Donnerstag, 24. Oktober 2013

SAG DOCH WAS!


Sprachlicher Schnickschnack

 

So lange ich mich erinnere, und da kommt schon was an Jahrzehnten zusammen, war es zu jeder Zeit so, daß sich die Sprache aktuell anreicherte, lebendiges Deutsch also; dem vermag kein Mensch „in diesem unserem Lande“ zu entgehen. Meine Mutter amüsierte sich, wenn ich zum Wochenende nach Hause kam und „moderne Sprüche“ klopfte wie „Das hältst du im Kopf nicht aus“. Und mir war das gar nicht bewußt – das sagte man halt so.

   Den Zeiten später mit geil und voll krass vermochte ich dann doch bewußt zu widerstehen (bei „echt“ war ich noch im Rennen). Aber allem kann man sich nicht entziehen, auch als sogenannter Erwachsener nicht. Es ist Aufmerksamkeit angesagt, will man sich dagegen wappnen. Ich fange mal zaghaft an:

   Nervig könnte man beispielsweise die Doppelungen finden – Rückantwort, Verständnisfrage, vorprogrammieren, zurückerinnern, ferner die dümmlichen Bekräftigungen wie: es regnet draußen, schnell rennen, die flapsigen Formulierungen „nee, oder?“, „das glaub ich jetzt nicht“, „wie toll ist das denn?“ etc. - Gut, gefeit sind wir da alle nicht.

Ich bin wenigstens auf der Hut, wie Sie merken. Nun heftiger:

   Unausrottbar sind die von Unsicherheit gesteuerten Sprachverzögerungen. Freies Sprechen, garniert mit viel äääh und der Knaller in meinem Bekanntenkreis: Da sagt einer stets ömmm – und nun raten Sie mal, wie intern sein Spitzname lautet. Ja genau, der Ömmm. (Wie – ich stecke wohl dahinter? Das glaube ich jetzt nicht! Das ist voll nicht wahr, schwöre!)

   Ich komme nun zu den aktuellen  JA-SAGERN – ein echter Hit, wenn man mal drauf achtet: Es ist wie eine Pest. Jedes Interview, speziell bei Sportlern, die es stets noch nicht wirklich realisiert haben - sobald mit der Sprache kurz innegehalten wird …ja, dann beginnt man so das ganze … ja, fortzusetzen. Einer der Spitzenvertreter hierbei ist unser Sebastian Vettel - aber nahezu kein Satz ohne Übersprungs-Ja! Und ich bin sicher, er weiß das gar nicht, sowas schleicht sich ein, und dann pflanzt es sich fort, einem Virus gleich. Allerorten von jedermann höre ich das mittlerweile. Ich neige zu der sarkastischen Empfehlung: „Wenn Du nichts zu sagen weißt, sag doch einfach …JA!“

   Das kommt dem Schweizer Satzanhängsel oddrrr? schon nahe, nicht wahr? Bleiben wir im Lande: Gell? Woll? Ne? In jeder Region was anderes, aber allen gemein – es wird vom Sprecher im Grunde gar nicht bemerkt. Und wehe, man achtet darauf – ein subtiler Terrorismus.

   Ich selber leite Telefonate gerne mit JA ein, ich wähle, dort meldet sich eine Stimme und ich beginne mit Ja, Becher, Hallo und guten Tag. Ich bin verwundert, daß mir noch kein Fremder/ keine Fremde mit „Schönen guten Tag, Herr Jabecher“ geantwortet hat. Aufgemerkt: Immerhin habe ich es schon persönlich bemerkt!

   Verknappungen sind auch so eine Geschichte für sich: „Entschuldigung“, das hat sich schon fest eingebürgert, „Glückwunsch“ ist auf dem Weg (klingt so persönlich und freundlich wie „Feierabend“). „Grüß Dich!“ (Wieso sollte ich?)

   Der neueste Horror, den ich unsäglich finde, weil ich den Fehler begehe, es unablässig zu bemerken, ist dieses langgezogene Okaaay in Unterhaltungen. Achten Sie mal drauf (warum sollte es Ihnen besser ergehen). Es wird was erzählt, und der andere fügt ab und an sein OKAAAY bei (und es heißt dann sowas wie – ich bin immer noch wach; komm zum Punkt; muß ich immer noch zuhören?). Es heißt doch eigentlich nichts anderes als Ja und? Bei Loriot kam das besonders lustig rüber – der pflegte Ach was? einzuflechten – mehr Desinteresse geht nicht.

   Die Leute brauchen solche Orientierungen der Neuzeit im Neuland, sie sind doch modern auf Augenhöhe – eigentlich wird blindlings nachgeplappert, das läuft unterschwellig ab, infiltrierend. Diese Infizierung geht klammheimlich und schleichend vor sich – Rette sich wer kann. Wirklich dagegen gefeit ist Nobody. Es bleibt die Hoffnung, daß es wieder mal eine befristete Marotte ist und es sich von selber legt …ja, ausstirbt sozusagen. Das macht Sinn, meine absolute Reizformulierung (nichts anderes als die wortwörtliche Übernahme des vermaledeit einflußreichen US-Englisch, „making sense“)*, aber darüber hatte ich mich schon einmal  ausgelassen, es ist hoffnungslos, das hat sich so eingebürgert und das steht unverrückbar da und macht auch wirklich vor niemandem Halt. Also nicht wirklich („not really“).

