch Schüren der erbärmlichsten Flämmchen ein wenig Feuer zu erhalten bemüht sind. Ein Rudel gerissener und gieriger „Manager“ behält alles in schützender Hand, vor allem die Gagen ihrer Schützlinge – und wenn jemand ausgelutscht ist, was soll’s – es gibt Nachschub ohne Ende. Manche dieser Haie können gar selber nicht dem sie kurz beleuchtenden Lichtkegel widerstehen. Der Hot Spot wird zum heißen Scheiß. Sie betreuen ihre armseligen Auszubildenden, nicht alle habe es in den Genen; die geübt passende Pose, der Überblick zur Situation und das rote Lämpchen an zielenden Kameras sind als der Fokus für Alles durch minutenlanges Üben und stundenlanges Training eingeimpft. Und so fressen sie sich durch die einschlägigen Formate wie Parasiten und empfinden ihre unselige Gegenwart als Bereicherung (eine geradezu himmlische Einfältigkeit). Tingelei durch Koch- und Klamottenshows, und wenn es eine höhere Gnade gibt, wandern sie sogar noch aus – spurenreich und geräuschvoll.
  Die höchste Kategorie scheint mir das Dschungelcamp zu sein, eine seit Jahren bewährte internationale Verwursterei der abgehalfterten C- bis Z-Klasse. „Lüftpümpen“, wie der allgegenwärtige Ossi seine unnütze Sippe zu benennen pflegt. Es heißt, im australischen Dschungel ist für die tragikomischen Akteure das meiste Geld zu machen (es darf einem nur nichts peinlich sein; zur rechten Zeit eine unerhörte Beichte gezielt abgesondert kann eine Auferstehung bedeuten, gegen Geldnot wird wirksam wiederbelebt). Hingegen bezahlen sie selber mit dem Rest ihrer Würde – doch den meisten ist das ohnehin völlig schnurz – Hauptsache, es kommt Geld rein – und Sendezeit ist Geld. Händeringend verausgaben sie sich für einen kleinen Lichtstrahl auf ihre sprichwörtliche „Wenigkeit“, die aber nur von anderen als solche bemerkt wird – in der Regel sind sie per Selbstverliebtheit persönlich daran gehindert (ihre desolate Selbstüberschätzung verspricht ihnen anderes – wie eine Fata Morgana); sie drängen zu den einschlägigen Kamerateams und Micros, um auch nur spärlichste Aufmerksamkeit zu ergattern. Manche knüpfen verzweifelt an große Zeiten an, in der Regel vergebens, aber durchleben selber noch mal öffentlichkeitswirksam erloschene Glanzzeiten. Dahin, dahin.
   Die Personaldecke für ein erfolgreiches Survival-Camp häkelt sich selbst, mit den üblichen Fremdschäm-Garanten: Windige Protze und Großmäuler, Operations-Schlampen nach allen Regeln der Kunst, abgetakelte Liedchen-Trällerer (und wie immer, alles in maskuliner, femininer und nach Möglichkeit noch abenteuerlicherer Gender-Variante), ein Sumpf von gräßlich und widerwärtig Bemühten. Das Szenario wird mit Sportskanonen aufgestockt, die gezielt „beiläufig“ verblichene große Tage und Erfolge aufleben lassen, abgerundet alles durch bemitleidenswerte Mimen, die irgendwann einmal in einem bekannten Film eine Rolle ausfüllten, die Gelegenheit für eine tragende Rolle grandios verpaßten. Allen voran die Garde der Soap-Fuzzis. Konfliktpotenzial wird eingefädelt, entsteht aber wie von Zauberhand aus sich selbst heraus - und dann läuft auch bald alles wie geschmiert – und wenn es super läuft, noch total aus dem Ruder. Süffisant kommentiert von Leuten, die für einen Gag ihre Großmutter verscherbeln würden.  
   Aktuell glänzte ein tapsiges blondes Dummerle („Fach“-Abitur!) damit, den Ozean zwischen Europa und Amerika als „Amerikanischen Ozean“ zu bezeichnen, denn der Atlantische „ist doch da irgendwo in Asien“); die Himmelsrichtungen sind auch nicht so klar für dieses kaum zu beschreibende niedlich-doofe Geschöpf auszumachen – „gegenüber von Norden ist doch Osten, oder?“ – tja, was bleibt mir über, als mich zu begackeiern, wenn sich ein Menschlein sonnigen Gemüts in der eigenen Beschränktheit suhlt, denn begreifen kann es niemand so wirklich – wir staunen auf den Bildschirm: was alles so frei rumläuft. Und der Currywurst-MÄÄN dreht am Rad, hat seine nervliche Belastungsgrenze erreicht und geht davon aus, im Anschluß an diese unvergleichliche Zeit in Therapie zu müssen. Ach bitte, nur mit einem Kamerateam! Das alles unterhält mich bestens – so heilend könnte keine Chemie wirken. Es ist heute alles WIN/WIN – auf so viel Unfug kann ich selber als Satiriker gar nicht von allein kommen. Zeitvergeudung? Hohnlachen und Spott zündend erquickt mich dies desolate Geschehen, dieser garantierte Lustgewinn, zu einer soliden bürgerlichen Überheblichkeit gesellt sich die empfundene Überlegenheit gegenüber diesen zum Großteil grenzdebilen Schwachmaten – und die Wonne, kein Bedürfnis zu verspüren, je so tief zu sinken. Für Geld und ein bißchen Aufmerksamkeit tun sie absolut alles. Grenzenlos. Rückhaltlos.
   Halten wir aktuell fest: Nach der Kader-Loth-Gesamtschule, dem Katzenberger-Institut und dem Verona-Feldbusch-Gymnasium muß nun auch folgerichtig die Evelyn-Burdecki-Universität eingeplant werden. Ich freue mich, ja – das macht Laune, und damit sogar mir den heute allgegenwärtigen „Spaß“!
   Deutschland – wer hätte sich das träumen lassen.
Tja, wenn nicht hier und jetzt, wann dann: ein Zeichen der Dankbarkeit für ein Geschenk der Italiener für Deutschland - würdigen wir diese grandiose Bereicherung- liebe Lesegemeinde, mein Vorschlag für ein angemessenes Gedenken dem Bohlen-Arschkriecher:

