Samstag, 25. Juli 2015

Anschein & Sein

Anstrengungen

(zumutbar? entbehrlich?- ein paar Rechtfertigungen)

I
Man/frau kann sich auch was antun. Genau hier haben wir es schon: diese verbissene Gleichmacherei – je konsequenter, je alberner. Wenn alles mindestens doppelt (und mitunter lächerlich inkorrekt zum Unfug neigend) ausformuliert wird – dann wird es unleserlich. Gottlob gibt es mittlerweile z.B. in Gesetzesnovellen den Hinweis, daß zur Erleichterung der Lesbarkeit und dem zu befürchtenden Verschleiern des eigentlichen Anliegens auf die männliche Variante abgestellt wird (Liebe Verbrecherinnen und Verbrecher, Idiotinnen und Idioten, Männinnen und Männer, verehrte Leutinnen und Leute – geschätzte Mitgliederinnen und Mitglieder: es ist nicht allein scheinbar rückschrittlich, es führt auch zu mehr Akzeptanz, um nicht gänzlich der Lächerlichkeit preisgegeben zu sein).

II
Auch die verwirrende, inkonsequente und absurd dämliche Rechtschreibreform (der Reform der Reform …) – ich bin es leid, immerzu in Texten zu betonen, daß ich weiß, wie es heute „richtig“ sein soll, z.B. nach rauh ergänzend anzuführen, daß ich den Schwachsinn nicht mitmache, ich ja auch nicht Stro, ro, fro etc. schreibe – und dies ist nur ein winziges Beispiel, also mich genötigt zu fühlen, wie es offiziell wohl zu gelten habe – Arsch geleckt! Ich muß nicht mehr weisungsgemäß als Beamter hirnrissigen Anordnungen folgen, wonach die Bibel „Duden“  universell das schreibende Leben bestimmt. NIE MEHR!
Ich stimme ja weitgehend zu (z.B. nummerieren mit Doppel-M), aber wenn es zu blödsinnig wird, dann muß (muß mit „Eszett“ – natürlich!!!) ich mich darüber hinwegsetzen. Und das kann ich, das darf ich – und das mache ich auch.

III
Ach ja, mein Blog. Politik-konform ausgedrückt „würde ich sagen“  hätte es zu heißen „Giftzwerg’s Stinkefinger“ – natürlich. Aber es ist doch ein Eigenname, es ist eine Überschrift, ein erhoffter Blickfang und vor allem einzig und allein mein DING.
giftzwergs –
stinkefinger
steht also oben drüber, schau-schau – voller „Fehler“ also?
Na, und man sehe sich erst mal das Foto an – ist das vorbildlich korrekt? Nicht bemerkt, die verdrehte Hand???Zeigt man ihn so, den schlimmen Mittelfinger? Wohl kaum, so herum zeigt man das V für Victory (Zeige- und Mittelfinger) – anders herum wäre es die Bestellung von zwei Was-auch-immer. Und auch der Stinkefinger ist verdreht. Auf dem Foto sieht man die abgeknickten Finger – der Handrücken weist nicht zum Leser!
Und hier also die Bedeutung: der Stinkefinger ist nicht gegen den Leser gerichtet, sondern den Leser beziehe ich mit ein – mittels meiner Ausführungen mit mir gemeinsam an die jeweiligen Adressaten (Adressantinnen und Adressaten, hier gestatte ich es mir zur Steigerung der Pointe) zu weisen. Ein photographiertes WIR sozusagen – schleimig einbezogen, gewiß (aber viele gehen halt lieber nur gerne mit, kriegen selber die „Spezial-Grußhand“ nicht hoch – und ein bißchen einvernehmliche boshafte Freude, für den Moment nicht übel).
Ja, es ist mitunter anstrengend, alles zu bemerken, zu ergründen und zu verstehen. Manchmal lohnt es, mitunter auch nicht. Das muß(!) jeder(!) für sich entscheiden.

Und damit schließe ich mal wieder.

Mittwoch, 22. Juli 2015

Meine Blickwinkel und ich

Mein Ich-Erzähler und ich

(nein, nicht „schizo“)