   Ach, ich kriege dann immer das Zipperlein, ich schaffe es nicht, das hinzunehmen …ja, das halte ich im Kopf nicht aus.

 

*falls Sie nun gezögert haben – Sinn haben, nicht Sinn machen heißt es (noch immer) auf Deutsch oder das gute alte sinnvoll sein, aber das wird nun zielsicher abgelöst.

Sonntag, 20. Oktober 2013

DIE WITZISCHKEIT


Comedy – nun, ja

Ich lache sehr gerne. Es gibt auch immer was zu lachen. Mitunter im Fernsehen, oft bei sogenannten Comedians (sogar, wenn keine Lacher vom Band kommen oder von Claqueuren Live-Publikum animiert wird). Und bei Preisverleihungen zuzuschauen (Deutscher Fernsehpreis, Bambi-Verleihung), das amüsiert mich. Beides kommt vortrefflich zusammen bei der jährlichen Verleihung der Deutschen Comedy-Preise. Wenn man sich selber feiert, das hat was. Nicht immer nur „Kommst Du in meine Show, komme ich zu Deiner!“

   Ich bilde mir ein, wenn Leute nicht ausschließlich in ihrem Metier sind (also Schauspieler/innen auf der Bühne oder vornehmlich im Film) und Komiker auf der Kleinkunstbühne oder heute sogar in Arenen – wenn sie so halb privat glänzen, dann erfahre ich mehr über die Person. Warum ich das glaube, weiß ich auch nicht, die sind ja nur in einer anderen Rolle, aber wurscht, ich sehe sie auf einmal anders. Im Grunde genommen soll mich ein Comedian zum Lachen bringen - wie er sonst so im richtigen Leben ist, sollte doch egal sein. Ist es aber irgendwie nicht. Wenn ein Mime privat ein richtiges Arschloch zu sein scheint - und da gibt es wohl einige - dann wirkt es sich schon ein wenig ernüchternd aus. Es ist eine gewisse Distanz zu seiner Kunstausübung entstanden. Ich sage mal so: Es schmälert die Leistung in meinen Augen ein wenig.

   Zwei Beispiele extremer Art – dieser „Didi“ Hallervorden soll im Privatumgang alles andere als leicht zu ertragen sein, ich selber erlebe ihn in jedem Interview als besonders zähen Zeitgenossen, der so gar nichts mit Witz am Hut hat – er distanziert sich privat brüsk davon. Anders Otto Waalkes, an den kommt man als den eigentlichen Menschen gar nicht heran – der lebt den Otto, rund um die Uhr; und das hält er durch, Jahr für Jahr. Ob Scheidung und was weiß ich nicht alles, es gibt nur Klamauk bei ihm.

   Bei den Comedians halte ich mich mal speziell bei der männlichen Gattung auf. Nicht ohne Grund – dieses Jahr also einen Preis an die, ich sage mal: leicht gewöhnungsbedürftige Carolin Kebekus. Nun ja – etwas Besseres als Cindy aus Marzahn und Mirja Boes findet man allemal. Und es kann und darf ja nicht immer nur auf die großartige Anke Engelke, die kuriose Cordula Stratmann oder die wirklich talentierte Martina Hill hinauslaufen. Im Grunde ist es hierzulande eine Männer-Domäne. Bei Frauen kommt es einfach nicht so rüber, finde ich, aber es ist ohnehin Geschmackssache, und da verlasse ich mich auf … mich – auf wen denn sonst?

   Manchmal durchaus auch für Minutenvorträge witzig: der stadionbewährte Mario Barth, die voll krass integrierten Türken, der diabolische Ingo Apelt, mitunter Locken-Atze oder gar Paul Panzer. Aber wirklich nur ab und an – das sind alles Spaßvögel, die die Grenzen sehr weit gesteckt haben. Nach der legendären Lach- und Schießgesellschaft mit noch richtigen Kabarettisten (selbst in der anfänglichen Nachfolgezeit) erwuchs alles aus dem hausbacken generationsüberschreitenden Heinz-Erhardt-Zeitalter. Und da trat auf einmal Jürgen von der Lippe an und sagte schon bei Biolek, er wolle mal austesten, wie weit man gehen kann (der ahnte doch noch gar nix von Krömer & Co.). Nun, die Grenzen weiteten sich Jahr um Jahr, immer wieder mit Lichtblicken wie Olaf Schubert (es kommt also doch was Gutes von drüben!), dem scheinbar lahmarschige Rüdiger Hoffmann und dem astreinen Moderator Dieter Nuhr! Daher schaue ich auch immer den Satire-Gipfel, weil da neue Asse neben vereinzelt gruseligen Blindgängern aus dem unsäglichen Pool der Möchtegerne auftreten. Quatsch Comedy Club bemäntelt sich wenigstens nicht. Alles, wie gesagt, persönliche Einschätzungen.

   Wo ich gerade dabei bin, zumal Sie mir doch bis hierher gefolgt sind: Es gibt das musikalische Unikum Hans Liberg aus den Niederlanden, den abgründigen Rainald Grebe, den mir hingegen zumeist unzugänglichen Helge „Katzeklo“. Bei den Schauspielern weide ich mich am ewigen Stromberger Herbst und dem wahrhaft witzigen Bastian Pastewka. Ein Universalkönner ist für mich Hape Kerkeling. Erwähnen muß ich noch die Moderatoren  „Dirty Harry“ Schmidt und den beinharten Stefan „Pro 7“ Raab. Aber wo wären sie ohne ihre Gag-Schreiber? Ein uneingeschränktes Hoch hingegen auf Switched Reloaded!

