Sonntag, 16. August 2015

Gutmenschen gegen Nazis (3)

Heiliger Sankt Florian

Teil 3

p.s.
Ach ja, ich weiß schon, das mit den Negern hätte ich „mutmaßlich“ lassen sollen (Sarkasmus aus ratloser Hilflosigkeit, also doch zynisch dem Untergang entgegen, trotz Eigenwarnung). Schon klar, vom Asylmißbrauch darf auch nicht geredet werden. Augen zu, ja, aber durch geht nicht – es ist alles schier unüberschaubar. Apfelbäumchen und so, ich verstehe schon. Kenne ich. Aber ich sehe auch die befallenen Ghetto-Apfelbäumchen in Ruhrpott-Metropolen … libanesische Clans haben rechtsfreie Räume geschaffen, meine Kollegen in Uniform trauen sich da kaum noch hin in die Hochburgen der Dealer und organisierten Bandenkriminalität – nur noch mit mehreren Fahrzeugen, niemals nachts …und  das fing mit Kriegsflüchtlingen an! (Kriegsgebiet Libanon – was waren wir betroffen!)
   Es ist auch kein guter Weg, verkürzte Verfahren für Ärzte, Ingenieure und IT-Techniker zu schaffen: die werden doch in ihrem Heimatland gebraucht! Ab- und Anwerben kann sehr egoistisch sein – die Besten zu uns – und dann? Was ist mit der Hilfe zur Selbsthilfe, das eigentlich gangbare Konzept – das wird doch so unterlaufen! Die Könner werden doch „daheim“ gebraucht. Will man uns damit was in die Augen streuen? Die Politik bekämpft unser Aussterben (wie passend, das habe ich gerade im Radio gehört: in Frankreich werden zunehmend Kirchen in Moscheen umgewandelt). Schleichende Entwicklung? Wieso „schleichend“…die einen sind schwach – die anderen werden immer stärker. Alles ist nur eine Frage der Zeit – und die scheint immer schneller abzulaufen. Ein polarisierender Typ hatte „Deutschland schafft sich ab“ geschrieben – ist es etwa nicht so? Muß man ihm am Ende gar zustimmen? Mich reißt es hin und her. Und wenn nicht Sarrazin, dann wenigstens den erfahrenen Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky sollte man lesen. Die neue Realität im deutschen Alltag wahrnehmen!
   Menschen, hört genauer hin: die Menschenverachtung brodelt direkt unter der „Oberflächlichkeit“ unseres Wohlstands-Daseins, ungewollt – aber auch unvermeidlich. Sie bricht allmählich an relativ wenigen Stellen aus, und das sind erst mal nur die undiplomatischen „Radikalinskis“ (und es nimmt zu, von Tag zu Tag, brachial) - aber viel größer, um ein Vielfaches gefährlicher ist die stumme Masse. „Wutbürger“. Denen kommt man nicht mehr im Kern mit Toleranz-Appellen, Multikulti* und so kurzsichtigem Blendwerk bei – Kulturdenken und empfundene Volkszugehörigkeit sitzen tiefer. Wenn es an die eigene Substanz geht, da hört spätestens das Gesäusel auf. Der Zug ist längst abgefahren! Ich spüre die in den Taschen geballten Fäuste der schweigenden Mehrheit. An jeder Einkaufstheke, an jeder Straßenecke kann ich es hören. Da brauche ich keine Stammtische aufzusuchen.
   Jetzt gerade in diesen Tagen ist es chic, sich aktiv gegen NAZIS hervorzutun – oh ja, natürlich: ALLE, die der Welle der „Ach-was-sind-wir –doch-für-gute-Menschen“ nicht kopflos beipflichten, nicht begeistert mitmachen, sind ganz ganz böse Rassisten. („Wir haben aus unserer Geschichte gelernt!“) Liebe scheinheilige Gutmenschen: Es gibt noch ein wenig mehr, als JA oder NEIN zu brüllen. Borniertes Schwarz/Weiß-Denken von gebildeten Menschen erzeugt genauso Wut bei den Skeptikern wie feindselige Ausländer-Verachtung. Es scheint mir, daß die angepaßte Presse (Lügenpresse?) auch so allmählich aufwacht. Alles braucht seine Zeit – nur: die haben wir nicht mehr.
Nicht Jeder, der unbeschränkter Zuwanderung skeptisch gegenübersteht, ist ein Nazi! Denn wer Kritiker der sogenannten Willkommens-Kultur pauschal bekämpft, ist keinen Deut besser als die geschmähten Widersacher – Und EUCH sehe ich genauso mit Bedenken, wie Eure Gegner!
Leckt mich am Arsch, Extremisten: Nazis UND AUCH Gutmenschen!!!
*Zu Multikulti und dergleichen kommt in Kürze ein neues Elaborat – auch so aus der Hüfte, nicht weniger direkt! Dem einen oder der anderen wird sich dann eher erschließen, wie ein parteifreier grün-rot empfindender Beamten-Mensch auf einmal seehofersche Gedanken begrüßt.