Der Autor Joseph von Westfalen amüsiert mich königlich. Süffisant, wie der Typ schreibt. Von ihm habe ich auch die Formulierung aus der Überschrift. Genau so stellt es sich dar: Es sind und bleiben zwei Blickwinkel.
   Zwei Herzen schlagen da also, zwei von vielen Wahrheiten. Ich bin so kühn zu behaupten, daß ich selber bei meinen eigenen literarischen Erzeugnissen nicht klar und deutlich die Grenzen zwischen Realität und Phantasie zu ziehen vermag. Aber zumindest bin ICH dort am dichtesten dran!
   Mit dem ganzen Thema hatte ich mich bereits von Anfang an schriftlich auseinandergesetzt, z.B. in dem wiederholt überarbeiteten und letztlich ausufernden Essay Über das Schreiben, die Literatur und das Menschsein *(die erste Fassung von 1972, meine ich mich zu erinnern). Darin hatte ich die Erkenntnis gewonnen, daß das Geschriebene eine Vermengung von  a) meiner Realität, b) meiner Phantasie und c) das von außen Aufgenommene / mir Zugetragene ist – also Wahrnehmungen durch Bücher, Filme, Zeitung, TV, von anderen mir Erzähltes und so weiter. Und dazu stehe ich auch heute noch. Niemals ist einer dieser drei Bestandteile zu hundert Prozent erfüllt, immer spielt, in welcher Gewichtung auch immer, etwas von den beiden anderen Gruppen mit hinein. Und das ist es, was es ausmacht – das interessiert mich (sogar mit der Gütegarantie „autobiografisch“  wie so oft plakatiert …da muß ich wohl lachen, wenn ich von mir auf andere schließe).
   Und das schreibe ich – mitunter auch als Ich-Erzähler. Denn: Nur weil ich ICH schreibe bin ich es doch noch lange nicht! Die dritte Person, die könnte ich schon mehr oder weniger sein…
   Ach ja, und das vermaledeite WIR bei kritischen Betrachtungen, nach Gutmenschen-Art richtig schön schleimig sich selber einbeziehen, ja klar, das ist ja auch soooo glaubwürdig!


*Mein mich nur in wenigem prägender Vater (manches kann ich einfach nicht leugnen, nicht allem kann man entkommen) fing damals an, einen gewissen Respekt  mir gegenüber zu entwickeln, für mich unvermittelt, denn das war zuvor nicht so. Er konnte einfach nicht verstehen, wie man schöpferisch arbeiten kann, etwas, das ihm selbst völlig abging.

Freitag, 17. Juli 2015

meine kleinen Aufreger...

…und meine kleinen Aufreger gebt mir auch heute

(aktuell 2015)

Bang – oder modern gesprochen: BÄNG – die Comicsprache bemächtigt sich immer massiver unserer Alltagssprache (viele bevorzugen schon „Neusprech“ zu sagen). Recht neu ist aber das herausgebrüllte, oft mit in die andere Hand geschlagener Faust garnierte „…und BÄÄÄM!“ Schon gehört? Na sicher doch, in Filmen wie im Alltag, das nimmt sich nichts – ganz vorne (also quasi „top“) derzeit, mit mindestens drei „Ä“ – ich finde, eine ganz aktuelle Seuche.
   Und dann diese kleinen, keck verspielten Anhängsel: eine derbe Sprachverunzierung. Das ist „derbe“. Nein-nein, derb tut es nicht mehr, derbe muß es sein. Das sind wahrlich trübe Aussichten – also sieht alles „trübe“ aus. 
Zwei Ohrfeigen reichen mir.
   Kennen Sie die mit dickem Filzstift bemalten Kartonflächen – „Warum?“ Ratlose Erschütterung demonstriert es, an jedem Schicksalsort umgehend zu Lichtern und Blumen aufgestellt, man sieht in den Nachrichten geradezu tagtäglich diesen Notruf. Verstehe ich ja, man tut gerne was, will seiner Ratlosigkeit Ausdruck verleihen, es geht mir auch unter die Haut – nur: Warum noch nicht „WHY?“ Why not why? Das allerdings verstehe ich im vorherrschenden Zeitbild so gar nicht. Keine Konsequenz, wirklich derbe und trübe, so habe ich das heute zu sehen…
„…und BÄÄÄM!“

p.s.

Und wer das jetzt alles „herbe“ findet, den halte ich für „doofe“ !

Samstag, 11. Juli 2015

Flohmarkt mal wieder

Handel im Wandel

(auf dem Flohmarkt)

Niemand geht noch gerne mit mir auf den Flohmarkt. Konfus sei es, die letzte meinte, am liebsten wäre sie im Erdboden versunken. Erneute Verabredungen finden nicht mehr statt; zuvor meinte eine, sie sei schon zweimal mit dabei gewesen: ein erstes und ein letzte Mal. Und es reiche auch.
   Ich blicke nur nach Bücherkisten. Ist der Inhalt gut erhalten, schaue ich genauer nach. Wild Zusammengeworfenes, lieblos aus Kartons heraus Aufgetürmtes: nein danke. Schön ist es, wenn man die Buchrücken, möglichst noch in einer Ausrichtung, überfliegen kann. Dabei geht mir das Herz auf, dann fühle ich mich wohl.
   Die Preise für Bücher auf Märkten sind im Keller, je nach Veranstaltung für ein Taschenbuch 50 Cent bis 1 Euro, gebundene Schinken von einem Euro bis bei mir maximal drei. Aber man kommt ja ins Gespräch. Und das ist für manche ein Dilemma.