PIETRO-LOMBARDI-BAUMSCHULE.

Samstag, 22. Dezember 2018

The same procedure as every year

…wie jedes Jahr
(und bald ist es wieder soweit)
In den 60er Jahren ( ja-a, 1960er), ich saß noch mit Mutti und Papa auf dem Sofa, wir schauten auf unseren Fernsehapparat, und wenn sich dann Witzhelden um die Löffel hauten, dann lachten mein Vater und ich wie verrückt. Meine Mutter war entsetzt. Aber bei Heinz Erhardt war sie mit im Boot – und ihr absoluter Favorit: Silvester – DINNER FOR ONE – da waren wir einig.
Ich denke, die vielen Kopien, die es mittlerweile gibt, hätten ihr mißfallen, und auch des Englischen nicht mächtig, hätte sie niemals irgendeine deutsche Platt-Version akzeptiert. Egal, ich habe stets meine Freude daran.
Meiner Mutter zu Ehren, nun schon, mit einigen Tagen Anlauf, dieses Quiz.
Gesuchtes Lösungswort: ….. 2018
5 Buchstaben, die sich aus folgenden richtigen Antworten ergeben:
  1. Die berühmteste Version aus Deutschland mit englischem Text (Freddie Frinton und May Warden) stammt aus welchem Jahr?
           A) 1959 B) 1960 C) 1962 D) 1963
  1. Mit welcher Suppe beginnt die Sauforgie (Miss Sophie speist ja)?
L) Tomatoe M) Turtle A) Mulligatawny O) No Soup, James!


  1. Er stolpert bei seiner Runde stets über ein Fell, und zwar
F) Löwe J) Bär N) Tiger O) Eisbär


  1. Nach den verblichenen Lovern zu fragen (Sir Toby, Admiral von Schneider, Mister Pommeroy und Mister Winterbottom) finde ich unangemessen, in der Kölschen Version, spielend 2064, mit Ralf Schmitz und Annette Frier, sitzt Alfred Biolek mit am Tisch, ich habe ihn gegen einen anderen „Kölsche Jung“ ausgetauscht, wer also ist kein Gast:
K) Wolfg. Niedecken I) Hans Süper M) Reiner Calmund U) Dirk Bach


  1. Wie lauten die Schlußworte des Butlers
S) Wir schaffen das! W) Viagra, please!
E) Well, I’ll do my very best! P) Action!




Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein angenehmes Weihnachtsfest und ALLES GUTE für 2019!