Samstag, 15. August 2015

Gutmenschen gegen Nazis (2)

Heiliger Sankt Florian

Teil 2

  Es kam schleichend – erste Bilder in den Wochenschauen erwärmten uns die Herzen und öffneten die Geldbörsen, erschütterte Urlauber betätigten sich am goldenen Sandstrand gnädig und betroffen angefaßt als Betreuer einiger dunkelhäutiger Schiffbrüchiger, verständlich mitfühlend, gaben Wasser-Flaschen und so weiter – alles ergreifend und „voll gut“. Menschen wollen Menschen helfen, wenn sie schon mal dicht dran sind, wenn sich Armut direkt vor ihren Wohlstandsaugen offenbart – wir meinen es doch nur gut. Es werden von den unmenschlichen Schlepperbanden (wo verstecken sich die skrupellosen Drahtzieher?) marode Boote der unberechenbaren See führungslos überlassen (fünfstellige Summen pro Nase sind ja eingesackt – wo kommen solche Beträge bei brotlosen Menschen eigentlich her?) – es gibt viele Sisyphus-Aufopferer, die von da ab sich nimmermüde unablässig bemühen. Es ist ja vor unserer Tür, das sehen wir alle (eine viel größere Zahl Menschen kommt neuesten Medienberichten zufolge bereits bei der ebenfalls teuer bezahlten Wüstendurchquerung Nordafrikas ums Leben, aber hier sieht man es nicht so direkt). Und wie geht es weiter? Jetzt sind sie hier, sie kommen (auch) aus Kriegsgebieten und aus Elendsvierteln. Sie kommen unaufhaltsam, immer mehr und mehr, zu Land und über Wasser – und immer schneller! Sie stürmen Zäune und Palisaden, und sie sind voller verzweifelter Kraft. Die stärkeren Jüngeren sind bloß die Vorhut, sie alle haben nichts zu essen, aber Handys (um die Nachhut auf dem Laufenden zu halten) – und die Gutmenschen überschlagen sich und können alledem nicht mehr Herr werden.
   Der neueste Society-Chic kommt auf: Kühne Vorreiter holen sich einen „Alibi-Neger“ ins Haus (na, nicht direkt, in so ein Zweithaus halt), oh mein Gott, wie vorbildlich gut sind wir doch! Der Ansturm wächst viel schneller, als Asylanträge bearbeitet werden können, selbst die von vorn herein sinnlosen unserer Nachbarn vom Balkan. Aus eigener Erfahrung kann ich mir bestens die hoffnungslos überforderten Amtsstuben vorstellen – sie müssen ausbaden, was andere anrichten, „nach Recht und Gesetz“ – schräg-nervöse Vorgaben, kein Ermessen. Die Notlage läßt Normen purzeln – aufregend ist das alles (Verordnungen werden angepaßt – seltsam, sonst geht das nicht). Aufschrei nach Geld, nach Raum und Unterbringung – es ist wie eine Lawine: Man muß nur mal genau hinschauen, einfach nur mal bei uns: die Hilflosigkeit von Gemeinden, Ländern, dem verzweifelt regierenden „Bund“. Zeltstädte in Bereichen der Kommunen, wie organisierte Neu-Slums – wie gut, daß kein Winter ist! Es ist noch Platz da, fallera – und überhaupt: Wir sterben doch ohnehin aus! Heißa, wir tanzen auf dem rauchenden Vulkan! Berliner Ringelreihen: ach wie gut, daß wir nicht ans Mittelmeer grenzen.
   Mit Schwarzmalerei (sic!) ist keinem gedient, weiß ich doch, aber der Zug ist abgefahren (noch mal schlucken) – so hieß doch meine Erstveröffentlichung in einer Anthologie (wann war das noch mal) - Bitte Vorsicht bei der Abfahrt des Zuges – einst als ein Stück zur Emanzipation verfaßt. Zerstreuung ist nämlich wichtig. Bildungsbürger halten sich in moderner Aufgeschlossenheit für weise Wohlwoller: Erst die Rettung, das Leben ergibt sich dann schon. Und das soll nicht abgründig und bodenlos sein? Also Notversorgung, erst mal Leben retten, sicher – und dann? Bei der sogenannten elitären Bildungsschicht habe ich rasch wachsende Bedenken: vor lauter Studiertheit ist oft viel gesunder Menschenverstand auf der Strecke geblieben. Und mal Hand aufs Herz: denen wird niemals was abgehen, das ist alles nur Beruhigung des Gewissens – ausbaden muß es die breite Masse unseres Volkes! Ich kann nicht sehen, daß ich vor diesen edlen Blendern weniger Schrecken empfinde als bei Horden von schwachköpfigen Neonazis. Die breite Masse der Bevölkerung, die ruhende Mehrzahl – wir fühlen uns, auch wenn das Zitat schon häufig mißbraucht wurde, fremd im eigenen Land. Und ich fürchte, wir haben da letztlich irgendwie auch resigniert. Oder muß hier nur ein Ventil geöffnet werden und es bricht sich Bahn, die Unzufriedenheit in unserem zufriedenen Wohlleben, das latente Bedrohungsgefühl, wenn wir nur an die bereits entstandenen Ghettos in unseren Großstädten denken. Wegsehen? Ich gehe, wenn ich in der Großstadt bin, mitunter dort hin – und es ist mir angst und bange – am helllichten Tag. Eine völlig fremde Welt – hier inmitten der unseren. (Als Einzelgänger bin ich keine gute Orientierung, das räume ich auch ein, ich äußere mich lediglich zu meinen Wahrnehmungen.)
   Ein Blick direkt in die Weltliteratur: Dürrenmatts Besuch der alten Dame (wie schleichend das Umdenken der Nützlichkeit Vorschub leistet), Frischs Biedermann und die Brandstifter (Beschwichtigung angesichts des drohenden Unheils) – oder die wundervolle Szene in Büchners Woyzeck (er hätte auch eine Tugend, würde es ihm nur so gutgehen wie dem Herrn Hauptmann).

   Dies ist doch nur (m)eine Kolumne, eine Skizze zu unserer momentanen Befindlichkeit, leider mit fürchterlich schalem Beigeschmack (wenn ich es recht bedenke, ist es ein Essay zur eigenen Lagebestimmung geworden). Und ich drohe mich in Schwarzmalerei zu verlieren. Soll ich mich brüsten, wieder mal richtig gelegen habe, als ich schätzte, wir fahren, bedingt durch schon viel früher falsch gestellte Weichen, auf einem Abstellgleis – wird uns „zeitnah“ ein Prellbock  erwarten? Oder wird es wie im Western enden, volle Fahrt auf die Schlucht zu! Western – da ist es nicht weit zu WESTEN. Verheißungsvolle Gegend. Nunmehr eindeutig weltbekannt –  dieses „unser“ Land. Es heißt, es bestehe noch.