Szene Eins
Wieviel wollen Sie für das Buch hier?
Eins fünfzig bitte.
Was????
Oder einen Euro vielleicht???
Also ich biete Ihnen zwei, maximal!
Wie jetzt …Cent? Einen Euro, meine ich!
Zwo Euro fuffzisch – aber das ist mein letztes Wort!
Verstehe ich nicht …
Hier sind zwei Euro und fünfzig Cent – und gut ist!
Ja, also, von mir aus, aber ich …
Danke – und Tschöö!
…
Szene zwei
Ist das hier der Stand für den Frauenbuchladen?
Ja, wie Sie unschwer auf dem Schild dort lesen können.
Ich kann nicht lesen.
Ach was? Und dann schauen Sie nach Büchern? Witzig.
Ich lasse von Frauen vorlesen.
Ach wirklich. Tja, da haben Sie ja gleich die Vorleserin bei sich, wie es scheint.
Nein. Sie ist für ganz was anderes. Aber ich schaue mal durch …
Das kann Ihre Begleitung gerne tun. Es sind auch nur Frauenbücher, übrigens.
Ja klar, darum gucke ich ja – die Bilder.
Also ich glaube, es reicht nun. Bitte gehen Sie weiter, unser bevorzugtes Publikum sind Frauen, und die fühlen sich sonst gestört.
Aber meine Partnerin ist doch dabei.
Aber sie schaut ja nicht …
Ich liebe sogenannte Frauenbücher. Ich sage immer, man muß den Gegner studieren!
…

Übrigens: Demnächst mache ich selber einen Stand – ausschließlich mit Büchern, es hat sich viel angesammelt – mal schauen, was für „Leutinnen“ da so vorbeikommen! Also – ich freue mich schon.

NACHSATZ
Letzten Sonntag, in Erpel am Rhein, mein Lieblingsmarkt (wie manche wissen) – ich war alleine da, na klar. Direkt an den großen Bäumen im Kern des hutzlig verhuschten Örtchens dieser schmierige Typ – den ich sonst meide (völlig illusorische Buchpreisphantasien, utopische Preisvorstellungen hat der geradezu; die letzten Jahre habe ich seinen Stand weiträumig umgangen).
   Schönstes Mützenwetter, ach – was soll’s, ich trete näher an seinen Plunder, weil ich unter dem beladenen Tapeziertisch meine Objekte der Begierde entdeckt habe, eine Kiste mit ganz sauberen, gebundenen Bänden, teilweise noch in Folien. Ich schaue und schon kommt es von ihm: „Vier Stück fünf Euronen!“ Potzblitz, ja ist es denn …das nenne ich mal ein unerwartetes Entgegenkommen. Pokerface meinerseits – er aalt sich erwartungsfroh in der Sonne. Ich werde mit einem wundervollen Roman fündig und frage: „Und für ein Buch?“
   Mit abschlägiger Handbewegung murmelt er: „‘N Euro.“ Habe ich recht gehört – einen Euro? Ich kaufe prompt, aber nicht zu hastig (ja, ich werd‘ narrisch, wie der Ösi sagt), gehe weiter, grinse vor mich hin. Ist er in der Sonne in Gönnerlaune, bekommt sie ihm nicht oder ist er nur einfach ein eigenwilliger Preisgestalter? Vielleicht auch ein Leute-Verwirrer – soll es ja geben.

    Ich ärgere mich letztlich doch, keine Begleitung zu haben – nun muß ich es hier hinschreiben – ist aber auch schön.   

Mittwoch, 1. Juli 2015

Es gibt nichts, was es nicht gibt

Jedem Tierchen sein Pläsierchen

-         Freiheit für alle(s) –

Es gibt Naturgesetze – gut, müssen wir im Folgenden wohl vergessen. Wir sind also alle frei geboren – und nehmen uns alle nahezu jede Freiheit heraus (wo man es darf oder auch nur kann). Deutschland hinkt hinterher; na sowas aber auch!

   Nicht von Sterbehilfe soll nun die Rede sein, auch nicht von Genmanipulationen bis hin zu den abenteuerlichsten Verpflanzungen (in Italien ist die erste Kopfverpflanzung in Vorbereitung). Nicht über neue Dimensionen in der experimentierfreudigen Vervielfältigungsforschung der auserwählten Spezies werde ich mich nun austoben (z.B. die 67jährige Lehrerin mit Vierlingen). Ich halte mich sogar aus der Geschlechts-Panscherei heraus: Wer bin ich – und warum? (Herr Doktor, ich fühle mich seit Jahren wie ein geprügelter Hund – meinen Sie, ich sollte nun bellen?)