HINWEIS (nur für unsichere Interessenten):
Es muß nicht unbedingt gegoogelt werden – wie immer ist der Originalverfasser verarmt gestorben, in den klassischen 20ern gab es schon das Stück von Lauri Wylie. Freddie Frinton, bei allem Vorbehalt gegen Deutschland, brachte es 8 Jahre nach Kriegsende zu uns, bestand aber auf den englischen Text und verstarb, bevor es mit ihm, wie geplant, in Deutsch und Farbe neu aufgenommen werden konnte. Ich habe bis heute noch keine Gelegenheit gehabt, diese scharfe Currysuppe zu kosten. Im Original war zunächst an einen Eisbären gedacht, nachdem Frinton aus Versehen gestolpert war und dies so besonders beim Publikum ankam; sein Standardrequisit mußte auf Grund der vielen Auftritte sogar geflickt werden (mit einem ähnlich anmutenden Leopardenfell), egal – er konnte nicht ahnen, daß ICH später einen Kölschrocksänger in ein Quiz einbauen würde. Ob er in der legendären deutschen Version (mit Otto als Miss Sopie und auch da schon Ralf Schmitz als saufendem Butler) überhaupt Moser, Lingen, Erhardt und Carrell gekannt hätte? Er wollte jedenfalls zum Schluß sein Bestes geben…wie dies meiner Mutter auf Deutsch gefallen hätte - ich weiß es nicht.

Samstag, 15. Dezember 2018

Leute gibt’s…

Der Clevere
(eine Anekdote)
Ein Aufnahmetermin, ich stehe dicht dabei, bekomme es hautnah mit.
Schnarchen? Ob ER schnarche? Also, ich sag mal so, meinte er, seine Frau habe umgehend das Ehebett verlassen – dann auch das Nebenzimmer, zuletzt habe sie das Stockwerk gewechselt. Im Haus wolle sie aber bleiben.
Oh, wirklich…
Es habe auch schon Beschwerden der Nachbarn gegeben – einmal sei eine Funkstreife gekommen, man habe gemeint, es werde jemand getötet.
Ach herrje…
Leute zwei Häuser weiter hätten neulich eine Unterschriftenaktion gegen ihn gestartet – nach einer neuen Dreifachverglasung sei es nun wirklich am Ende mit ihrer Toleranz.
IST JA GUT – Sie bekommen ja das einzige noch freie Einzelzimmer!
Schon am nächsten Tag kommt ihn seine Frau besuchen, ich höre, wie sie ihn vermisse, so allein in der Nacht …ich bin im Nebenzimmer mit einem empfindlichen Mitstreiter: wir haben uns alle Mühe gegeben, wir hören den cleveren Typ ganz und gar nicht.

Donnerstag, 1. November 2018

Halloween 2

Kein ÖSI-Gruß: Halloween!
(Weitere Erfahrungen aus der Provinz zum neuen Brauchtum)
Natürlich kann ich immer wochenlang zuvor nur schwer schlafen: Als was wird die wohl nach eigener Einschätzung alterslose Heidi Klum dieses Jahr gehen? Das sind die Probleme der Zeit, völlig klar. (Und das scheint alle Welt zu interessieren, was diese, für mich absolut nicht nachvollziehbare Popularität einer Frau, deren Lebensinhalt sich auf die Beherrschung der Werbeblöcke und das alberne Gestakse auf dem „Katzengang“ beschränkt – zuerst die lukrative Eigendarstellung, nun ausgiebig andere quietschig abzuschießen: „Ich habe aber heute kein Foto für Dich!“ – was die sich wohl dieses Jahr wieder mal Famoses hat einfallen lassen.)
Halloween, ich werde es wohl trotz immer weiter steigender Intensität niemals nachvollziehen, was das soll – von peinlich berührt bis angewidert reicht meine Beinahe-Totalablehnung, wären da nicht die Kinder, die mich amüsieren. Unvergessen letztes Jahr, als mir eine putzig-verwegene Schar „Süßes oder Saures“ verschämt entgegen krähte – und ich dann zum stummen Entsetzen entgegnete: „Och ja, was Süßes wäre nicht schlecht – was habt Ihr denn so dabei?“ Nach anfänglicher Schnappatmung fingen sie sich, unterdrückten ihre Empörung und belehrten mich, daß doch wohl ich es sei, der, und sie hatten sich doch aus diesem Anlaß aufwändig kostümiert, nun Besagtes unter Androhung von Gewalt herauszurücken habe. Ein schöner Moment. Mit ganzer Hingabe hatten sie sich vermutlich durch tatkräftige Unterstützung der angerührten Mütter aufgebretzelt, sogar die Hexen und Gespenster schauten goldig aus. Der Horror roch nach Ketchup.
Gestern Abend klingelte es nach 18 h, stockfinster längst – und dank der Germanen-Heidi hatte ich an den Anlaß gedacht, hatte schon Kinderschokolade bereit (für mich Schoko für Kinder, nicht von, clevere Werbung): In Anbetracht der vorgerückten Stunde (ja, ich gehöre zu den Hühner-Menschen, wird es hell, werde ich wach, wird es dunkel, beschließe in den Tag und widme mich im Morgenmantel dem lehrreichen TV-Programm, BRISANT und EXCLUSIV, ich will ja im Bilde sein) – kurzum: ich verzurre nochmals mein Gewand, um nicht selber zum Erschrecker zu werden, mache das Außenlicht an, öffne die Tür und setze zu meinem vorfreudig geplanten Schrei des Entsetzens an …da stehen vor mir zwei eindeutig ausländische Buben, sicherlich schon 10 oder 11 Jahre alt, ein Hauch von Kajal um die Augen, nicht mehr – aber große Jutetüten mit reichlich Beute schleppend. Nix von wegen scheu-verschämte niedliche Gruselprinzessinnen und so. Halb gelangweilt murmelten sie ein „Süßes oder Saures“ vor sich hin, bald schien wohl Feierabend zu sein; sie musterten mich und schauten sich dabei verstohlen an. Ich hatte ja das süße Zeug in der Hand, zum Gurkenglas war es zu weit …wir beendeten zur gegenseitigen Erlösung unsere Auftritte – Übergabe, fertisch für dieses Jahr.
Halloween ist auch nicht mehr, was es mal war.