   Und vergessen wir mal nicht die unfreiwilligen Könner: Vielen voran Bobbele Boris und Frauenheld Loddar. Über die könnte ich mich ausschütten, Menschen ohne jede Peinlichkeitsgrenze – herrlich. Sie wollen es, sie suchen es, sie bekommen es. Aufmerksamkeit, die früher im Sportleben mal völlig zu Recht bestanden hat.

   Es ist letzten Endes egal, wer oder was einen zum Lachen bringt. Nur wichtig ist meines Erachtens, nicht eigens dafür den Keller aufzusuchen. Und ab und an auch mal sowas wie eine Schamgrenze einzuhalten, das wäre auch nicht schlecht. Aber, das ist ja Geschmackssache. Ich möchte auf keinen Fall zu den verlogen Anspruchsvollen gehören. Ich steh auf  unverhohlenes Lachen. Und für uns alle, egal welchen Alters und welcher Bildung – gibt es letztlich die unsterbliche Allzweckwaffe: Herr von Bülow – Loriot. Der Größte aller Zeiten.

Sonntag, 6. Oktober 2013

Wetten, daß?


Keine Lanze für Lanz

(ein etwas „vorschneller“ Abgesang auf meine liebste TV-Sendung)

 Ich schlage jetzt mal nicht nach – die Geschichte von WETTEN DASS ist wirklich lang, rund 30 Jahre. Der Sendebeginn lag in einer Zeit, als die Samstagabendshow noch einen großen Stellenwert hatte, von frühesten Fernseherinnerungen war der Samstagabend für mich Familien-TV. Ich saß zwischen Vater und Mutter, vor uns Frankenfeld, Kuli, Carrell, Fuchsberger. Lange ist es her. Als Frank Elstner begann, da gab es, glaube ich, schon mehrere Sender, ist auch egal – es funzte. Und bei mir total. Ich habe mich immer wieder selber gewundert, von was man sich begeistern lassen konnte, was für unglaubliche Leistungen von Otto Normalverbraucher vollbracht wurden, ungeheuerlich, was schier unmöglich erschien und doch von Menschen zelebriert wurde, die monatelang trainiert hatten – für diesen Moment. Und die Gäste haben mich immer wieder in Bann gezogen; mitunter demontierten sich Stars, zeigten sich von mir bewunderte Spitzenkönner als „private“ Fieslinge; andererseits zeigten sich Leute, die ich nicht mochte, mitunter derart menschlich angenehm, daß ich von einem wohlbewahrten Vorurteil Abschied nehmen mußte.
   Die Sendung ging eine Weile an einen ossialen Springinsfeld, bis sie dann unser blonder Lockenschopf ins neue Zeitalter des Entertainments führte. Ich konnte mich schon Tage zuvor auf die Show freuen, wußte beizeiten, wer wohl Gast sein würde und ließ mich immer wieder von Bagger-Wetten, kaum nachvollziehbaren Hirnleistungen und ungeahnten Geschicklichkeiten mitreißen. Herrlich. Das war mal so. Das ist Geschichte.
   Denn dann tauchte Lanz auf, und als sei das nicht genug, noch diese unfaßbare Pomeranze in Rosa – unsäglich (Humor ist bei Frauen eh ein Schwachpunkt, Ausnahmen bestätigen die Regel, wie Anke Engelke oder Martina Hill – nein, es ist doch mehr ein Männerjob, sage ich jetzt mal so; ist ja alles eine Frage des Geschmacks).
    
   Lanz. Er ist bemüht und verbissen, schon klar (wenn sich einer mit Joey Kelly durchs ewige Eis plagt, der hat Kampfgeist, ist achtungswürdig, hat meinen vollsten Respekt). Aber Wollen und Können – das ist zweierlei, und Talent – das ist Gabe. Und die hat er nicht. Kurze TALK-Sendungen, interessiert tun und so, das liegt ihm, dem Traum von einem Schwiegersohn. Aber den Samstagabend retten, das wird nicht zu seiner Mission – das kann er nicht leisten. Ohnehin gilt die ganz große Samstagabend-Sendung schon länger als tot – er begräbt sie mit eisernem Durchhaltewillen.

   Ich habe mein ganzes Leben lang diesen Sendeplatz geliebt. Dieser Lanz vergällt ihn mir. Nur ein einziges Mal hatte ich WETTEN DASS verpaßt (ausgerechnet, als Catherine Zeta-Jones mit Gatte Michael Douglas auf der Couch saßen – ich kam an eine Wiederholung nicht dran) – nie sonst habe ich das Gottschalk-Spektakel mit der reizenden blonden Gehilfin, die ihn wirklich ergänzte, verpaßt. Nun zeichne ich auf und schaue es notgedrungen, weil oft jemand da ist, den ich sehen mag – Lanz ist es nicht.

   Die Sendung verkommt zur Tortur. Lanz hat mir meine Liebe zerstört. Das verzeihe ich ihm nie und nimmer!

Aktueller Nachtrag

Die Sendung von gestern Abend habe ich nachgeholt – sicherlich nicht der große Wurf, aber es besteht Hoffnung. Ich fühlte mich recht gut unterhalten. Mehr soll es auch gar nicht sein.