   Ich will mich hier und jetzt, wie immer ganz grob, über „ gesetzlich sanktionierte Verbandelungen“ auslassen. Es reicht nie, niemals – immer mehr muß der Freiheit wegen ein weiterer Bereich „geöffnet“ werden. Was ist das alles aber auch überfällig, aller-allerhöchste Zeit wird es. Und wo doch nun die strengen Katholen Irlands sogar die Homo-Ehe feiern, wird es auch bei uns nicht mehr lange dauern – rechtlich verfaßte Papiere und Vereinbarungen reichen nicht, es muß geheiratet werden! Gleiches Recht für alle: Schwulen- und Lesbenehen voll gleichstellen mit allen Konsequenzen. Es ist nur eine Frage der Zeit, dann werden auch wir sicherlich im größeren Umfang heiraten – mehrere Männlein, dies und jenes Weiblein, der Mischung ist hier keine Grenze zu setzen. Und Inter-familiär? Aber klar doch (hatte ja in frühen Hochkulturen schon einen Stellenwert). Und wenn Hauskatze und Hund schon erben dürfen (kleiner juristischer Winkelzug, dann geht es), sicherlich ist da eines Tages auch die Ehe möglich – und, schnüff, ich werde es nicht mehr erleben, meine Plattensammlung, meine jahrzehntelang innig geliebte Verehrte, ehelichen zu dürfen. FREIHEIT – schreie ich – keine Unterdrückung meiner Neigung mehr – niemals! Eine Schande, in dieser so aufgeklärten Zeit, daß ich nicht darf, wie ich möchte! ICH WILL ABER!!! Skandalös. Da soll ja neulich sogar eine Frau einen Mann geehelicht haben – ja schrecken die denn vor nichts zurück, diese ewig Gestrigen!?!

   Die Grenze zwischen Realität und Albtraum ist schon lange nicht mehr wirklich zu ziehen.

   Aber „einen hab ich noch“, wie Blödel-Otto stets anfügt – und das ist die reine und wahrhaftige Realität und stammt aus dem „Hetero“-Bereich. Ich habe mich schlapp gelacht, ich kann das hier nicht vorenthalten. Beim Studium des neuen Classic-Rock-Heftes fiel mir eine Betrachtung zu Bill Wyman auf (der seit Jahren den Rolling Stones abhanden gekommene Bassist – jahrzehntelang als der größte dieser erfahrenen Schwerenöter nicht nur Insidern bekannt).
   Der schon vor Jahren im fortgeschrittenen Alter zuverlässig umtriebig tätige Musikus ehelichte damals die blutjunge Mandy Smith. Die Ehe ging flott den Bach runter, nun aber wurde es interessant: Sein Sohn aus irgendeiner anderen Beziehung ehelichte die Mutter der besagten Mandy! Und hieraus läßt sich folgendes Ergebnis ableiten: Bill Wyman war nicht nur der Schwiegervater seiner Ex-Schwiegermutter – sondern auch der Opa seiner eigenen Ex!
   Der Hammer, oder? Bei Interviews sind Fragen zum Privatleben nicht gestattet. „Wer will schon freiwillig über solche familiären Kapriolen reden?“  folgert der Journalist André Boße. Recht hat er.


„Ach, es ist aber auch zu schön“, pflegte Mutter Kempowski zu sagen.

Samstag, 27. Juni 2015

Geld ohne Ende

Manchmal bin ich richtig froh

(…schon älter zu sein)