Donnerstag, 25. Oktober 2018

Duden 2

Du…Du…Duden, Du!
(das hier könntet IHR doch noch machen)
In Anbetracht unserer alles andere als „heilen Welt“ (Natur, Politik) sind meine Empörungen natürlich die wahren „Peanuts“, das räume ich sicherlich ein, es ist ein Jammern auf hohem Niveau, wie man heute so gerne sagt. Das ist auch mir klar.
Eine von mir wertgeschätzte „German(ist)in“, mit der ich zumeist einen fernen Kontakt pflege, die sich aber nicht öffentlich äußern möchte, meint, es werde noch dazu kommen, daß wir uns am Süden unseres Sprachbereichs ( Bayern, Ösi-Land) zu orientieren haben. Die dort K für CH sprechen (China, Chemie; na gut, Chemnitz ist nicht auf dem dortigen Mist gewachsen) – also im FREISTAAT BAYERN hat sich durch die jüngsten Wahlen nur zeitlich etwas verzögert, aber in der Schriftsprache werden sie, ist zu befürchten, auch bald übergriffig.
Immer häufiger hören wir schon WÄGEN, DRÜCKE,VERBRÄUCHE und solche schrecklichen Begriffe und irgendwann nehmen wir sie als selbstverständlich und dann ist es auch nicht mehr weit und die Duden-Dödel, also die Düdel, greifen es beherzt auf – au ja, das machen wir nun als neues „Gesetz“.
Es schmerzt schon in meinen Ohren, wenn ich es in Nachrichten, Magazinen, aus allen Richtungen zu hören bekomme. Und das wirkt nachhaltig, das schleicht sich ein. (Ich will nun nicht wieder meine Dauererreger aufzählen, jeder hat da ja seine persönliche Schmerzgrenze.) Einen nur: „UNTER der Woche“, wenn ich das schon höre…..wie eine Pest greift das seit einiger Zeit um sich, schlagartig. Vor Jahren wäre im normalen Deutschland absolut niemand auf eine so hirnrissige Formulierung gekommen. Nun allerdings: allüberall. Begeistert wird es nachgeplärrt.
Lebendige Sprache also – und ich verschließe mich ja auf die alten Tage nicht kategorisch. Von jedem Grundsatz gibt es Ausnahmen, kenne ich aus meinem Arbeitsleben nur allzu deutlich. Was mir aber nach wie vor übel aufstößt, das ist die verquere Satzstellung, wohl am Englischen orientiert: „ein paar mehr Euro“, statt nachgestellt: ein paar Euro mehr. Heute würde man also den Filmklassiker umbenennen:
Für ein paar mehr Dollar. Ich sehe schon die rosa Colts. Meine Güte.
God shaves the Bundeskanzlerin. Ey Alter, alles voll cool oder was…
Aber nun etwas, das mir aus dem Süden kommend sogar einleuchtet, ja, das gibt es tatsächlich: die Umschreibungen mit SEIN statt mit HABEN.
Ich habe im Wald gestanden – da finde ich es naheliegend, wenn auch ein wenig neuländisch: ICH BIN IM WALD GESTANDEN. Da könnte ich eventuell, vielleicht eines Tages, unter Zurückstellung von Bedenken durchaus in Erwägung ziehen – dies als relativ ebenbürtig anzuerkennen, da es mir logischer erscheint – aber ich würde es niemals übernehmen. Nicht in diesem Leben. Schon aus Prinzip nicht.
„Wir sind eben auch wir“ – oder besser. WER!
Und werbegetreu ausrufen: DANN GEH DOCH NACH BAYERN!!!