Donnerstag, 26. September 2013

Politik


Politik(er), die ich meine

(nach der Wahl ist vor der Wahl,

die Qual der Wahl, total egal –allemal)

 

Ich melde mich erst jetzt zum größten Thema der letzten Zeit (schließlich wollte ich nicht mit meiner mächtigen Stimme das Ergebnis verfälschen) – es hat ja auch so geklappt, ohne aufgescheuchte Protestwähler; die FDP ist im Erdloch verschwunden, dorthin, wo sie hingehört. Ich bin zufrieden, daß diesem Klicker-Verein endlich mal die Quittung erteilt wurde. Seit Jahr und Tag das Zünglein an der Waage – unsäglich, diese weitreichende Bedeutung solcher Pappnasen. Wenn ich nur diese Visagen sehe …(das übertrifft schon fast die urbayrische Zumutungsgarde dieser nicht vorzeigbaren  christlichen Politiker; denn die sind beileibe die übelste Sorte).

   Ich gehe mal ein wenig zurück. Soweit ich es einschätzen kann, war es in meiner Kindheit, da gab es in dieser besagten 3. Partei noch würdige Amtsträger mit allerbester Reputation, z.B. Papa Heuss und dann den fröhlichen Singbold Scheel. Später war mir der gelbpulloverige Genscher noch recht genehm – aber liebe Leute, jetzt, diese Hanseln, diese hochnotpeinliche Kaschperletruppe, also wirklich.

   Gut, es gibt auch bei den anderen Farben eine Anzahl unglaubwürdiger Figuren, aber in einer derartigen Anhäufung …

   Alles in allem: Ich kann froh sein, in Deutschland zu leben. Hier ist es sogar politisch gesehen lebenswert. Wenn ich mir so anschaue, wie es gaaaanz früher gewesen sein muß – und heute noch an vielen Orten der Welt ist – nein danke. Dann ertrage ich lieber diese Flut der Backpfeifengesichter. Und vor allem auch diese unvermeidlichen  -INNEN, niemals zu vergessen. Die stehen da in nix nach.

   Es heißt ja, es habe nunmehr viel Personenwahl stattgefunden, weg vom Parteibuch (dazu sage ich bloß: wie kann man überhaupt nur, das werde ich nie verstehen, egal, welche Richtung – lass‘ mich mit keinem Verein ein – Reinhard Mey) – also vom Klüngel abgesehen hin zu Leuten, die man schätzt. Die einem auf die eine oder andere Weise gar mitunter imponieren. Betulich aussitzende Mutti Merkel vor zackigem Kavallerie-Betreiber, so lief das wohl dieses Jahr. Ist ja auch mal was.

   Und dann heißt es weiter, und das interessiert mich besonders, Gregor Gysi sei eher der Frauentyp (mitnichten Steinbrück). Man beachte: Klein, kahlköpfig, rundlich, frech und kauzig – das kommt mir in dieser Kombination irgendwie sehr bekannt vor.

   Also, das macht mir wahrhaftig Mut für den Rest meines Lebensweges. Da liegt also meine First Lady gar nicht so verkehrt, sozusagen gut im Trend, mutmaße ich mal…. repräsentativen Geschmack hat sie, das schließe ich nun einfach mal daraus.

(Hey, jetzt lacht doch mal, Leute!)

   Es wird noch viel zu tun geben, auch für die eigentlichen Komiker. Ohne diese Steilvorlagen der unfreiwilligen Witzbolde würden sie bald nichts mehr zu verhohnepipeln haben. Bleibt abzuwarten, wie sich jetzt wieder verbandelt wird. Gut, wenn man es mit einem gewissen Amüsement betrachten darf. Wir sind gottlob hierzulande freie Menschen, da brauchen wir keine Gurkentruppe, die von Freiheit faselt.

   Aber allen ist eines gemeinsam – diese Machtgeilheit, die liegt ihnen im Blut, egal, welcher Couleur – ohne jegliches Können, Wissen, sie drängeln ins Rampenlicht. Wundervoll auf den Punkt gebracht hat das der schwarzhumorige Sänger Georg Kreisler schon vor Jahrzehnten:
…ja was sind das nur für -tiker,
diese Poli-tiker.
 
Wie wahr, wie wahr.

Samstag, 21. September 2013

Launen der Natur


An die Grenze ja
(über die Grenze nein)

Also früher, für mich die beginnenden 60er, da klärte mich mein Vater sozusagen auf den letzten Drücker notgedrungen im Auto auf. Ich hielt auf den Hintersitzen einen eingetopften Gummibaum für Oma in Schach – und mein Vater fuhr verbissen und schaute nicht mal in den Rückspiegel. Ich fasse es mal so zusammen, aus der Bravo hatte ich mehr Kenntnisse. Ich weiß noch, daß er Peniiiii sagte, das S ging ihm dann doch irgendwie zu konkret zur Sache. Und auch HOUMOU sagte er und bewegte dabei so seltsam den Kiefer … und das sei alles eine Frage des Zusammenreißens.
   Die Zeiten ändern sich, ich auch, bleibe aber unentrinnbar Vater’s Sohn, aber das ist ein anderes Thema. Ich habe viel gehört von schwul und lesbisch, Zwitter, Tunten, Kastraten, in neuester Zeit von Transsexuellen und Transgendern. Gottes Schöpfung ist weitgefächert, gewiß, und alle Menschen haben ihre ureigenen Probleme, in jeder Hinsicht. Aber muß immer alles so sehr auf dem Präsentierteller ausgelebt werden, gibt es denn keine Schamgrenzen mehr? Selbstbewußtsein in allen Ehren, aber detailgenau anderen alles haarklein aufnötigen – muß das wirklich sein?