Neues von den auffälligen Wulffs: Der Ehrensold von 200.ooo Euro (zweihunderttausend) darf nicht beschnitten werden! Ja um Himmels Willen, wie soll er auch sonst mit seiner Milchmädchen-Autorin durchkommen…ach Sie verstehen schon, diese unmoralische Unersättlichkeit, immer wieder ein Thema für mich. (Geld für Leistung, schon klar – aber wenn „man sich was geleistet hat“, ist das nicht ein anderer Fall?) Raffen, was zu kriegen ist … was machen die alle „dort oben“ mit ihrem Reichtum? Gut, Sportler, Musiker und andere Fuzzis leisten sich Steuervergehen, man will ja spannend beschäftigt sein. Aber sicher, ich bin ja soooo neidisch, schon klar. Nur bei all diesen Leitfiguren unserer Zeit kann ich mir den Ekel vor diesen menschlichen Widerwärtigkeiten einfach nicht mehr verkneifen, das macht nur krank.
   Der Blatter-Jupp – NEIIIIN – zurückgetreten ist er nicht, beileibe nicht, und die Millionen sind ja auch kein Gehalt, das ist Aufwandsentschädigung und so’n Scheiß …und es ist ja auch nicht weit zum hyperaktiven Viagra-Berlusconi, dem Obertürken Erdogan und diesem zwielichtigen Limburger Kirchenfürst und und und. Ihre Wege sind mit Pomp gepflastert, die Wände mit Geld tapeziert – und doch, die Macht lockt so unerbittlich! Und diese „Persönlichkeiten“ sind ja nur die Spitze der Spitze der Spitze des Eisberges – mal eben so aus der Lamäng zitierte Beispiele aus einer Flut von unerträglichen Gestalten. Ein wacher Geist erkannte mal: Ich kann gar nicht so viel essen wie ich kotzen möchte!
   Manchmal ist es wirklich nicht so leicht, sich mit Trash-TV und Boulevard-Journaille abzulenken (und das tut es bei mir zumeist, da kann ich hohnerfüllt aus schwarzer Seele lachen, wie sich des Mammons wegen Hans und Franz zum Horst machen). Jetzt war ja eine Uroma aus England da – putzig, was sind wir aber auch beglückt, so einen Segen zu erfahren (und der Blödsinn aus der Abteilung Kopfbedeckung kriegt in der schwachsinnigen Modewelt einen ganz neuen Aufwind).
   Aber in den Nachrichten sehe ich täglich die vielen Attentatsopfer, erkenne das schier unlösbare Flüchtlingsproblem, oder betrachte auch nur die beiden Hansel aus Griechenland, wie sie „unsere“ Politikszene vorführen - und ich erkenne allerorts nichts als Antwort wie reine Hilflosigkeit.
   Von Hunger- und Naturkatastrophen will ich gar nicht erst anfangen, es reicht der hauseigene Pflegenotstand. Und wenn Berufsgruppen ein wenig Anteil fordern als Sold für ihre Leistungen (für richtige Arbeit, die geleistet wird), dann geht eine geschickte Meinungs-Manipulation ihren Weg. Kann man es irgendwelchen rechtschaffen Arbeitenden denn verdenken, an dem Kuchen auch ihren Anteil zu fordern (bei solchen „Vorbildern“ in der Absahnkategorie)?
   Was machen die da oben bloß mit diesem ganzen Mammon? Keiner kann was mitnehmen – ich stelle mir vor, daß es irgendwo bei der ganzen kopflosen Rafferei einen Moralhebel gibt, der automatisch auf „Bedenkenlos“ umschaltet. Nachvollziehen kann ich das nicht.
   Ich drehe den Wasserhahn auf, ich habe Wasser, ich schalte ein Gerät ein, denn ich habe natürlich Strom. Ich kaufe Essen und vieles andere aus einem schier unüberschaubaren Angebot. Wie viele in der Welt können das mit Selbstverständlichkeit sagen? Den Milliardär oder bedürftigen Multimillionär kostet ein Brot genauso viel wie den Hartz-Vier-Empfänger.
   Sind wir denn wirklich nicht in der Lage, gedeihlich miteinander auszukommen und zu leben, braucht es überall und zu jeder Zeit diese fragwürdigen Führungspersonen? Egal, nach welcher Ideologie, es wird immer vornehmlich die eigene Tasche gefüllt – immer! Das ist wie ein Gesetz: es gilt überall. Und ist man mit großer Fresse „sozial“ angetreten – es endet immer gleich.
   Ich fürchte, mein Altersresümee verfestigt sich: Heiliger Sankt Florian – die Parole des Überlebens, rette sich wer kann und das Ziel: nach mir die Sintflut.

   Ich mag den „Menschen“ nicht – das Tier in seiner Unschuld erachte ich letztlich als wertvoller für das Szenario Natur und WELT – der Mensch ist ein Irrtum, nach wie vor.

Montag, 22. Juni 2015

Neger, Zigeuner und so

Das Sterben der Wörter

(…und immer wieder NEWS)