Freitag, 19. Oktober 2018

Alles Duden oder was?

Duden-Redaktion – DANKE!
(es ist jetzt einfach mal an der Zeit)
Mir ist zum Heulen, ich bin völlig angefaßt, zu Tränen gerührt: ich habe nachgelesen, daß es uns die Duden-Redaktion „erlaubt“, Anreden auch in Briefen, kleinzuschreiben. Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich meine die grundsätzliche Gnade des Entgegenkommens, nicht jetzt diesen wieder mal speziellen hirnrissigen Blödsinn.
Wie kam es? In meinen monatlichen Zeitschriften zur Rockmusik (ja, wat mut….) ist mir aufgefallen, daß man dort Anreden nunmehr kleinschreibt. Und für mich, alte Schule, schaut das befremdlich aus – ist mir in den Heften im Grunde genommen aber wurscht, weil mir der Inhalt zu meinen alten Helden um ein Vielfaches wichtiger ist. In Büchern nervt es mich hingegen schon eher. „Was haben sie dagegen?“ – ja also – wer denn jetzt? Und der Hammer, wenn es mal so und mal so ist, also nicht konsequent durchgezogen: eine albtraumhafte Verwirrung (und das nicht nur bei einem einzelnen, schlecht redigierten Buch).
Ich forsche nach und siehe da, meine Augen haben mich nicht getäuscht, schon seit einiger Zeit habe ich es auch in neueren Büchern gesehen: nicht nur in Briefen, auch in wörtlicher Rede: du, ihr, sie, euch – alles durch die Bank nunmehr Kleinzeug.
Perplex bin ich da. Das Aus für die Höflichkeit? Wie ist das nur gekommen? Sagenhaft, die Macht dieser…(die Verfluchungen spare ich hier mal aus) – ich mag die dort einfach nicht. Was bilden DIE sich eigentlich ein! Gottgleich, weil auch Ihm die Ehre gebühret. Allmächtige Heilige Dudenredation, Gemeinschaft der Beschränkten.
„Ich mag Sie / sie / dich / Euch nicht!“ Beschimpfungen per SIE sind wie das Abspreizen des kleinen Fingers beim Pinkeln. Also – diese selbsternannte Regierung der Schriftsprache, diese DÜDEL sind nahezu unerträglich.
Mag der eine oder die Andere (Hosianna - beides darf ich, juch-huh!) sagen (gut, hier nun schreiben), „der Altersstarrsinn hat ihn nun wohl voll erwischt“, also „meine Wenigkeit“ (ähem, und ja: ich habe gezögert, Ihn zu schreiben um ein Zeichen zu setzen); geschenkt: ich habe es schon öfters ausgeführt – deren Hickhack ist so peinlich wie lächerlich wie ärgerlich. Bungt, wie es im Ösiland heißt. Und überhaupt, wenn ich mal in den englischen Sprachraum schaue: zu keiner Zeit käme dort jemand auch nur auf den Gedanken, „I“ (also: ich) kleinzuschreiben. Große Umwälzungen: nur hierzulande, aber natürlich!
Wie schon öfters ausgeführt – ich bleibe bei meiner teilveränderten, eigenen Schriftsprache. Das gönne ich mir redlich. Denn dieser selbstherrliche Duden „WOLLT IHR DEN TOTALEN SCHEISS???“ – ohne mich. Warum? WEIL ICH ES JETZT KANN!
Hallo Duden: ich bin es, hier unten – DU kannst mich mal – und IHR beim Duden – allemal! Leckt mich, Ihr…. Düdel.


Ich lockere abschließend mit Heinz Erhardt auf, der da sagte:
„Das weiß ich nicht – ich bin doch nicht Herr Duden – obwohl meine Frau immer sagt, was weißt duden.“
;-)

Freitag, 12. Oktober 2018

Jeder darf mitmachen ...

Talentbühne
(auch in DIR schlummert ein Star)