Freitag, 14. August 2015

Gutmenschen gegen Nazis (1)

Heiliger Sankt Florian

Teil 1
(Zwölf ist schon lange durch oder Gutmenschen gegen Nazis – die momentane Lage aus meiner Sicht am Beispiel der unbegrenzten Zuwanderung)

Und ich hätte doch so gerne was Lustiges geschrieben (erwarten ja auch manche) – zumal ich letztens einen Fünfteiler über den Kunst-Fälscher Beltracchi gesehen habe, wollte sein Können preisen und genüßlich auf die Kunstszene Böller abfeuern (weiße Leinwand: Schneehasen im Schnee oder schwarze Fläche: Negerschlacht im Tunnel, die uralten Gags noch mal verwursten), da kommt mir die Zeitgeschichte ins Gehege und es wird ernst: Hunderte dunkelhäutige Asylanten im Eurotunnel, auf französischer Seite ein Lager mit Tausenden die darauf lauern, per LKW als blinde Passagiere auf die Insel zu kommen. Ich denke an den berührenden Ausspruch der Bremer Stadtmusikanten: „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall.“ Aber was geschieht derzeit wirklich in Europa – blickt da noch jemand von den Verantwortlichen durch? Und gibt es überhaupt Verantwortliche? Ich schätze, das ist alles längst aus dem Leim. Es gibt keine Grenzen in der zügellosen Grenzenlosigkeit. Zuwanderung, also Asylanten und Einwanderer. Bei uns wie immer: Erst wenn es zu spät ist, überschlägt sich alles, dann aber direkt kopflos. Heiliger Sankt Florian, höre ich seit geraumer Zeit allerorten.
   Ich fürchte, mich von der Ironie in den Zynismus zu begeben, aber das macht mich alles so ungeheuer fassungslos. Noch setzen sich die Mahner und Warner durch – das alles, was aktuell geschieht, ist Munition für die Rechtsradikalen und ich fürchte, die (noch behutsame) Pegida ist nur ein kleines Aufglimmen einer sich anbahnenden Feuersbrunst. Rette sich wer kann, die Arche ist voll – was also tun, wenn noch unzählige Massen mitwollen? Es ist die Stunde der Volksverhetzer, die uns nun blüht. Und an Anschauungsmaterial herrscht auch kein Mangel. Nie hätte ich gedacht, dies zu schreiben: Die Ossis begehren völlig zu Recht verstärkt auf – und das aus gutem Grund! Die deutsche Arschkarte wird dem Osten gezeigt. Und natürlich brodelt das Ungemach dort am stärksten.
   Kurzfristig erstellte und bemüht wirkende Beruhigungs-Statistiken zeigen beschwörend auf, daß die Menschen hierzulande für Kriegsflüchtlinge (noch) ein Herz haben, die Wirtschaftsflüchtlinge z.B. aus dem Balkanraum hingegen werden ganz anders eingeschätzt. Betuliches Bemänteln: Keine Panik, Wähler-Volk! Halb so wild – es geht doch irgendwie. Es muß einfach. Im letzten offiziellen Krieg haben wir zwölf Millionen aufgenommen (gut, wir waren das ja selbst!). Werden wir nun echte Kosmopoliten? Eine einheitliche Welt – oh selige Einfalt! Neue Vereinigte Staaten – na, vielen Dank auch. Der gutgemeinte Asylgedanke – grundgesetzlich hervorragend gut gemeint, aber es liegt doch auf der Hand, daß sowas brachial ausgereizt, ausgehöhlt und mißbraucht wird. Ist doch keiner Menschenseele zu verdenken. Gelobtes Land Europa. Die internationale Fernsehlandschaft gaukelt es bis ganz weit in die hintersten Winkel der Erde vor. Dort (also hier!) ist das …Paradies!
   Ich weiß nicht, wo ich es vor Jahren schon gelesen habe: Wenn wir nicht in die Dritte Welt gehen, kommt das Elend zu uns. Genau das geschieht derzeit! Es hat schon immer vorbildlich idealisierte Helfer gegeben, davor habe ich auch die größte Hochachtung – es ist nur halt zu wenig getan worden. Beileibe nicht nur die Dritte Welt kommt jetzt, um unsere berüchtigt weltbekannte „Willkommenskultur“ zu genießen. Und es ist nicht zu übersehen – man sollte das ganz nüchtern und abgeklärt erst mal als einen Anfang bewerten – ich glaube nicht, daß ich damit eine zu düstere Prognose treffe. Es ist ein Schneeball-System im Gange, und das alles beschleunigt sich natürlich von selbst. Eine neue Völkerwanderung – und es sind Millionen in Bewegung!
   Die großen Naturgesetze rächen sich aber – die Natur läßt nicht beliebig mit sich umgehen, sie schlägt zurück – ihre alles beherrschenden Gesetze sind ewiger als unser piefiges Menschendenken. Humanität(!), also Blauäugigkeit, Naivität und Einfältigkeit inbegriffen, dienen aus, Religionen und Sekten wirken eh nur noch in ihren negativen Auswüchsen (der Schwachsinn in all seinen perversen Spielarten wird wohl nie enden – die meisten Menschen brauchen eine religiöse Beschwiemelung jedweder Art, für mich so eine Sucht nach Gehirnwäsche), nun aber zunehmend heftiger: Radikal sein - das überzeugt die Abenteuer-Sucher! Es gibt in diesen Zeiten besonders viel Wasser auf solche Mühlen! „Spannend“ muß es sein! Dieses einzige grenzenlos verfügbare Wasser ist nicht naß. Das Recht des Stärkeren, des Ersten, das urtümliche Fressen und Gefressen werden setzen sich durch, haben die Oberhand  – von wegen „der Mensch ist ein mit Vernunft begabtes Tier“ / Oscar Wilde – damals konnte man noch so denken – heute lachhaft: Die Natur wird es uns zeigen, wer am längeren Hebel sitzt. Pipimachen war gestern, jetzt wird auf Teufel komm raus geschissen!