Von mir schon oft zitiert – Martin Walser: „Ich würde niemals rauh ohne H schreiben.“ Das geht mir runter wie Öl, nach wie vor. Wieso sollte man auch alles von einer im Grunde genommen fragwürdigen, unmaßgeblichen Stelle so deppert nachäffen – vielleicht auch noch „Schu“ oder „ro“ schreiben…oder gar „Stro“? Na bitte. Letztlich fürs KLO.
   Aber seit einiger Zeit (genauer betrachtet, schon immer) verschwinden Wörter, werden auf einmal geächtet – und dann verändert und sogar ausgemerzt. Aber seit Aufkommen dieser Pest mit den zumeist völlig überflüssigen Anglizismen ist es ganz schlimm geworden. (Ich lasse mal an dieser Stelle die Auswirkungen des Gender-Wahns beiseite, also „Studierende“ für Studenten und Studentinnen oder Extreme wie beispielsweise „Fachleutin“ oder mein amüsantestes Fundstück „MitgliederINNEN“ – diese schreckliche Lächerlichkeit steht für sich.)
   Einen ganz kleinen Schritt zurück: „Frisörin“ sollte es auf einmal heißen, Friseurin war unschicklich, angeblich anrüchig (nicht erst durch den Malle-Sänger, der sie zu zehnt nackend grölt – also die Mädels sind nackert, er nimmt nicht mal die Perücke ab). Schuster sagt man auch nicht mehr, es soll „Schuhmacher“ heißen, der Schuster stirbt als Handwerk zugleich mit dem Wort aus. Auch irgendwie linientreu. Das kann der „Coiffeurin“ wohl kaum passieren: zumal es Coiffeuse heißt – aha!
   Aber ich will ja zu den Brennpunkten: Ich gehöre zu der Trauergemeinde, die dem Dahinscheiden altvertrauter WORTE nachweint, nämlich Begriffen wie Neger, Zigeuner, Fräulein, Eskimo, Weib, Liliputaner und noch so viele andere mehr. Ich hatte sie stets unbelastet gebraucht – und das werde ich auch weiter tun. IN & OUT – hin oder her (p. c.? FÜRS ÄRSCHLE!!!).
   R.I.P. – dahingemeuchelt durch „political correctness“ von „Gutmenschen“. Ich werde Euch, vertraute Wörter, mit ins Grab nehmen (na gut, genauer: in die Urne und ab ins Meer) – aber noch leben wir ja! Wir halten aus, mein Deutsch und ich.
   Ich schaue noch mal genauer hin. Der Neger (Negrider) – nicht mit dem amerikanischen herabwürdigenden NIGGER zu verwechseln (obwohl viele jüngere Zugehörige sich selber so bezeichnen, eine stolze Protesthaltung) – mit „Schwarzer“ könnte ich ja noch leben, Dunkelhäutiger, aber bitte schön, wenn der Mensch nicht nigerianisch-schwarz sondern nur karibisch-braun ist? Und komme mir bitte niemand mit „Farbiger“ – also Regenbogenkinder sind was ganz anderes!
   Zigeuner. Das wurde von meiner Elterngeneration herabwürdigend betont, ja, so war das damals. Aber seit ich weiß, daß sich „Sinti und Roma“ streng voneinander abgrenzen, sich eigentlich so gar nicht mögen – und dennoch geistesvernagelt von UNS in einen Topf geworfen werden, also in eine neue Schublade gesteckt, ausgegrenzt quasi – eine vorwerfbare Haltung…und jetzt mit dem Kalauer kommen, daß man ja noch nicht ins Theater geht um den „Sinti-Baron“ anzuschauen und anschließend im Restaurant das „Roma-Schnitzel“ zu vertilgen!
   Pauschales Abstrafen eines Wortes sollte nicht sein, es kommt immer darauf an, wer es sagt und vor allem: WIE es gemeint ist. Der Ton macht die Musik. „Mach die Negermusik aus!“ hieß es in meiner Jugendzeit in manchen Haushalten. Bei uns daheim gottlob nicht.
   Im üblichen vorauseilenden Gehorsam durchforsten Gutmenschinnen nun die Märchen nach solchen Übel-Wörtern. Der Mohr, Auweia! Ohne Worte (da fällt mir jetzt der herabwürdigende Negerkuß ein, der mein Leben versüßte! Was war ich doch zeit meines Lebens ein sprachlicher Unhold).
   Irgendwelche Schwachmaten bringen Vorurteile auf – und das breite MAN folgt gehorsam. Ich weiß schon, warum ich Herden-untauglich bin.

ZUGABE
Ist doch nett, oder?
Also bei anderen Sprachen fehlt mir der konkrete Einblick, ich bin aber sicher, daß dort ein positives Wort nicht durch Gebrauch umgemodelt wird zu einer Art Unwort. So ist es aber bei uns mit dem reizenden Wörtchen NETT – „die kleine Schwester von Scheiße“, wie ich mal gehört habe. Sonderbar. Das kommt mir so richtig DEUTSCH vor, das schaffen andere gar nicht. Und das halte ich dann auch gar nicht für nett.

Und die NEWS? „Fuck the Anglizismen! Yo, Alder!“

Donnerstag, 28. Mai 2015

Kikeriki ...

Cock-a-doddle-do
(so war das vor 55 Jahren)

Ungefähr so lange ist es her, der erste Schritt für mich in eine Fremdsprache, Lesson One, die erste Lektion:
Hello, Mister Pig. Is it Mr. Pig? Yes, it is Mr. Pig.
Aha, wir sehen ein Schwein im Frack und mit Zylinder und fragen uns, ob er es wirklich ist. Und zack, dort kommt schon die Braut:
Hello Mistress Pig. Is it Mrs. Pig? Yes, it is Mrs. Pig. Weißes Kleid, Schleier – alles, wie es sich gehört.
Alles klar, die Schweinerei ist komplett zur Hochzeit.
Wir Pänz hinterfragten das auch nicht lange, wurden mit stimmhaftem S gebeutelt, nie war es gut genug. Wieso eigentlich wurde erst gegrüßt, dann hinterfragt und bejaht, nein, das war kein Problem – das kam erst noch:
By the farm is a cock. Cock-a-doodle-do!!!
Da hörte sich doch alles auf – der Hahn auf dem Hof schrie nicht Kikeriki??? Nein, in England rief er: Cock-a-doodle-do. Und das ist eingebrannt hängengeblieben – diese sonderbare Vokabel habe ich nie vergessen.
Und jetzt hier, auf der Insel, der isle, Pardon: isla rufen nebenan die Hähne – und ich antworte mit Cock-a-doodle-do. Aber ich bin sicher,  hier wird etwas ganz anderes herausposaunt, oder?