Eigentlich wollte ich das gar nicht mehr schauen – aber die vermaledeite Zapperei trieb mich zu dem Sender: und ich erkannte den jungen Mann.
Die entsetzliche Jury: der großfressige Musikproduzent, der aus jeder Scheiße Geld macht, sein „Neger“, der ihm den Speichel leckt und jede Gelegenheit zu einer selbstherrlichen Darstellung für sich zu nutzen weiß, und als Drittes eine wie Plastik anmutende Holland-Barbie in der Jury – Leute zum Kotzen. Der eine redet unablässig primitiven Dreck, die beiden anderen tun, als könnten sie kein Deutsch und radebrechen mit ihren aufgesetzten Akzenten. Das ganze künstliche Brimborium hatte mich schon vor längerer Zeit in die Flucht geschlagen – doch nun sah ich den Buntkopf als Kandidaten, den ich aus einem Drogeriemarkt in der kleinen Nachbarstadt kannte. Amüsiert hatte ich ihn schon mit grünem und blauem Haarschopf gesehen und mich gewundert, daß dies in der Geschäftskette geduldet wurde. Freundlicher Kerl, engagiert – also warum nicht, er war noch so jung. Und nun „tanzte“ er hier im Fernsehen – also es sollte eine tänzerische Darbietung sein. Verbissene Mühe strahlte er bei seinen linkischen Gebärden aus, es war ein hoffnungsloses Unterfangen. Ein Fall zum Fremdschämen.
Das Publikum war gnadenlos – zaghaftes Pfeifen schwoll an zu großem Unmutstamtam und lautstarkem Spott – und die Jury genoß das lebhafte Volk, schürte Häme und Verachtung, goß unablässig Brandbeschleuniger über die entflammte Meute – der Junge ging kläglich unter, mußte aber weitermachen, weil einer der drei Buzzer noch nicht gedrückt war – kein Erbarmen: er mußte sich restlos selber hinrichten.
Ich merkte ihm seine Verzagtheit an – das war niemand, der einfach seine berühmten fünf Minuten suchte, egal, um welchen Preis, völlig ohne Scham und Peinlichkeitsgrenze: dieser hier hatte sich was getraut, was ihm aber leider absolut nicht lag; es wurde natürlich nicht anerkannt, es wurde gnadenlos zerrissen und vernichtet – nicht nur seine mißlungene Darbietung, auch der Junge selber. Mit Schimpf und Schande wurde er von der Bühne gebuht – das war’s für ihn. War da kein intaktes Umfeld, das ihn rechtzeitig zu warnen verstanden hatte?
Ich schaltete aus. In der Woche kam ich in die Stadt; ich parke stets in dem Gebäudekomplex, wo ich immer in einem der Läden auf dem Rückweg etwas kaufe und dann den Parkschein entwerten lasse – somit keine Gebühr. Ich ging in den besagten Laden für eine Tube Zahnpasta, sah viele Leute zu einer Traube versammelt, und vor ihnen räumte der „bunte“ junge Mann Regale ein. Kichern, Lachen – Selfies. Er machte gute Miene zum sich langsam böse entwickelnden Spiel. Er sollte zum Hohn aller Anwesenden in bestimmten Posen agieren. Die Woche drauf sah man keine bunten Haare mehr, sondern er trug eine Mütze, aber es pilgerten immer noch Gaffer zu ihm, nun schon unverfroren Fotos schießend, rotzfreche Forderungen für extreme Verrenkungen fordernd, alles offenkundig gegen seinen Willen. Ein mißmutiger Filialleiter versuchte, echte Kundschaft von sensationsgeilen Glotzern zu trennen. In der dritten Woche, als ich gezielt hereinkam, lief er gerade davon, es war eine Hetzjagd im Laden und in der vierten Woche war wieder Ruhe im Geschäft: er war nicht mehr da.
Ich hatte diesmal neuen Rasierschaum gekauft, ließ nach Bezahlen mein Kärtchen entwerten und da sich niemand hinter mir befand, fragte ich den Filialleiter, der persönlich an der Kasse aushalf, was mit dem „Bunten Mitarbeiter“ sei. Er winkte ab, der sei nicht mehr da, unerträglich sei es geworden, unsägliche Zustände. Er soll wohl kahlgeschoren in der Landeshauptstadt jobben, habe er erfahren – hier war für ihn jedenfalls nichts mehr zu holen. Sowas sei einfach nicht mehr zumutbar, ich wüßte schon….
Ich fragte nicht nach, für wen.

Samstag, 11. August 2018

"Sowas" von Deutsch

So etwas von Deutsch

(ein Nachschlag)