   Love-Parade, Christopher-Street-Day und was alles an überzogenen Demos grell und plakativ abläuft. Nabelschauen in unsäglichster Ausprägung, es scheint in der uferlos zelebrierten Ausübung keine Begrenzung in Sicht zu sein. Aber gleichgeschlechtliche Ehen, Adoptionen bei gleichgeschlechtlichen Paaren; durchaus Themen, die sogar in meinen Augen ihre Berechtigung haben.
   Nur wehre ich mich dagegen, als Hetero abgestempelt zu sein. Das hat für mich persönlich einen leicht üblen Beigeschmack. Ich lehne mich nun mal wieder weit raus: Wie wäre es schlicht und ergreifend mit normal (und andere sind anders – natürlich nicht unnormal, das wäre diskriminierend). Aber diese Etikettenflut, das nervt mich total! Ich verkenne sicherlich nicht die speziellen Sorgen und Probleme. Aber was einfach zuviel ist …

   Und der Körperkult schlechthin, was ist das nur für eine Zeit, dieses selbstverliebte metrosexuelle Getue – bin ich denn schon so gealtert, weil mich Tattoos und Piercings in befremdetes Kopfschütteln treiben? Frauen-Body-Bulding geradezu Ekel in mir hervorruft. Bei Männern im Grunde genommen nicht minder. Natürlich könnte ich was gegen meinen wachsenden Bauch tun – aber die Zeiten des Leistungssportes sind vergangene, und jetzt mich an Apparaturen sinnlos Kräfte verschleudern lassen – das tue ich mir beileibe nicht an, einfach nur eine schreckliche Vorstellung. Nein danke. Schade um die viele schöne Zeit.

   Aber wir sind ja bei einem anderen Thema (dennoch erkenne ich darin einen Zusammenhang).

   Liebe Andersartige – einer meiner wichtigsten Lebenssprüche gilt auch hier: Weniger wäre mehr! Diese militante Aversion treibt Leute meines Schlages nur aus dem verständnisbereiten Teil heraus in die Ablehnung. Und da ist es dann zur Empfindung der Widerwärtigkeit gar nicht mehr so weit.
   Gut, daß die Zeiten vorbei sind, als in den ersten Micky-Maus-Heften die Kuh zumindest, in den USA, kein Euter haben durfte (wirklich!). In der Sexta lernten wir die 10 Wortarten, z.B. Substantiv für Hauptwort. Der Artikel blieb Artikel (Geschlechtswort, nein, das wurde nicht gesagt).

   Ich möchte mich nicht als Mann schämen müssen, den Frauen zugeneigt zu sein, Pardon „aber das wird man doch wohl noch sagen dürfen“. Vielleicht in diesen ach so aufgeschlossenen Zeiten in Bälde nur noch heimlich und verstohlen, quasi hinter vorgehaltener Hand. Und wird es dann wohlmöglich getuschelt heißen: Daß es sowas noch gibt ….
   Irgendwie auch gut, älter zu sein.

p.s. Ich hatte über viele Jahre hin einen Freund, der bisexuell war; in meiner Verwandtschaft ist eine lesbisch orientierte Frau  und über meine Lebensgefährtin kenne ich einen Homosexuellen, den ich sehr schätze und gerne mag (also spreche mir niemand bitte die Aufgeschlossenheit ab). Aber was mir zu weit geht, geht mir zu weit.

Sonntag, 15. September 2013

Breivik – der Killer

Werde ich ein Unmensch?

Menschen um mein einsiedlerisches Dasein herum - und die gibt es wirklich noch - machen sich Gedanken und sprechen es auch aus: Was mit mir los sei … welche Entwicklung ich einschlage? Mein ganzes Leben lang (und immerhin schon knapp vor 62 Zählern, hört-hört: da sind doch andere längst mausetot!) war ich eher der Typ des Neuen Testamentes – andere Wange hinhalten und so … aber das hat sich in den letzten Jahren gewaltig geändert, mehr AT mittlerweile: Auge und Zahn und so Dinger.

   Ein wenig mehr Ernst ist schon angesagt: Ich war immer ein verbissener Gegner der Todesstrafe; das hat sich etwas gelegt. Niemals einen Indizienprozeß als Auslöser, gewiß, aber wo es völlig unstrittig und eindeutig ist – „Die/Der wars“ – dann halte ich es bei Gräueltaten nicht mehr so für abwegig. Ich war zig Jahre lang der Diszi-MÄN der Polizei, Details darf ich hier nicht bringen, aber ich hatte bei fast 3000 Bediensteten nahezu alles – aber keinen Mörder, schon gar keinen Massenmörder. Und nun bin ich beim Thema: der norwegische berühmt-berüchtigte Rechtsextremist und „Killer“ Anders Breivik (2011 Attentat und Massenmord an 77 Menschen). Der hat eine kleine Suite als „Zelle“ – mit Verlaub, es ist eine Kleinwohnung. Nun geht es aktuell darum, ihm das Studium der Staatswissenschaft zu ermöglichen. Einen PC-Raum hatte er bereits.