 ( NOVA – BITTE ÜBERNEHMEN! )


Nachtrag 30.5.
Danke, liebe Nova, für die freundlichen Ergänzungen
NOVA (klick)

Sonntag, 10. Mai 2015

…und schütze uns vor dem Gelaber

Das sagt man so (was man so sagt)

(Nerven und genervt werden)

Beginnen will ich mal mit einem Beispiel, das heutige Hinhören betreffend. Vor Jahren war ich in einem Möbelhaus (nein, nicht DAS Möbelhaus, da war ich erst vorgestern) – ohne von dem Schatten eines Verkäufers behelligt zu sein war ich in dem Bereich, dem mein Interesse galt, da hörte ich immer noch Elvis, er begleitete mich mit „Hound Dog“, und zwar seit Betreten des Hauses, dieses Gebäudekomplexes. Ich mag den Titel, aber nun, beim dreizehnten Erklingen in einer Endlosschleife, ging er mir auf den Zeiger. Beim jubiläumswürdigen gefühlten fünfundzwanzigsten Hinfetzen des Titels über die Hausanlage gab ich entnervt auf, ging aber noch mal an den Info-Schalter im Eingangsbereich, und wies auf die festgefahrene Beschallung hin. Niemandem war es aufgefallen … wenn die verstecke Kamera am Werk war, so wollte ich zielgerecht rüberkommen und verließ possenhaft schimpfend das Geschäft. Keiner hielt mich zurück.
   Was ich damit ausdrücken will ist: es wird überhaupt nicht mehr wirklich hingehört! Und nun bin ich dort, wo ich hinwollte – das alltägliche Geschwafel, die mit Sicherheit zu erwartenden Phrasen und Floskeln. Der erste Mensch, der mir damit auf den Senkel ging, war natürlich mein Vater. Je nach Situation oder Örtlichkeit, nach Zwischenziel in einem Gespräch, nach Fallenlassen eines Stichwortes, es war wie ein Münzeinwurf, es kam störungsfrei seine Worthülse, das hierfür in ihm gespeichert lauernde „Bonmot“. Stöhn. Nun gut, auf Knopfdruck habe ich auch so meine Kalauer bereit. Wer nicht. Nun wird es einen Zacken schlimmer.
   Mir sind einfach Gespräche zuwider, in denen dem Pingpong entsprechend sich das Gelaber dahinschaukelt (ich werde den Teufel tun, hier Beispiele anzuführen – das auch noch zu schreiben, also bitte…). „Small Talk“ ist mir zuwider, das Labern des Geschwafels willen, igitt. Und dann die Ami-verseuchten Begrüßungsrituale, junge Leute, natürlich – ein Brechmittel, dieser Austausch von Gesten und völlig hohlen Phrasen. Fremdschämen in höchster Vollendung schüttelt mich durch.
   Natürlich ist es nicht jedem Menschen gegeben, ein Sprachkünstler zu sein, zugestanden, aber sich über eine gewisse Gehirn-Diarrhö zu erheben müßte zumutbar sein. Sogar von Akademikern sollte man es erwarten dürfen.
   Da lohnt es eher, bei den Gemeinplätzen mal näher hinzuhören. Da tobt sich jeder aus, das machen wir alle, das merken wir schon gar nicht mehr. Bei jedem einzelnen ist da die Toleranzschwelle anders – bei mir ist sie ganz nah:
Die Seele baumeln lassen (gähn)
Den Traum leben (nach hundertmal ein ALTtraum)
Ehrlich gesagt (ach so – und sonst?)
Auf gut Deutsch (danke, wenigstens das)
Das geht gaaar nicht (sagt sogar die olle Kanzlerin, nur mit zwei O)
So sicher wie das Amen in der Kirche (ist das noch so?)
WIE GEIL IST DAS DENN??? (für mich der ultimative Brüller des Grauens)
Na, eine Zugabe mache ich noch:
„Hier auf der Insel gehen die Uhren ein wenig anders.“ (Entschuldigung Mädels, ist aber so … ja gut, eine Stunde hinter der RICHTIGEN Zeit – hahaha).
   Es gibt Sätze, die jede® in der Warteschleife hat. Wir sind alle aktive Schwätzer und duldsame Zuhörer, mehr oder weniger. Aber manchmal, da reicht es dann einfach – und nun wiederhole ich mich bewußt zu anderen Ausführungen, weil es mich unendlich nervt: Die ewigen JA-Sager, die Okaaay-Zustimmer, die gehen mir derzeit penetrant auf den Senkel. Echt: Überall, wirklich, ü-ber-all! Es ist eine Seuche, dieser Virus des Laberns von Marotten. Ich soll da nicht hinhören? Ich kann das nicht, dieses Überhören,  das mag ich auch nicht: Lieber leide ich.
   Jede® hat sein Quantum Formulierungen, mit dem er seinen Sabbel-Brei garniert; geschenkt, niemand ist wahrhaft frei davon. Es ist vor allem modebedingt und steckt zudem auch noch an, unterschwellig. Es kommt aber darauf an, wieviel man bewußt zuläßt. Und das ist die Krux: Kaum einer bemerkt es selber (so wie der Schweizer sein Anhängsel „oddrrr?“ nicht mehr verspürt oder der Siegerländer sein „Woll?“).
   Schlimm genug, daß wir uns vor dem Schwachsinn der Werbung auch witzelnd nicht retten können, vor dem Wischi-Waschi-Geseier von Hinz & Kunz sollten wir uns wenigstens in Acht nehmen! Also mich kotzt das alles an – und wenn ich eine Chance habe, rechtzeitig zu entkommen – bin ich auch schon weg.
   Ganz kurz: Schützen wir uns selber vor den ausgelutschten, abgedroschenen Plattitüden. Ein bißchen bewußter reden, bitte.
   Ach, hol’s der Teufel – hat ja doch keinen Sinn.