   Es ist nicht fünf vor zwölf – ZWÖLF IST LÄNGST DURCH!!! Um beim Bild der Arche zu bleiben – sie sinkt nicht nur durch Überlastung – sie ist auch noch aus dem Ruder! Und leck sowieso.

Donnerstag, 6. August 2015

John Lennon – jeder Furz zählt!

Lennons Furz

(Glosse - nur für Insider)

Dieser Beitrag ist nur für wahre Platten-Freaks gedacht. Eine Sensation für 2016 bahnt sich an: Auf den Masterbändern zu den Abbey-Road-Sessions ist ein Tondokument entdeckt worden, dem bislang gar nicht die ihm zukommende Wertschätzung zuteil wurde – wahre Kenner hatten dies auf der ersten Vinylpressung entdeckt, dann war es in Laufe weiterer Remaster-Arbeiten weggemischt worden, dieses ungeheure Zeitzeugnis pophistorischer Schaffenskraft – und nun gibt es ihn wieder, den einzig wahren original Furz von John Lennon! „Fart of the century“, titelte The Sun. Quasi ein Jahrhundert-Knaller!
   In den letzten Jahren wurden bereits so manche Schmankerl aus Tonaufzeichnungen bei Studioaufnahmen, flapsig geniale Sprüche aus Sessions, Livekonzerten u.v.a.m. der Ewigkeit übereignet – doch nun wird das alles einer neuen kritischen Verwertung unterzogen. Es gibt ihn also wieder, nun klangtechnisch neu restauriert von der wohlerhaltenen Master-Tonspur – es konnte ein neuer Edit abgemischt werden, der alle bislang dargebotenen Versionen in den Schatten stellt. Man meint fast, das Micro habe John im Anus gesteckt! Herrlich – diese satte Soundfülle. Es ist kaum zu fassen. DAS ist original und restlos unverfälscht John Lennon 1969! Alles aus den Archiven von Star-Club, Cavern-Club oder dem noch nie so wirklich erquickenden Shea-Stadium wird mit dieser Veröffentlichung dem Vergessen nahegebracht.
   Es versteht sich von selbst, daß dem beigelegten Booklet zu den Abbey Road Sessions von 1969 nunmehr detailgenaue Aufstellungen über Musiktitel hinaus auch zeitgenaue Angaben zur Nahrungsaufnahme, Verdauung etc.  auf Hochglanz gedruckt, zu entnehmen sind! Akribische Zuordnung zu den vier Göttern der Musikszene. Der Rolling Stone spricht bereits von einem spektakulären bahnbrechenden Ereignis in der musikgeschichtlichen Aufarbeitung. Der Musikexpress ziert sich noch, weil weitere Blähungen der Auswertung harren. Man wolle in der musikhistorischen Aufarbeitung nicht unüberlegt vorpreschen, hieß es bei den Zauderern. Warum der Rülpser von Ringo Starr nicht so umjubelt werde, sei mal vorerst dahingestellt.
   Nein, wozu warten – die Liebhaber werden auf ganzer Linie bedient. Dieses Zeitzeugnis einmaliger Flatulenz war bereits als Hidden-Track auf einer skandinavischen Raubpressung vorzufinden – aber das alles kann man nun getrost beiseite legen: der jetzige offizielle Bonustrack läßt keine Wünsche offen.
   Auf  der parallel erscheinenden und in der opulenten Luxusausgabe beigegebenen DVD ist er gar in allerhöchster machbarer Klangqualität zu konsumieren: 2.0 Dolby Stereo / 5.1 Dolby Digital/ 5.1 DTS Surround Sound – incl. dem betont gesetzten Luftholen des Ausnahmegenies vor voller Tonerzeugung zu goutieren! Exzellent!
   Im Einzelnen sollen folgende Ausführungen für Alles-Sammler auf den Markt kommen:
Die einfache CD-Ausgabe für den kleinen Geldbeutel
Die anspruchsvolle Vinyl-Ausgabe (auf nur 100.000 Stück limitiert) mit individueller Stückzahl-Nummer!
Die goldbedampfte japanische CD-Pressung in –man höre und staune – in Digipack-Ausführung (welch süffisanter Widerspruch!)
Die CD mit der DVD als Bonus (genial!)
Die DVD und parallel dazu die BluRay (wie oben angemerkt in unglaublicher Soundfülle durch neueste Surround-Technik
Außer bei den einfachen CD- und Vinylausgaben ist selbstverständlich stets das 114seitige Booklet, wie oben dargestellt, beigefügt (meisterhaft schon allein die Aufstellung des Catering bis hin zum kleinsten Chewinggum-Genuß). Was für eine Fleißarbeit, die Recherche bei den noch lebenden Zeitzeugen!
   Man darf ohne übertriebene Erwartung darauf vertrauen, daß Yoko „Quiek“ Ono, wie manche Spötter immer noch gerne die nunmehr völlig zu Recht anerkannte Ausnahme-Künstlerin nennen, hier ganze Arbeit geleistet hat – ein Marketing vom Feinsten.