   Geht es Ihnen auch so, daß man das alles nicht mehr nachvollziehen kann? Dieser Ekel, dieses unsägliche indirekte juristische Verbrechen an den Opfern? Die Zeiten von Kette, Wasser und Brot und so weiter sind lange dahin (warum eigentlich???) – Was ist mit SÜHNE? Wo ist der Versuch der Linderung der grauenhaften Schmerzen, der Hauch von Genugtuung für Opfer und Angehörige? Bin ich ein Haßprediger, wenn ich wirkliche „Pein“ für solche Bestien fordere?

   Human sein, sich nicht auf das niedere Niveau begeben, edel, hilfreich und gut zu sein, Güte und Barmherzigkeit – ach ja – aber wieso auch noch nahezu „goldene Schließriegel“ für die unbeschreiblich beispiellosen Straftäter? Für jemanden, der der menschlichen Gemeinschaft mit freiem Willen gänzlich entglitten ist – Pardon, das will ich erst gar nicht begreifen! Hierzulande geht es auch recht milde zu, ich war ein paarmal im „Hotel Rheinblick“ in Koblenz* anläßlich Abschiebungen. Schön ist das alles nicht, gewiß, und jedermann weiß, daß es in den richtigen JVAs mit den Langzeitbereichen schlimme interne Hierarchien gibt, und Mörder, speziell Kinderschänder sind naturgemäß ganz unten angesiedelt; die haben es wirklich schwer (und das ist doch gar nicht so abwegig, finde ich)  - das verstehe ich noch unter Strafe! Aber mehrere privilegierte Räume, von anderen aus Gründen des Schutzes wohlbehütet abgeschirmt (und gleich gellt es wieder „Isolationsfolter!!!“) – ja bitte schön, dann aber flott aufgemacht, die Tür, intern, dort unter den anderen …ach, es könnte so schön Sühne ausgelebt werden … jaja, ich weiß, aber man wird sich ja mal hineinsteigern dürfen.

   Nun wird der Herr Norweger aber studieren – mal sehen, wie es noch weitergeht, was ihm noch Gutes zuteil wird (ich komme um zynische Abgründigkeit gar nicht mehr herum). Und ob er wirklich und wahrhaftig lebenslang weggeschlossen bleibt – sein ganzes widerliches Dasein lang, gehätschelt und wohlbehalten? Auch wenn ich es sicherlich nicht mehr miterleben werden, bei normaler Lebenserwartung, aber ich gehe unter fataler Abgefundenheit davon aus: Auch der kommt irgendwann im Laufe der Zeit aus gnädigen Gründen durch sogenannte Gutmenschen wieder frei – jede Wette!

   Und ich galt mal als „Sozialromantiker“ – und war stolz darauf.


*auf der Koblenzer Karthause geht es nicht um schwere Mädels und Jungs, es ist ein Knast auf kurze Zeit, und natürlich ohne Fenster mit Aussicht (noch)

Sonntag, 8. September 2013

gleich


gleich

In der Schule davon gehört, in der Verwaltungsschule im Staatsrecht vertieft: Artikel 3 Absatz 1 des Grundgesetzes: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Ist das nicht herrlich, diese unverbrüchliche Einfältigkeit, die uns von den Gesetzgebern verordnet wurde? Ich hatte von Anfang an meine Zweifel daran; das ganze bisherige Leben lang ist mir das Gegenteil zu dieser zugestanden gut gemeinten und wohlmeinenden (oder gut berechneten) Festlegung widerfahren, ich kann mir nicht vorstellen, daß sich daran etwas wundersam ändern sollte. Die Ungleichheit begegnet mir immerzu und allerorten.

   Wir alle wissen, daß Recht nichts mit Gerechtigkeit zu tun hat. Hier und heute geht es mir um das gleich sein, die vermeintliche Gleichheit. Mein erster Gedanke ist immer Orwells Animal Farm: Alle Tiere sind gleich, nur manche sind gleicher. Wer hat das noch nicht erlebt. Und wenn es für immer eingefräste Schulzeit-Erinnerungen sind.

   Ich bleibe hier mal bei dem GLEICH (nicht temporär, versteht sich). Wir sind nicht gleich – keine zwei Menschen sind gleich; sie gleichen sich, aber gleich ist sich nicht einmal der Einzelne: jeder Mensch hat zwei sich unterscheidende Hälften, ist asymmetrisch. Gar nichts ist mit „gleich“ – von gleichem Wert, diese Utopie hätte völlig genügt.

   Der Gleichheitsgrundsatz ist ein Hohn, die allergrößte Ungerechtigkeit. Aber meine speziellen Freunde, das Juristenpack, bemüht sich gebührenstark – es muß gleich gemacht werden, um jeden Preis, penetrante Gleichmacherei bis zum Anschlag, dafür kämpfen sie, die ach so Edlen - Gericht, Richter, Gutachter, Sachverständige – und letztlich vergleichen sie sich. Sie sollten sich nicht mit anständigen Menschen vergleichen.

   Gerechtigkeit ist immer ein Blickwinkel, eine Anschauung. Und jeder blickt aus seiner Warte, denn gleich ist keiner.

Für mich gilt immer noch der an manchen Stellen ausgediente Spruch: Wenn zwei das gleiche tun ist es nicht dasselbe. Dort hoppelt er richtig, der Hase, zickzack, immer weiter so.