HAT …nicht „macht“ – hat, HAT, HAAAT……

Sonntag, 19. April 2015

Selbsterkenntnis durch einen Liedermacher

Sozialkritik

(Theorie und Praxis an einem kleinen Beispiel)

Der einzigartige und ewig junge Liedermacher Reinhard M. erfreut sich in Deutschland jahrzehntelanger Verehrung. Zu recht. Auch ich huldige ihm. Aber wie wir Deutsche nun mal sind, heben wir Idole auf hohe Podeste und pinkeln daran. Darin sind wir klasse – dazu muß man gar kein Giftzwerg sein.
   Im Rahmen einer seiner Tourneen sah ich ihn in K., er wurde von einem ortskundigen Begleiter durch die Altstadt geführt. Auf einem der Plätze sang ein talentierter Musikus zur leicht verstärkten Gitarre. R.M. schaute kurz an seinem Begleiter vorbei auf den Straßenmusikanten, beide gingen aber ohne Eile weiter. Hach, dachte ich, wohl kein Kleingeld dabei, der Herr Plattenmillionär. Ich war gereizt, dachte aber, halt, kann ja mal passieren. Dann ging er in eine Drogerie, kam mit einem Tütchen heraus. Also doch …
   Es wurmte mich – so fern seinen Anfängen, kein Mitempfinden für den Außenseiter – was er doch lauthals Platte für Platte mit der ihm eigenen Gefühligkeit inbrünstig intoniert…?
   Ich hatte bereits für das Konzert die stattliche Summe entrichtet. Wenn ich es genau bedenke, der Eintritt in die größte Halle der Großstadt kostete soviel wie bei einer Band mit aufwändiger Bühnenausstattung. Er steht allein am Mikrofon, seit Jahr und Tag nur mit seiner Gitarre vor einem Vorhang. Es wurde mir immer sonderbarer zumute. Ich hatte schon vielköpfige Bands mit internationalem Ruf für den halben Eintrittspreis miterlebt. Wie kann denn sowas sein?
   Natürlich ist er immer großartig. Ich kaufe alle seine Platten, seit vielen Jahren sind es CDs – und alle 2 Jahre die Doppelausgabe der letzten Tournee, live.
   Ich muß an Salvatore Adamo denken, das war der mit den Liebesschnulzen (Träne auf Reise schicken und so) – der sagte damals, im Zenit seines Erfolges in einem Interview auf die Frage, warum er keine Protestlieder schreibe: „Ich käme mir sonderbar vor, mit einem Rolls Royce vorzufahren und den Leuten darüber das Leid zu klagen, wie schlecht die Welt ist.“ (Er spielte auf John Lennon an). Wolfgang Niedecken sagte, er sei es leid, immerzu seinen Mercedes rechtfertigen zu müssen. Mir fallen noch viele angebliche Zitate ein, weil es mich unablässig interessiert (und nicht nur der Autos wegen).
   Ich stutze über mich selbst. Habe ich einen Makel gesucht, ha, der ist auch nicht besser! Habe ich es genossen, für mich selbst eine verehrte Person zu besudeln, so richtig  den Deutschen raushängen zu lassen?
   Ich weiß nicht. Es war nur ein kleiner Moment, ob Augenblicksversagen eines meiner Idole oder doch meine tiefe Erkenntnis zu einer großen Lebenslüge. Keiner ist vollkommen, niemand macht alles richtig. Und es ist schlimm, auf Schritt und Tritt von irgendwelchen Schreiberlingen beobachtet zu werden…

   Aber es ist mir in Erinnerung geblieben. Und es hat eine prägende Wirkung, denn immer, wenn ich die neueste Scheibe kaufe, denke ich daran. Alle zwei Jahre kaufe ich die Aufzeichnung eines Konzertes der letzten Tournee. Ich kaufe keine Karte mehr, nie mehr – aber ich lasse mir die tollen kritischen Songs nicht kaputtmachen – auch von ihm selber nicht.