   Und nun noch ein inoffizielles I-Tüpfelchen. Es wird gemunkelt, daß von der blutbespritzten Brille Lennons nun auch die aufgearbeitete 3-D-Aufnahme freigegeben wird. Aber bitte, wir wollen nicht unersättlich sein, dies wurde von der Witwe von John Lennon völlig zu Recht auch noch nicht offiziell bestätigt. Wir müssen warten – es sind noch längst nicht alle rockhistorischen Schätze gehoben. Aber hoffen darf man doch wohl noch …

Samstag, 25. Juli 2015

Anschein & Sein

Anstrengungen

(zumutbar? entbehrlich?- ein paar Rechtfertigungen)

I
Man/frau kann sich auch was antun. Genau hier haben wir es schon: diese verbissene Gleichmacherei – je konsequenter, je alberner. Wenn alles mindestens doppelt (und mitunter lächerlich inkorrekt zum Unfug neigend) ausformuliert wird – dann wird es unleserlich. Gottlob gibt es mittlerweile z.B. in Gesetzesnovellen den Hinweis, daß zur Erleichterung der Lesbarkeit und dem zu befürchtenden Verschleiern des eigentlichen Anliegens auf die männliche Variante abgestellt wird (Liebe Verbrecherinnen und Verbrecher, Idiotinnen und Idioten, Männinnen und Männer, verehrte Leutinnen und Leute – geschätzte Mitgliederinnen und Mitglieder: es ist nicht allein scheinbar rückschrittlich, es führt auch zu mehr Akzeptanz, um nicht gänzlich der Lächerlichkeit preisgegeben zu sein).

II
Auch die verwirrende, inkonsequente und absurd dämliche Rechtschreibreform (der Reform der Reform …) – ich bin es leid, immerzu in Texten zu betonen, daß ich weiß, wie es heute „richtig“ sein soll, z.B. nach rauh ergänzend anzuführen, daß ich den Schwachsinn nicht mitmache, ich ja auch nicht Stro, ro, fro etc. schreibe – und dies ist nur ein winziges Beispiel, also mich genötigt zu fühlen, wie es offiziell wohl zu gelten habe – Arsch geleckt! Ich muß nicht mehr weisungsgemäß als Beamter hirnrissigen Anordnungen folgen, wonach die Bibel „Duden“  universell das schreibende Leben bestimmt. NIE MEHR!
Ich stimme ja weitgehend zu (z.B. nummerieren mit Doppel-M), aber wenn es zu blödsinnig wird, dann muß (muß mit „Eszett“ – natürlich!!!) ich mich darüber hinwegsetzen. Und das kann ich, das darf ich – und das mache ich auch.

III
Ach ja, mein Blog. Politik-konform ausgedrückt „würde ich sagen“  hätte es zu heißen „Giftzwerg’s Stinkefinger“ – natürlich. Aber es ist doch ein Eigenname, es ist eine Überschrift, ein erhoffter Blickfang und vor allem einzig und allein mein DING.
giftzwergs –
stinkefinger
steht also oben drüber, schau-schau – voller „Fehler“ also?
Na, und man sehe sich erst mal das Foto an – ist das vorbildlich korrekt? Nicht bemerkt, die verdrehte Hand???Zeigt man ihn so, den schlimmen Mittelfinger? Wohl kaum, so herum zeigt man das V für Victory (Zeige- und Mittelfinger) – anders herum wäre es die Bestellung von zwei Was-auch-immer. Und auch der Stinkefinger ist verdreht. Auf dem Foto sieht man die abgeknickten Finger – der Handrücken weist nicht zum Leser!
Und hier also die Bedeutung: der Stinkefinger ist nicht gegen den Leser gerichtet, sondern den Leser beziehe ich mit ein – mittels meiner Ausführungen mit mir gemeinsam an die jeweiligen Adressaten (Adressantinnen und Adressaten, hier gestatte ich es mir zur Steigerung der Pointe) zu weisen. Ein photographiertes WIR sozusagen – schleimig einbezogen, gewiß (aber viele gehen halt lieber nur gerne mit, kriegen selber die „Spezial-Grußhand“ nicht hoch – und ein bißchen einvernehmliche boshafte Freude, für den Moment nicht übel).
Ja, es ist mitunter anstrengend, alles zu bemerken, zu ergründen und zu verstehen. Manchmal lohnt es, mitunter auch nicht. Das muß(!) jeder(!) für sich entscheiden.

Und damit schließe ich mal wieder.

Mittwoch, 22. Juli 2015

Meine Blickwinkel und ich

Mein Ich-Erzähler und ich

(nein, nicht „schizo“)

Der Autor Joseph von Westfalen amüsiert mich königlich. Süffisant, wie der Typ schreibt. Von ihm habe ich auch die Formulierung aus der Überschrift. Genau so stellt es sich dar: Es sind und bleiben zwei Blickwinkel.
   Zwei Herzen schlagen da also, zwei von vielen Wahrheiten. Ich bin so kühn zu behaupten, daß ich selber bei meinen eigenen literarischen Erzeugnissen nicht klar und deutlich die Grenzen zwischen Realität und Phantasie zu ziehen vermag. Aber zumindest bin ICH dort am dichtesten dran!
   Mit dem ganzen Thema hatte ich mich bereits von Anfang an schriftlich auseinandergesetzt, z.B. in dem wiederholt überarbeiteten und letztlich ausufernden Essay Über das Schreiben, die Literatur und das Menschsein *(die erste Fassung von 1972, meine ich mich zu erinnern). Darin hatte ich die Erkenntnis gewonnen, daß das Geschriebene eine Vermengung von  a) meiner Realität, b) meiner Phantasie und c) das von außen Aufgenommene / mir Zugetragene ist – also Wahrnehmungen durch Bücher, Filme, Zeitung, TV, von anderen mir Erzähltes und so weiter. Und dazu stehe ich auch heute noch. Niemals ist einer dieser drei Bestandteile zu hundert Prozent erfüllt, immer spielt, in welcher Gewichtung auch immer, etwas von den beiden anderen Gruppen mit hinein. Und das ist es, was es ausmacht – das interessiert mich (sogar mit der Gütegarantie „autobiografisch“  wie so oft plakatiert …da muß ich wohl lachen, wenn ich von mir auf andere schließe).
   Und das schreibe ich – mitunter auch als Ich-Erzähler. Denn: Nur weil ich ICH schreibe bin ich es doch noch lange nicht! Die dritte Person, die könnte ich schon mehr oder weniger sein…
   Ach ja, und das vermaledeite WIR bei kritischen Betrachtungen, nach Gutmenschen-Art richtig schön schleimig sich selber einbeziehen, ja klar, das ist ja auch soooo glaubwürdig!