Wir haben doch alle persönliche Schwachpunkte in unserer gewiß schwierigen Sprache; bei mir z.B. das Quiz, das Virus, aber der Tunnel und der Kiosk: für andere sicherlich schwer nachvollziehbar, aber es ist halt so. Bei anderen verbessere ich selten, außer ich halte es für wichtig, beispielsweise wenn die Frisörin das Pony sagt und nicht das kleine Pferd meint, sogar bei mir als klassischem „Oben-Ohne-Model“ ein Thema, wenn auch eher als „Running Gag“ (also: der Pony kann so bleiben, er wird bei mir nicht so schnell grau etc.).
Kiebig hingegen werde ich bei Sprachprofis (Moderatoren, Reportern, Journalisten) – da wurmt es mich total. Wir haben hier einerseits das übertriebene Verdoppeln (vorprogrammieren, zurückerinnern, Supergau). Andererseits, wenn auch in der Kürze die Würze liegen soll, so nervt es mich total, wenn linkisch verkürzt wird: Ich erinnere (ja wen denn, verflixt?), oder an der Börse es ändert (sich, Mensch – sich!), aber die Anglizismen REMEMBER und CHANGE haben alles infiziert; die angestrebte Internationalisierung ist für die vertraute Sprache eine schlimme Seuche. Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie haben die saudämlichen Söldner im Fußball viel Dreck ins Land gebracht (isch hab Vertrag)- gruselig. Und mit dieser beharrlichen Blödheit stecken sie uns auch noch an; zunächst unsere heimischen strunzdoofen Kicker, die flächendeckend auf die Rückbezüglichkeit verzichten. Internationales Importgut – aber wir haben auch eigene „Koniferen“, wie diesen kaum erträglichen Oliver Kahn, seines Zeichens Abiturient und Eiermann – bei der WM kommentierte er jüngst, es werde gehandelt „mit Power UND Kraft“. Damit ist er dicht an: „Ohne Fun kein Spaß“.

Kinder sagen „Darf ich ein Eis?“ Das kann witzig sein. Aber ich fürchte, Kinder und Ausländer „lernen uns“ neues Deutsch. Und wir machen mit, vieles wird als erfrischend neu übernommen. Neulich habe ich noch in einer Doku-Soap vernommen: „Isch helfe, wo geht!“ Eine halbherzige Stenosprache, und die greift dann als neue Umgangssprache rasant um sich. Gut, das wir seinerzeit die Ossilanten („Brüdern und Schwesters“) nicht mit ihrem Abkürzungsfimmel einverleibt haben.
Zurück zum Börsenbericht, den muß ich vor den Nachrichten in Kauf nehmen – und sie sprechen nicht frei, sie haben ihren Text ablesbar vor sich. Und was steht da? Das ist eine schwierige Frage (ich bin sicher, auch wenn ich nicht vom Fach bin, die Frage ist nicht schwierig, die Antwort hingegen fällt schwer…Und die Eigenheit, vom gestrigen, heutigen und morgigen Tag zu reden – da fehlt mir nur noch das wochenendige Wochenende.

Und immerzu die dubiosen Anhängsel (also nicht die mediterranen „eees, äääs, iiis“): beileibe nicht immer nur von Fremdsprachlern, ich meine die allerkühnsten Mehrzahlen eigener Prägung. Knaller der letzten Zeit von ReporterInnen: Sex ohne KondomeN, Andere MütterN haben auch schöne Töchter – so in etwa diese Liga. Ich zucke bei der unheilvollen Steigerung im unsauberen Sprechen nur noch zusammen (mitunter gibt es für mich Tage, da ist es wie Schüttelfrost). Wie eine Pest, für offene Ohren immerzu und überall vernehmbar.
„Vielen Neubürgern erinnert Vertrag“ – fast eine Quizvorlage: Welches Wort ist fehlerfrei gesetzt? Ich weiß nicht, was soll es bedeuten. Der sprachliche Flurschaden ist immens.

Verständnis aus formaler Logik könnte ich ja noch haben, wenn von einem Mädchen die Rede ist und ihr Kleidchen statt sein Kleidchen gesagt wird (oh, die automatische Rechtschreibprüfung bemängelt in diesem Moment tatsächlich nicht IHR sondern SEIN; interessant). So weit sind wir also schon. Kindermund läßt einen lächeln, aber meiner Mutter war vor sechzig Jahren gar nicht zum Lachen, als ich nach Hause kam und erzählte, was uns „die Frollein“ beigebracht hatte. Ich war wohl meiner Zeit voraus. „Sie lernte uns“ – ob meine Mutter auf „ES lehrte uns“ berichtigt hätte – „ich erinnere nicht“.

Gewiß, Deutsch ist nix für Deppen (Isch lerne dir guten Deutsch!). Aber erkläre mal eine/r einem Ausländer die abweichende Betonung bei folgendem Satz: Michael Jacksons Hochzeit fand in der Hochzeit des King of Pop statt. Und die Finessen unserer Groß- und Kleinschreibung (mein unsterbliches Allzeit-Lieblingszitat): Ich hatte in Heidelberg liebe Genossen …oder Liebe genossen. Auch amüsant, irgendwie. Aber doch so wichtig für die Klarheit im Schreiben (gelesen, in der Betonung, klare Sache)!

