Was für eine Freude
aber auch …
(Lange nicht gesehen – Auf Wiedersehen!)
Diese Leute
kennen Sie doch auch: Frühere Kollegen, ehemalige Nachbarn – Bekanntschaften
halt. Man sieht sich nach langer Zeit wieder, auf einmal, irgendwo in einer
Stadt, einem Ausflugsziel, weiß-der-Henker-wo: Die schmeißen sich weg vor
Freude! Na sowas aber auch, lange nicht gesehen und dann das übliche BlaBlaBla.
Verzückung, Beglückung, sie können sich kaum fassen, kriegen sich gar nicht
mehr ein. Was für eine Wiedersehensfreude, also wirklich. Nun wird aber alles
anders, versprochen. Wir telefonieren, wir sehen uns, wir schreiben uns – ach,
herrlich!
Und das Spiel beginnt von vorne. Irgendwann
trifft man sich wieder – THE SAME PROCEDURE …
Beim ersten Mal hat man es noch geglaubt,
sich sogar selber gemeldet, weil die Gegenüberleute es wohl aus Versehen …und
sich dann noch mal bestätigen lassen, “aber klaro, jetzt sind wir aber an der Reihe“
…und wieder von vorne. Die weiteren Male eilt man wieder aufeinander zu, tja,
so viel zu tun, hatte doch immer vor, neulich sagte ich noch, und an Dich habe
ich erst gestern gedacht …geschenkt. Ich habe mich daran gewöhnt, quittiere mit
erzwungener Kenntnisnahme, weiß aber langsam, wie der Hase läuft. Und genauso
kommt es wieder, wie immer. Schwätzer (wenn sie doch die Schnauze halten
würden, es wäre mir im Grunde genommen herzlich wurscht, ich würde nichts
entbehren; aber dieses letztlich belanglose Gerede, DAS nervt mich: und vor
allem, diese Verlogenheit; das kränkt).
KEINE ZEIT ist das Argument, mit dem ich gar
nichts anfangen kann. Hat nicht jeder die gleiche Zeit (außer Lebenszeit)? Hat
das Jahr nicht für jeden 365 Tage zumeist, der Monat rund 4 Wochen, die Woche 7
Tage – und vor allem: DER TAG VIERUNDZWANZIG STUNDEN. Keine Zeit??? Wer soll
das glauben? Wenn man ein bißchen näher hinhört, dann glotzen sie stundenlang
TV, dann spielen sie unentwegt Computerspiele, dann fläzen sie auf der Couch
oder tändeln durch die Gegend. Keine Zeit. Das heißt: Keine Zeit …für mich! Sie
bestätigen mir meine Unwichtigkeit für sich selbst, das ist der springende
Punkt. Wieso aber dann dieses aufgekratzte Gelaber???
Von der ironischen Bestätigung, nun wird es
aber anders –ja klar, unbedingt!- bin ich neulich dazu übergegangen, einen
typischen Vertreter dieser begeisterten Wiedersehenszunft (es kann jetzt
kindisch rüberkommen, aber ich bin ja der giftzwergMÄÄN) – auf der
Geschäftsstraße mit den Armen zurückzujubeln. Ja Mensch, Dich gibt es ja auch
noch, wie denn so …BlaBlaBla – aber ich bin dieses Mal nicht stehengeblieben,
schlenderte betont langsam weiter, ohne
Hektik, aber ich sagte – Du, jetzt nicht,
keine Zeit, so gar keine Zeit, völlig unter Zeitdruck, Du siehst ja wie es ist,
leider …..und schlurfe betont lässig weiter meines Weges.
Der wiedersehensbegeisterte Kollege aus
alten Zeiten hat nun was zu erzählen, wenn er im Biergarten herumlümmelt. Ist
doch schön für ihn. Meine Chancen stehen gar nicht so schlecht, daß er mich
beim nächsten Mal übersieht – und das wünsche ich mir. Kaum etwas nervt mich
mehr, als wenn das Gesagte und Getane sich widersprechen: Dann hat immer die offensichtliche
Handlung Vorrang vor den leeren Worten!
"Aus den Augen, aus dem Sinn" ;-) an diesen Worten ist auch etwas dran. Habe mich im Laufe der Jahre und Umzuge dran gewöhnt...allerdings habe ich auch einen guten Freund aus der Schulzeit über all die Jahre "behalten" können. Nur dass wir Beide mehr sporadisch voneinander hören. Das finde ich aber nicht so schlimm, denn eines ist garantiert, wenn man einander braucht, dann ist der Eine für den Anderen da :-)
AntwortenLöschen...und dich übersehen. Bist ja bald wieder aus dem "Schussfeld", somit fällt das dann gar nicht so schwer in deiner deutschen Heimat *gg*
Liebe Abendgrüssle, und schlaf heute gut, dann sind es morgen nur noch drei Mal^^
*wildwink*