*Mein mich nur in wenigem prägender Vater (manches kann ich einfach nicht leugnen, nicht allem kann man entkommen) fing damals an, einen gewissen Respekt  mir gegenüber zu entwickeln, für mich unvermittelt, denn das war zuvor nicht so. Er konnte einfach nicht verstehen, wie man schöpferisch arbeiten kann, etwas, das ihm selbst völlig abging.

Freitag, 17. Juli 2015

meine kleinen Aufreger...

…und meine kleinen Aufreger gebt mir auch heute

(aktuell 2015)

Bang – oder modern gesprochen: BÄNG – die Comicsprache bemächtigt sich immer massiver unserer Alltagssprache (viele bevorzugen schon „Neusprech“ zu sagen). Recht neu ist aber das herausgebrüllte, oft mit in die andere Hand geschlagener Faust garnierte „…und BÄÄÄM!“ Schon gehört? Na sicher doch, in Filmen wie im Alltag, das nimmt sich nichts – ganz vorne (also quasi „top“) derzeit, mit mindestens drei „Ä“ – ich finde, eine ganz aktuelle Seuche.
   Und dann diese kleinen, keck verspielten Anhängsel: eine derbe Sprachverunzierung. Das ist „derbe“. Nein-nein, derb tut es nicht mehr, derbe muß es sein. Das sind wahrlich trübe Aussichten – also sieht alles „trübe“ aus. 
Zwei Ohrfeigen reichen mir.
   Kennen Sie die mit dickem Filzstift bemalten Kartonflächen – „Warum?“ Ratlose Erschütterung demonstriert es, an jedem Schicksalsort umgehend zu Lichtern und Blumen aufgestellt, man sieht in den Nachrichten geradezu tagtäglich diesen Notruf. Verstehe ich ja, man tut gerne was, will seiner Ratlosigkeit Ausdruck verleihen, es geht mir auch unter die Haut – nur: Warum noch nicht „WHY?“ Why not why? Das allerdings verstehe ich im vorherrschenden Zeitbild so gar nicht. Keine Konsequenz, wirklich derbe und trübe, so habe ich das heute zu sehen…
„…und BÄÄÄM!“

p.s.

Und wer das jetzt alles „herbe“ findet, den halte ich für „doofe“ !

Samstag, 11. Juli 2015

Flohmarkt mal wieder

Handel im Wandel

(auf dem Flohmarkt)

Niemand geht noch gerne mit mir auf den Flohmarkt. Konfus sei es, die letzte meinte, am liebsten wäre sie im Erdboden versunken. Erneute Verabredungen finden nicht mehr statt; zuvor meinte eine, sie sei schon zweimal mit dabei gewesen: ein erstes und ein letzte Mal. Und es reiche auch.
   Ich blicke nur nach Bücherkisten. Ist der Inhalt gut erhalten, schaue ich genauer nach. Wild Zusammengeworfenes, lieblos aus Kartons heraus Aufgetürmtes: nein danke. Schön ist es, wenn man die Buchrücken, möglichst noch in einer Ausrichtung, überfliegen kann. Dabei geht mir das Herz auf, dann fühle ich mich wohl.
   Die Preise für Bücher auf Märkten sind im Keller, je nach Veranstaltung für ein Taschenbuch 50 Cent bis 1 Euro, gebundene Schinken von einem Euro bis bei mir maximal drei. Aber man kommt ja ins Gespräch. Und das ist für manche ein Dilemma.

Szene Eins
Wieviel wollen Sie für das Buch hier?
Eins fünfzig bitte.
Was????
Oder einen Euro vielleicht???
Also ich biete Ihnen zwei, maximal!
Wie jetzt …Cent? Einen Euro, meine ich!
Zwo Euro fuffzisch – aber das ist mein letztes Wort!
Verstehe ich nicht …
Hier sind zwei Euro und fünfzig Cent – und gut ist!
Ja, also, von mir aus, aber ich …
Danke – und Tschöö!
Szene zwei
Ist das hier der Stand für den Frauenbuchladen?
Ja, wie Sie unschwer auf dem Schild dort lesen können.
Ich kann nicht lesen.
Ach was? Und dann schauen Sie nach Büchern? Witzig.
Ich lasse von Frauen vorlesen.
Ach wirklich. Tja, da haben Sie ja gleich die Vorleserin bei sich, wie es scheint.
Nein. Sie ist für ganz was anderes. Aber ich schaue mal durch …
Das kann Ihre Begleitung gerne tun. Es sind auch nur Frauenbücher, übrigens.
Ja klar, darum gucke ich ja – die Bilder.
Also ich glaube, es reicht nun. Bitte gehen Sie weiter, unser bevorzugtes Publikum sind Frauen, und die fühlen sich sonst gestört.
Aber meine Partnerin ist doch dabei.
Aber sie schaut ja nicht …
Ich liebe sogenannte Frauenbücher. Ich sage immer, man muß den Gegner studieren!