1960 wurden wir in die Sexta eingeschult. Wir lernten gleich zu Beginn die zehn Wortarten, z.B. Hauptwort /Substantiv, Eigenschaftswort /Adjektiv, Tätigkeitswort /Verb etc. – und die erste Wortart, die hieß: Artikel. Nur Artikel – denn „Geschlechtswort“ war irgendwie unerhört. Heute herrlich komisch und ich frage mich nun allen Ernstes: wieso hieß die Klasse „Sexta“ – uiuiui! Da hatte man aber irgendwie nicht so ganz in der herrschenden Prüderie aufgepaßt. Nur muß ich zugute halten: das Thema SEX kam damals irgendwie noch gar nicht vor – und Simsalabim! …trotzdem sind wir, o Wunder, alle entstanden.

Freitag, 6. Juli 2018

Ja, wo bleiben sie denn?

Ja, wo bleiben sie denn? *

Jede und jeder, also man könnte auch ALLE sagen, die mich näher kennen, wissen um meine unendliche Menschenliebe. Besonders Leute mit einem hartnäckigen missionarischen Eifer sind mir eine Gabe Gottes, da lacht mir gleich die schwarze Seele.

Früher, wenn sie im überschaubaren Rudel schellten, riß ich die Haustür auf und schmetterte ein „Grüß Gott – ohje – oh mein Gott….“ und schloß die Pforte. Wenn ich auch ihre frömmelnde Blässe nicht durch das Glas meiner mich wieder mal schützenden Tür erkenne, so ist mir die Familienaufstellung im begrenzten Rahmen sogleich Information genug. Aha, die schon wieder.

Manchmal sagte ich schon in einer undefinierbaren Sprache mit eingestreuten Brocken Kauderwelsch vom Feinsten: „Kawa la bugli?“ Ich lasse dann ein wenig Zeit zur Besinnung, fahre aber selber fort, indem ich auf mein Türschild weise und erkennend Verständnis heuchele: „Ah, BÄÄÄcher, Becher nix da – ich Gäääärtner!“ Und dann sehe ich ihre demütigen Äugelein zu dem sie umgebenden, ich kann es nicht anders beschreiben als „Dschungel“, durchaus irritiert umher schweifen – sie weichen betreten, nachdem ich nun meiner Auskunftsbereitschaft Genüge getan habe. Diese Form der Begegnung erfuhr vor einiger Zeit eine neue Dimension, als, für mich ein wenig überraschend, einerseits der Bote der Selbstgerechtigkeit zur andererseits Modeikone der frühen Fünfziger im Russland-Deutschen-Chic sagte: „Komm, der verarscht uns doch nur.“ Und ich, vom Schlag getroffen zusammenzuckend, die Augen zunächst verengend, dann aber mehr und mehr weitend: „Arsche? Arsch…ick???“ Und dann ein Stakkato der finalen Art all meiner Buchstabensuppen-Bilanz: „Pukrtzczkowiszikipolamo-„KRZTSCHIKAMBOLIZDASZIM!!!“ – ich kann es nicht mehr so ganz genau wiedergeben.

Gerade „Pocher and Friends“ sind ja von der hartnäckigen Sorte. Dieses Paarlaufen macht betroffen, und schon gerade nach dem Limburger Fuzzi der eigenen aus Dusseligkeit bis dato beibehaltenen Couleur ist mir auch praktizierendes Fußvolk jedweder Richtung ein Dorn im Auge. (Wenn sie im Stillsteher-Stil an städtischen Ecken nicht im Weg sind und nur ihre Zeit runter reißen, geht es ja noch – aber zurück an meine Haustür der Begegnung.)

Meine ganz neue Masche, Beglückt neige ich nach Öffnen meiner Pforte der Gegenbekehrung den Kopf zur Seite, lächele allerliebst und hauche in meiner bekannt gütigen Art: „Willkommen, Schwester und Bruder – lasset uns zunächst ein Gebet sprechen“ – ich falte die Hände und ehe die völlig Verdatterten ihre neue Botschaft auch nur ahnen, kommt sie auch schon: „Herr, unser grundgütiger Herrscher und liebender Gott – bitte nimm unverzüglich diese ungerufene Plage von meiner Tür!“

* Versuch eines sehr freien Zitates

Dienstag, 6. März 2018

die Elastizität des Herzens

Herz(stöhn)

Höre auf dein Herz
(grübel)
Hinterfrage dein Herz
(seufz)
Sei voll des Herzens
(ächz)
Folge deinem Herzen
(hechel)
Erleichtere dein Herz
(kotz)
Sei frohen Herzens
(jodel)


(Und lebe deinen Traum)
YIPPIE!!!