Sonntag, 25. August 2013

Stars made in Germany


Kein Stern, wer diesen Namen trägt

 

Was habe ich aus Verzweiflung gelacht, mein Befremden mündete in Hohnlachen, anders konnte ich es soeben nicht zügeln: Im Internet ein Artikel  „Im Gagenhimmel – die Topverdiener im deutschen Kino“. Erst hatte ich ja noch Hoffnung, es werden große Darsteller ausgezeichnet (wer Großes zu leisten imstande ist, der wird auch demgemäß entlohnt, eigentlich logisch) … von wegen.

   Achtung, Achtung, Leute, es geht los, ich nenne nur einige der Namen:

Maximilian Schell  - ist das noch zu fassen, eine lächerliche Mumie aalt sich noch immer auf ururalten Lorbeeren, schlagzeilt nur noch mit der Heirat einer bislang unbedeutenden „Sängerin“, die um die fünfzig Jahre jünger ist …na, was hat das wohl mit Geld zu tun?
Maria Furtwängler – diese spröde-dröge, farblose Nordgestalt heimst die dicke Kohle ein, ich kann das gar nicht glauben; ich schätze ihren Darstellungs-Bewegungsradius auf höchstens einen Meter (ich höre irgendwo Gestöhne, „ach, in Auf der Flucht war sie doch so toll“) – ja Mensch, wäre sie es doch!!! Ärztin soll sie auch noch sein – ich würde ihr kein Hühnerauge anvertrauen, wenn sie so praktiziert, wie sie mimt.

Die Ferres – offenbar unumgänglich im deutschen Filmgeschäft – man stelle sich mal vor, eine absolut einzigartige Nichtskönnerin bekommt auch noch Geld für ihr zweckloses verbissen verkrampftes  Bemühen …wo leben wir eigentlich? Würde es nicht vollauf ausreichen, sie an der Seite dieses Geld-ungsbedürftigen Widerlings zu wissen – von ihm mal nicht gesponsort, sondern zu unser aller Sicherheit finanziell gesättigt auf die publikumsferne Seite gezogen – bitte Gnade!
Eine dralle, ausschließlich von Alterspanik sichtbar beherrschte Neu(ge)bauer  gehört auch schon so gut wie dazu (mir fehlt in dieser ad hoc Abrechnung die Zeit, den richtigen Namen noch mal nachzuschauen), aber machen Sie die Glotze an – irgendwo werden Sie derzeit immer von ihr belästigt …wenn Sie nicht der unerträglichen Verblödung ausgeliefert werden wollen – schnell wieder ausschalten,  ich rate Ihnen gut.

 Pardon, aber ich habe jetzt bereits die Schnauze voll - es wird ja von „denen da oben“ ohnehin sofort die Neiddebatte selbstverteidigend beschworen, kennt man ja allenthalben, geschenkt. Ich sage nur mal HOHNLACHEN…AT IT’S BEST (um dem ganzen nun einen internationalen Tatsch zu verpassen, ich bin so frei) – aber bitteschön: Wer, allen Ernstes, kann da noch dem internationalen Filmgeschäft die Mißachtung der Deutschen verdenken? Ich bitte Sie …jedes Publikum bekommt letztlich, was es verdient.

 Nachsatz

Mario Adorf findet meine Achtung, Götz ohnehin; es gibt zudem noch viele aufstrebende neue Talente beiderlei Geschlechts, das läßt mich für die Zukunft hoffen. Blicke ich zurück, wir hatten mal einen Fröbe, eine Flickenschild, Martin Held, die sich gottlob letztlich entwickelte Romy, das Giller/Tiller-Pärchen …aber am Beispiel Heinz Rühmann sage ich mal, wie ich es empfinde – nettes Kerlchen, amüsant, nazigerecht, paßte alles jederzeit ins Umfeld. Aber wann war er mal der üble Typ, der Fiese, der Unsympath - nie, oder? Sehen Sie, und das macht in meinen Augen den wirklichen Könner aus, mal beherzt abweichend von der kaum angekratzten Linie der pekuniär bewährten Selbstdarstellung, der in jede Richtung hin besetzt der Rolle glaubhaft gerecht wird! Nicht unablässig und unermüdlich derselbe sein.


Oh, bald hätte ich ihn vergessen – Klausimausi Kinski – der lebte alles exzessiv aus, im Bösen (sehr oft) wie aber auch, nicht zu vergessen, im Guten – ein böser Gott seines Faches sozusagen. Ganz kleine Schritte versuchen die Riemann und der Lauterbach, denen man privat bloß nie begegnen möchte – muß ja nicht, sie können aber was! Und mehr braucht es doch auch letztlich nicht.

Mittwoch, 14. August 2013

Gustl


Herr Mollath

Die Geschichte spricht für sich – Juristen, Ärzte, Politiker – eine perfidere Kombination gibt es in meiner Erfahrungswelt gar nicht: Hier ist einem Menschen allerbitterstes Unrecht widerfahren. MAN hat ihn für verrückt erklärt und sieben Jahre der Freiheit beraubt, obwohl er nur die Wahrheit äußerte,  vergeblich – von einer immer noch im Amt befindlichen unsäglichen Justizministerin achselzuckend hingenommen (die sich nun aber, allen voran, erleichtert über die Freilassung des geschundenen Menschen zeigt). Ein Unding für sich. Mir geht es heute um eine für provokante, polarisierende Werbung bekannte Auto-Vermietung. Niemals werde ich sie nennen, denn das ist ihr Anliegen – auffallen! Und dies egal wie, um jeden Menschenpreis. So haben diese üblen Genossen es fertig gebracht, das Bild des Gustl Mollath (dessen Justizskandal nun aktuell in aller Munde ist) ungefragt zu verwenden mit der Untertitelung: „Wenn hier jemand verrück ist, dann ….mit seinen Preisen!“