Übrigens: Demnächst mache ich selber einen Stand – ausschließlich mit Büchern, es hat sich viel angesammelt – mal schauen, was für „Leutinnen“ da so vorbeikommen! Also – ich freue mich schon.

NACHSATZ
Letzten Sonntag, in Erpel am Rhein, mein Lieblingsmarkt (wie manche wissen) – ich war alleine da, na klar. Direkt an den großen Bäumen im Kern des hutzlig verhuschten Örtchens dieser schmierige Typ – den ich sonst meide (völlig illusorische Buchpreisphantasien, utopische Preisvorstellungen hat der geradezu; die letzten Jahre habe ich seinen Stand weiträumig umgangen).
   Schönstes Mützenwetter, ach – was soll’s, ich trete näher an seinen Plunder, weil ich unter dem beladenen Tapeziertisch meine Objekte der Begierde entdeckt habe, eine Kiste mit ganz sauberen, gebundenen Bänden, teilweise noch in Folien. Ich schaue und schon kommt es von ihm: „Vier Stück fünf Euronen!“ Potzblitz, ja ist es denn …das nenne ich mal ein unerwartetes Entgegenkommen. Pokerface meinerseits – er aalt sich erwartungsfroh in der Sonne. Ich werde mit einem wundervollen Roman fündig und frage: „Und für ein Buch?“
   Mit abschlägiger Handbewegung murmelt er: „‘N Euro.“ Habe ich recht gehört – einen Euro? Ich kaufe prompt, aber nicht zu hastig (ja, ich werd‘ narrisch, wie der Ösi sagt), gehe weiter, grinse vor mich hin. Ist er in der Sonne in Gönnerlaune, bekommt sie ihm nicht oder ist er nur einfach ein eigenwilliger Preisgestalter? Vielleicht auch ein Leute-Verwirrer – soll es ja geben.

    Ich ärgere mich letztlich doch, keine Begleitung zu haben – nun muß ich es hier hinschreiben – ist aber auch schön.   

Mittwoch, 1. Juli 2015

Es gibt nichts, was es nicht gibt

Jedem Tierchen sein Pläsierchen

-         Freiheit für alle(s) –

Es gibt Naturgesetze – gut, müssen wir im Folgenden wohl vergessen. Wir sind also alle frei geboren – und nehmen uns alle nahezu jede Freiheit heraus (wo man es darf oder auch nur kann). Deutschland hinkt hinterher; na sowas aber auch!

   Nicht von Sterbehilfe soll nun die Rede sein, auch nicht von Genmanipulationen bis hin zu den abenteuerlichsten Verpflanzungen (in Italien ist die erste Kopfverpflanzung in Vorbereitung). Nicht über neue Dimensionen in der experimentierfreudigen Vervielfältigungsforschung der auserwählten Spezies werde ich mich nun austoben (z.B. die 67jährige Lehrerin mit Vierlingen). Ich halte mich sogar aus der Geschlechts-Panscherei heraus: Wer bin ich – und warum? (Herr Doktor, ich fühle mich seit Jahren wie ein geprügelter Hund – meinen Sie, ich sollte nun bellen?)

   Ich will mich hier und jetzt, wie immer ganz grob, über „ gesetzlich sanktionierte Verbandelungen“ auslassen. Es reicht nie, niemals – immer mehr muß der Freiheit wegen ein weiterer Bereich „geöffnet“ werden. Was ist das alles aber auch überfällig, aller-allerhöchste Zeit wird es. Und wo doch nun die strengen Katholen Irlands sogar die Homo-Ehe feiern, wird es auch bei uns nicht mehr lange dauern – rechtlich verfaßte Papiere und Vereinbarungen reichen nicht, es muß geheiratet werden! Gleiches Recht für alle: Schwulen- und Lesbenehen voll gleichstellen mit allen Konsequenzen. Es ist nur eine Frage der Zeit, dann werden auch wir sicherlich im größeren Umfang heiraten – mehrere Männlein, dies und jenes Weiblein, der Mischung ist hier keine Grenze zu setzen. Und Inter-familiär? Aber klar doch (hatte ja in frühen Hochkulturen schon einen Stellenwert). Und wenn Hauskatze und Hund schon erben dürfen (kleiner juristischer Winkelzug, dann geht es), sicherlich ist da eines Tages auch die Ehe möglich – und, schnüff, ich werde es nicht mehr erleben, meine Plattensammlung, meine jahrzehntelang innig geliebte Verehrte, ehelichen zu dürfen. FREIHEIT – schreie ich – keine Unterdrückung meiner Neigung mehr – niemals! Eine Schande, in dieser so aufgeklärten Zeit, daß ich nicht darf, wie ich möchte! ICH WILL ABER!!! Skandalös. Da soll ja neulich sogar eine Frau einen Mann geehelicht haben – ja schrecken die denn vor nichts zurück, diese ewig Gestrigen!?!

   Die Grenze zwischen Realität und Albtraum ist schon lange nicht mehr wirklich zu ziehen.

   Aber „einen hab ich noch“, wie Blödel-Otto stets anfügt – und das ist die reine und wahrhaftige Realität und stammt aus dem „Hetero“-Bereich. Ich habe mich schlapp gelacht, ich kann das hier nicht vorenthalten. Beim Studium des neuen Classic-Rock-Heftes fiel mir eine Betrachtung zu Bill Wyman auf (der seit Jahren den Rolling Stones abhanden gekommene Bassist – jahrzehntelang als der größte dieser erfahrenen Schwerenöter nicht nur Insidern bekannt).
   Der schon vor Jahren im fortgeschrittenen Alter zuverlässig umtriebig tätige Musikus ehelichte damals die blutjunge Mandy Smith. Die Ehe ging flott den Bach runter, nun aber wurde es interessant: Sein Sohn aus irgendeiner anderen Beziehung ehelichte die Mutter der besagten Mandy! Und hieraus läßt sich folgendes Ergebnis ableiten: Bill Wyman war nicht nur der Schwiegervater seiner Ex-Schwiegermutter – sondern auch der Opa seiner eigenen Ex!
   Der Hammer, oder? Bei Interviews sind Fragen zum Privatleben nicht gestattet. „Wer will schon freiwillig über solche familiären Kapriolen reden?“  folgert der Journalist André Boße. Recht hat er.


„Ach, es ist aber auch zu schön“, pflegte Mutter Kempowski zu sagen.

Samstag, 27. Juni 2015

Geld ohne Ende

Manchmal bin ich richtig froh

(…schon älter zu sein)

Neues von den auffälligen Wulffs: Der Ehrensold von 200.ooo Euro (zweihunderttausend) darf nicht beschnitten werden! Ja um Himmels Willen, wie soll er auch sonst mit seiner Milchmädchen-Autorin durchkommen…ach Sie verstehen schon, diese unmoralische Unersättlichkeit, immer wieder ein Thema für mich. (Geld für Leistung, schon klar – aber wenn „man sich was geleistet hat“, ist das nicht ein anderer Fall?) Raffen, was zu kriegen ist … was machen die alle „dort oben“ mit ihrem Reichtum? Gut, Sportler, Musiker und andere Fuzzis leisten sich Steuervergehen, man will ja spannend beschäftigt sein. Aber sicher, ich bin ja soooo neidisch, schon klar. Nur bei all diesen Leitfiguren unserer Zeit kann ich mir den Ekel vor diesen menschlichen Widerwärtigkeiten einfach nicht mehr verkneifen, das macht nur krank.
   Der Blatter-Jupp – NEIIIIN – zurückgetreten ist er nicht, beileibe nicht, und die Millionen sind ja auch kein Gehalt, das ist Aufwandsentschädigung und so’n Scheiß …und es ist ja auch nicht weit zum hyperaktiven Viagra-Berlusconi, dem Obertürken Erdogan und diesem zwielichtigen Limburger Kirchenfürst und und und. Ihre Wege sind mit Pomp gepflastert, die Wände mit Geld tapeziert – und doch, die Macht lockt so unerbittlich! Und diese „Persönlichkeiten“ sind ja nur die Spitze der Spitze der Spitze des Eisberges – mal eben so aus der Lamäng zitierte Beispiele aus einer Flut von unerträglichen Gestalten. Ein wacher Geist erkannte mal: Ich kann gar nicht so viel essen wie ich kotzen möchte!
   Manchmal ist es wirklich nicht so leicht, sich mit Trash-TV und Boulevard-Journaille abzulenken (und das tut es bei mir zumeist, da kann ich hohnerfüllt aus schwarzer Seele lachen, wie sich des Mammons wegen Hans und Franz zum Horst machen). Jetzt war ja eine Uroma aus England da – putzig, was sind wir aber auch beglückt, so einen Segen zu erfahren (und der Blödsinn aus der Abteilung Kopfbedeckung kriegt in der schwachsinnigen Modewelt einen ganz neuen Aufwind).
   Aber in den Nachrichten sehe ich täglich die vielen Attentatsopfer, erkenne das schier unlösbare Flüchtlingsproblem, oder betrachte auch nur die beiden Hansel aus Griechenland, wie sie „unsere“ Politikszene vorführen - und ich erkenne allerorts nichts als Antwort wie reine Hilflosigkeit.
   Von Hunger- und Naturkatastrophen will ich gar nicht erst anfangen, es reicht der hauseigene Pflegenotstand. Und wenn Berufsgruppen ein wenig Anteil fordern als Sold für ihre Leistungen (für richtige Arbeit, die geleistet wird), dann geht eine geschickte Meinungs-Manipulation ihren Weg. Kann man es irgendwelchen rechtschaffen Arbeitenden denn verdenken, an dem Kuchen auch ihren Anteil zu fordern (bei solchen „Vorbildern“ in der Absahnkategorie)?
   Was machen die da oben bloß mit diesem ganzen Mammon? Keiner kann was mitnehmen – ich stelle mir vor, daß es irgendwo bei der ganzen kopflosen Rafferei einen Moralhebel gibt, der automatisch auf „Bedenkenlos“ umschaltet. Nachvollziehen kann ich das nicht.
   Ich drehe den Wasserhahn auf, ich habe Wasser, ich schalte ein Gerät ein, denn ich habe natürlich Strom. Ich kaufe Essen und vieles andere aus einem schier unüberschaubaren Angebot. Wie viele in der Welt können das mit Selbstverständlichkeit sagen? Den Milliardär oder bedürftigen Multimillionär kostet ein Brot genauso viel wie den Hartz-Vier-Empfänger.
   Sind wir denn wirklich nicht in der Lage, gedeihlich miteinander auszukommen und zu leben, braucht es überall und zu jeder Zeit diese fragwürdigen Führungspersonen? Egal, nach welcher Ideologie, es wird immer vornehmlich die eigene Tasche gefüllt – immer! Das ist wie ein Gesetz: es gilt überall. Und ist man mit großer Fresse „sozial“ angetreten – es endet immer gleich.
   Ich fürchte, mein Altersresümee verfestigt sich: Heiliger Sankt Florian – die Parole des Überlebens, rette sich wer kann und das Ziel: nach mir die Sintflut.

   Ich mag den „Menschen“ nicht – das Tier in seiner Unschuld erachte ich letztlich als wertvoller für das Szenario Natur und WELT – der Mensch ist ein Irrtum, nach wie vor.