   Nun kommt es, wie geahnt - man entschuldigt sich, man habe ihn als eine Person der Öffentlichkeit gesehen und geglaubt, man dürfe dies und so weiter (wie einen Lothar Matthäus, die Frau von Ochsenknecht, drittklassige Models und die altbekannte Riege der üblichen Verdächtigen – wir kennen alle diese fragwürdigen Figuren). Natürlich bietet man Herrn Mollath nun ein Honorar an (die Schadenersatzklage des Anwaltes von G.M. haben die doch längst einkalkuliert –  Hauptsache, sie werden genannt! Empörung der wenigen einerseits – ihr Name aber immerzu als Autovermieter weiter einprägend bei der breiten Masse). Die Leute interessiert doch kein Menschenschicksal, die suchen einen Autovermieter, und zack, es klingelt, Reklamebild vor Augen, ja richtig, es gibt doch …- so muß Werbung! Auf allen Kanälen, in allen Blättern, in jeder Nachrichtensendung. Sie sind mit diesem Coup für eine gewisse Zeit in aller Munde. Kostenlose Werbezeit bei allen Sendern! Clever kann sooo zynisch sein.

   Es ist unsäglich. Ginge es nach mir, würde der Schadenersatz so hoch angesetzt, daß diese Firma Insolvenz anmelden müßte – so ginge Menschlichkeit! Aber klar, das entscheiden ja meine speziellen Lieblinge vom Juristenpack. Wir wissen, Recht hat nichts mit Gerechtigkeit zu tun – es geht um Geld, wie in der Politik auch. Immer nur Mammon. Und nichts anderes zählt.

   Meine persönliche Genugtuung kann nur so aussehen – niemals die Firma   Die -mit-dem-Mollath in Anspruch nehmen, wie ich auch ums Verrecken nicht das Müsli des ob seiner gruselig dilettantischen nervtötenden  Ich-werbe-als-Chef-selber essen würde, oder Produkte aus der Werbung mit großen Sportlernamen, linkisch agierende Dämlacke in gnadenloser Talentlosigkeit.

Merken Sie, wie anstrengend es ist, die Namen zu umgehen? Werbung ist abgefeimt und gerissen. Und glauben Sie jetzt bitte nicht, wenn Sie keine Werbung schauen, berühre das Sie alles nicht – Sie können dieser aalglatten Heimtücke gar nicht entgehen, unbewußt werden Sie vereinnahmt, glauben Sie mir bitte. Die einzige Konsequenz kann nur sein – bewußt dagegen zu steuern, für sich persönlich entscheiden, nicht bei den Billigdiscountern Kleidung oder so zu kaufen - mehr kann ich nicht tun.

Dienstag, 6. August 2013

Socken


Gesocks


Tja, da liegen Sie jetzt aber richtig falsch. Nein, ich steigere mich nun nicht in eine Leute-Abrechnung hinein, es geht schlicht und ergreifend um … Socken.

   Und als Pärchen sind sie ja recht gut und willkommen; ich meine hier und jetzt natürlich die einzeln verbliebenen Exemplare beim Waschen, jede(r) kennt das – es bleibt Murphy-gerecht nahezu regelmäßig ein Exemplar beim Aufhängen übrig. Eine Socke (und nicht etwa ein Socken, Gott bewahre, regionale Spracheigentümlichkeiten hin oder her). Die zweite Socke findet sich dann aber doch, in der Waschmaschine, neben der Wama, im Korb, hinter dem Wäschekorb, im Treppenhaus oder so weiter. Die Socke, das unbekannte Wesen.

   Seit Monaten liegt ein Söcklein bei mir auf einem Schränkchen im Bad neben der Waschmaschine. Und wenn ich Monate sage, meine ich das auch. Das Gegenstück ist bislang nie mehr aufgetaucht. Nicht mal in einem Zipfel der verschiedenen Bettbezüge, einem bevorzugten Versteck für diese Sonderlinge. Hausfrauen-Ratschläge mit Klammern oder paarweise zusammennähen, schlage ich nach wie vor in den Wind – das muß nicht sein. Wo bliebe da auch der Reiz, der endlose Wettkampf Mensch gegen Sache? Und überhaupt: Ich hasse Zwangsverbindungen. Man findet zueinander, oder eben nicht. Singles muß es einfach geben, das ist menschlich wie sächlich. Und das Deckelchen für dieses einsame Töpfchen wird auch irgendwann wieder auftauchen.

  Nun habe ich bald Urlaub – Urlaub unter der garantierten Insel-Sonne (obwohl ich in Old Germany derzeit auch nicht klagen darf). Und da brauche ich meine Söckchen-Pärchen, aber natürlich – ich will ganz der Deutsche sein: Socken in Sandalen, das gehört sich für mich einfach so. Ein bißchen Nationalstolz auch an den Füßen. Müssen ja keine Tennissocken sein, da bin ich flexibel. Ich will, daß meine holde Lieblichkeit verzückt jubelt: „Da kommt ja mein deutscher Sunny-Boy!“ – oder so was in der Art, Sie wissen schon. Ich will schließlich nicht immer wieder und immer nur auf meinen Körper reduziert werden. So, das mußte mal gesagt werden!